Was ich zum Thema Trump unbedingt mal loswerden musste


Eigentlich sollte sich mein nächster Blog-Eintrag ja um CDU und AfD in Bezug auf die im Herbst stattfindende Bundestagswahl handeln, und ich habe ihn auch angefangen. Allerdings konnte ich mich nicht darauf konzentrieren, weil mir die gestrige Pressekonferenz von Trump immer wieder durch den Kopf ging. Deshalb habe ich beschlossen, nun erst einmal einiges zu Trump loszuwerden! 😵 😶
Es ist ein Szenario, das sich wohl kein*e Bestsellerautor*in besser hätte ausdenken können: Erst wird der wohl größte Narzisst, der derzeit auf der Erde lebt, zum Präsidenten einer Weltmacht gewählt. Dann wird immer klarer, was ohnehin zu befürchten war: Dass einer der größten Widersacher dieser Weltmacht dem Narzissten zum Wahlsieg verholfen hat. Nun  – kurz vor Trump’s Inauguration – greifen die (US-) Medien etwas auf, was zwar vor der Wahl schon kursierte, aber von den meisten US-Medien nicht aufgegriffen wurde. Gut, es war unsicher, ob die Informationen wirklich glaubwürdig sind. Dennoch hinterlässt das Verhalten vieler wichtiger Medien im Wahlkampf einen kuriosen Nachgeschmack. So war es bspw. kein Problem, über jede noch so verrückte Anschuldigung Trump’s gegen Hillary Clinton groß zu berichten – möglichst jede negative Kleinigkeit wurde ausgebreitet. Mal ganz abgesehen davon, dass sie so ziemlich jede von Trump’s Lügen und jeden seiner Tabubrüche aufgriffen und ihm so gratis Wahlkampfhilfe geleistet haben. Negatives über Trump? Selten. Dabei hätte es genug gegeben. Nur ein paar kurze Beispiele: Die unzähligen Prozesse, in die er verwickelt ist – auch als Beschuldigter, Anschuldigungen wegen sexuellen Übergriffen, Verbindungen seiner Firmen zu mindestens undurchsichtigen Leuten und Firmen(geflechten); von seinen seltsamen Geschäftsgebaren im Allgemeinen ganz zu schweigen. Das alles könnte wahrscheinlich (mindestens) ein ganzes Buch füllen… Aber offenbar war es einfacher, sich ebenfalls auf Clinton einzuschießen – weil es gefragter war bei den Lesern?! Aber passiert ist passiert. Wichtig wäre nun, aus diesen Fehlern zu lernen. Das gilt auch für die deutschen Medien – besonders im Hinblick auf den Bundestagswahlkampf. Zumal die AfD ja offenbar geplant hat, im Wahlkampf mit gezielten Provokationen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Also ganz nach Trump’s Vorbild. Deshalb sollten die Medien ihnen einen Strich durch die Rechnung machen! Aber ich schweife ab. Also zurück zum zukünftigen US-Präsidenten. Es ist für mich ein absolutes Unding, dass ausgerechnet in den USA so etwas möglich ist! Ein Staat mit Weltmachtstatus, bis zu den Zähnen (atomar) bewaffnet, lässt es zu, dass ein Mann Präsident wird, der sich nicht unter Kontrolle hat. Der vielleicht noch dünnhäutiger ist als Erdogan. Der aber, im Gegensatz zu Erdogan, auch die Macht hat, den sogenannten „roten Knopf“ zu drücken. Wobei, eigentlich ist es ja gar kein roter Knopf. Es handelt sich um einen speziell ausgestatteten Koffer, der meist als „Nuclear Football“ bezeichnet wird. Dieser enthält jedoch nicht die Codes, um einen Atombombeneinsatz zu autorisieren, sondern diverse Vorrichtungen wie abhörsicheres Telefon, ein Verzeichnis mit Hilfestellungen und Handlungsanweisungen zu diversen Notfallsituationen (auch sichere Atombunker sind dort aufgelistet), das „Black Book“ – in diesem sind alle verfügbaren nuklearen und nicht-nuklearen Angriffspläne verzeichnet – und die sogenannten Go Codes (eigentlich als „Emergency Action Messages“, kurz „EAM“, bezeichnet). Diese werden von der NSA bereitgestellt und dienen dazu, die im Black Book enthaltenen diversen Angriffspläne zu befehlen. Diese „Go Codes“ sind nicht mit den oben erwähnten Autorisierungs-Codes zu verwechseln. Letztere werden als „Gold Codes“ bezeichnet und dienen dem Präsidenten dazu, sich als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte zu identifizieren. Diese Codes trägt der jeweilige Präsident  in Form einer kreditkartenähnlichen Plastikkarte („Biscuit“) bei sich am Körper. (1) Wie auch immer – Fakt ist, Trump bekommt als Präsident eben auch die Möglichkeit, Atomwaffen einzusetzen. Und einige seiner Äußerungen über Atomwaffen waren alles andere als beruhigend. Ebenfalls beunruhigend ist, wie er sich gegenüber der Presse verhält. Die gestrige