Einige spontane Gedanken zu „Political Correctness“ und angeblich verlorener Meinungsfreiheit


Jedes Mal, wenn ich das derzeit allgegenwärtige „Political Correctness“ oder die deutsche Variante „Politische Korrektheit“ höre, schüttelt es mich innerlich. Gewisse Politiker und deren Anhänger tun seit einiger Zeit so, als sei „politische Korrektheit“ die Wurzel allen Übels. Manche gehen sogar noch weiter und implizieren, dass die „Fessel der politischen Korrektheit“ die Meinungsfreiheit beeinträchtigt. Aber mal im Ernst: Was hat es mit Meinungsfreiheit zu tun, Andersdenkende als alles Mögliche zu diffamieren und/oder diese – immer häufiger – unter der Gürtellinie zu beleidigen? Was hat es mit Meinungsfreiheit zu tun, mit erfundenen Nachrichten – man könnte auch einfach Lügen schreiben – die politische Meinung zu beeinflussen? Warum soll es plötzlich schlecht sein, auch seinen politischen Gegner mit Respekt zu behandeln? Kritik äußern bedeutet nicht, der/dem Kritisierten eine Beleidigung nach der anderen an den Kopf zu werfen! Es gibt konstruktive und destruktive Kritik, doch das, was AfD & Co. machen, hat nichts mit konstruktiver Kritik zu tun. Es geht ausschließlich darum, immer schön die Beachtung der Medien zu bekommen. Also stellt man sich als diejenigen dar, die kein Blatt vor den Mund nehmen, um ihren Anhängern die vermeintlich verlorene Meinungsfreiheit zurückzugeben. Ausgerechnet die, die selber keine andere Meinungen als die eigene akzeptieren wollen, spielen sich als „Retter der Meinungsfreiheit“ auf?! Ehrlich, wäre die Situation nicht so ernst, wäre es einfach nur zum Lachen! Doch die Situation ist nicht zum Lachen, denn das nächste Jahr könnte große Einschnitte bringen. „Politisch inkorrekt“ ist ‚in‘ und das ist ein Problem, weil es dazu führt, dass Beleidigungen, Verleumdungen und Lügen im Allgemeinen normal werden. Dasselbe gilt für menschenverachtende Parolen, die nach und nach von gewissen Leuten immer salonfähiger gemacht werden. Dazu kommt das Problem der Manipulation in sozialen Medien: Gerade Gruppierungen, die zu den sog. Neuen Rechten zählen, nutzen diverse Möglichkeiten zur Manipulation der politischen Meinung. Allein schon deren Nutzung von (Social-) Bots trägt zu diesem Effekt bei, da diese den Nutzern suggerieren, dass sehr viele andere Menschen diese Meinung vertreten. Und dann erst das Problem mit den Fake News… Und die Nutzer, die ohnehin schon in ihrer Blase feststecken, glauben alles, was sie da lesen – eben auch, dass sie in Wirklichkeit „die Mehrheit“ sind. Dabei sitzen sie letztlich jedoch ’nur‘ Betrügern auf. Aber wie erreicht man diese Menschen? Wie kann man diesen Menschen klar machen, dass sie Betrügern auf den Leim gehen? Wie können diese Manipulationen eingeschränkt werden? Wie kommen wir wieder in einen Zustand, in dem nicht subjektive Gefühle zählen? Und vor allem: Wie können wir selber lauter werden? Natürlich ohne derartige Manipulationen. Ich hoffe, dass darauf bald Antworten gefunden werden – die Zeit drängt; sollten mir mal praktikable Lösungsvorschlage einfallen, werde ich diese selbstverständlich hier veröffentlichen. Jedoch: Ob diese dann auch bekannt werden, ist natürlich eine andere Sache. 😉
Zum Schluss noch einmal zur „Political Correctness“ selbst: Ich finde, es sollte „Moralische Korrektheit“ heißen, denn: Das, was die Rechten von sich geben, ist weniger „politisch inkorrekt“, sondern vielmehr „moralisch inkorrekt“. Und deshalb sollten wir uns alle die Frage stellen: Wollen wir wirklich in einer moralisch verrohten Welt leben? Ich persönlich kann diese Frage für mich nur mit «Nein!» beantworten.

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