Pressekonferenz hat das noch einmal verdeutlicht. Da darf ein Journalist keine weiteren Fragen stellen, weil Trump sich offenbar von diesem angegriffen fühlte. (2) Denn Kritik wertet er generell als Angriff. Das allein ist ein schlechter Wesenszug für einen der mächtigsten Politiker der Welt. Das Staatsoberhaupt der USA muss Kritik einstecken können, sonst ist er im falschen Job. Das gilt natürlich für Politiker*innen generell, aber mit der Macht steigt eben auch die Menge der Kritik. Es ist jedenfalls zu befürchten, dass die Pressefreiheit unter Trump zu leiden haben wird   Ebenso wie die Wissenschaft oder zumindest bestimmte Bereiche der Wissenschaft. (3) Mit das Schlimmste an Trump ist, dass er gewisse Dinge einfach nicht weiß oder nicht versteht. So zum Beispiel, als er irgendwann im Wahlkampf jemanden fragte, warum die USA denn überhaupt Atomwaffen habe, wenn diese ohnehin nicht eingesetzt würden. (4) Oder als er gestern in der PK davon sprach, dass die Journalisten irgendwann stolz auf ihn sein würden. Ähm, Entschuldigung, das ist nicht du Aufgabe der Medien! Die Medien sind dazu da, unabhängig, aber – wenn nötig -auch kritisch zu berichten. Das gehört zur Pressefreiheit. Und ganz ehrlich: Jeder halbwegs normal denkende Mensch kann Trump nur kritisieren! Da ist nichts, was irgendwie positiv dargestellt werden könnte, und wenn man sich etwas noch so schönreden würde… Deshalb fand ich es nach der Wahl auch so kurios, dass einige, vor allem konservative, Politiker auf einmal sagten: «Ach, das wird schon nicht so schlimm werden.» Ah ja – wegen einer einzigen Rede, während der er sich immerhin Mühe gab, zumindest teilweise etwas gemäßigter rüberzukommen, wird also plötzlich alles nur halb so schlimm?! Ehrlich, wie naiv kann man als Politiker sein?! Nun ja, Trump jedenfalls hat nach dieser Rede viel mehr gezeigt, dass es vielleicht noch viel schlimmer wird als angenommen. Was auch daran liegen wird, dass er einfach nicht anders kann. Er kann sich einfach nur so verhalten, wie er sich schon immer verhalten hat. Letztlich, da dies oft auch als eine Rolle Trump’s bezeichnet wird, könnte man es auch so formulieren: Er kann nur diese eine Rolle spielen, das heißt, den dünnhäutigen, arroganten, egoistischen, überheblichen, aufbrausenden und sexistischen Narzissten. Und dennoch wird dieser Mann auch als Schauspieler bezeichnet. Ha ha. Doch trotzdem besitzt er die Frechheit, eine Schauspielerin, die schon drei Oscars gewonnen hat und ganze 19-mal nominiert worden ist, als «am meisten überschätzte Schauspielerin» zu bezeichnen. Weil sie ihn kritisiert hat, ohne jedoch überhaupt einmal seinen Namen genannt zu haben. Dennoch fühlte er sich (natürlich) angesprochen. Doch letztlich war das nur eine von vielen Episoden, mit denen Trump gezeigt hat, dass er einfach nicht das Format zum Präsidenten hat. Jetzt ist der Text doch um einiges länger geworden als geplant, deshalb werde ich jetzt mal zum Schluss kommen. Denn lange Rede, kurzer Sinn: Es werden schwere Zeiten – nicht nur für die USA. Und wir sollten hier in Deutschland und Europa im Allgemeinen schleunigst aus den Fehlern lernen, die in den USA gemacht wurden. Denn nur dann werden wir bei uns trump-ähnliche Menschenfeinde verhindern können.

Das musste ich jetzt einfach mal loswerden, auch wenn ich mir schon auch gewisse Äußerungen verkniffen habe. Aber ich hoffe, dass ich mich nun wieder auf den ursprünglich geplanten Artikel konzentrieren kann. 😌 😉

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(1) U.a. Wikipedia
(2) Artikel zur Pressekonferenz von Trump:
http://m.waz-online.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Medien-wehren-sich-gegen-Trumps-Attacken
http://www.n-tv.de/politik/Das-haben-wir-bei-Trumps-Auftritt-gelernt-article19527311.html

(3) Artikel zum Thema:  http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/donald-trump-was-er-von-klima-und-krebsforschung-haelt-a-1129209.html
Etwas älter (November 2016), aber dennoch nicht uninteressant:
www1.wdr.de/wissen/mensch/trump-wissenschaft-folgen-100.html
(4) Artikel zu der erwähnten Aussage:  http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika/donald-trump-zieht-angeblich-den-gebrauch-von-atomwaffen-in-betracht-14371030.html

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