Wenn vor allem Lügen verbinden


Wie ich schon vor zwei Tagen in “Das rechte Schreckgespenst” schrieb, wollen überall in Europa sogenannte Rechtspopulisten das Ruder übernehmen oder mindestens Chaos verursachen. Zuletzt haben diese „Rechtspopulisten“ in Koblenz versucht, Einigkeit zu demonstrieren. (1)
Die Wahrheit ist aber, dass die jeweiligen Parteien mehr trennt als verbindet. Was die Rechtspopulisten jedoch ganz besonders verbindet: Dass sie alle Lügner sind. Dasselbe gilt für deren Darstellung, dass nur sie die (‚unbequeme‘) “Wahrheit” aussprechen. Was wiederum zu den ständigen Diffamierungen und Drohungen von den Menschen führt, die sie als ihre Gegner betrachten. Denn sie stacheln ihre Anhänger ganz gezielt gegen das auf, was in den Augen der “Neuen Rechten” ihren Aufstieg blockieren oder verhindern könnte. Aus diesem Grunde halte ich es auch für falsch, diese Leute “dumm” zu nennen; sie wissen nämlich ganz genau, was sie tun. Das wird z.B. darin deutlich, dass die Rechten ganz explizit Menschen ansprechen, die wenig Bildung haben und/oder sich abgehängt fühlen – also gutgläubiges “Stimmvieh”. Sie stellen sich als die Einzigen dar, die die Sorgen dieser Menschen ernstnehmen.
Die Realität sieht anders aus:
So steht die AfD hinter einer Politik, die vor allem den Reichen nutzen würde. Diejenigen jedoch, die jetzt schon nichts oder nicht viel haben, würde es noch schlechter gehen. Diese Entwicklung werden – früher oder später – auch die Trump-Anhänger zu spüren bekommen. Insofern sollten gerade diejenigen, die bspw. mit der AfD liebäugeln, mal ganz genau hinschauen, wem Trump’s Politik wirklich nutzen wird. Es werden mit ziemlich großer Sicherheit nicht diejenigen sein, die all ihre Hoffnung auf diesen Narzissten gesetzt haben.
Doch zurück zur ‚Wahrheit‘ der Rechtspopulisten:
Sie alle propagieren, dass die anderen – insbesondere Medien und Politiker – alle lügen und nur sie selbst DIE ‚Wahrheit‘ aussprechen. So wirbt bspw. die AfD gerne mit dem Slogan «Mut zur Wahrheit», was geradezu irrsinnig anmutet angesichts den unzähligen Lügen und Gerüchten, die AfDler so in die Welt setzen. (2) Auch die dreistete Lüge ist ihnen nicht zu blöd. Und das ist es, was sämtliche Rechtspopulisten miteinander verbindet – frei nach dem Motto: „Lügen verbindet“.
Zwei der wohl weitreichendsten Beispiele dafür haben wir alle im letzten Jahr erlebt:
Brexit und Trump.
Beide Ereignisse zeigen, wohin die Bereitschaft vieler Menschen, auch den verrücktesten Lügen Glauben zu schenken, führen kann. Und es war wirklich immer wieder zum Haare raufen, wenn man sich anhörte, mit welchen ‚Argumenten‘ die Brexit-Befürworter um Stimmen kämpften. Da wurde schamlos gelogen und den Menschen dreist ins Gesicht gelogen. Dadurch entstand eine komplett emotionalisierte Debatte – mit Fakten belegbare Argumente wollte in der Folge kaum noch jemand hören. (3)
Emotionen verfangen halt besser. Aber: Politik mit Emotionen zu machen, kann einfach nicht gut gehen – das hat sich oft genug gezeigt (auch ein Hitler hat bspw. Emotionen geschürt – das ist kein Vergleich, es ist lediglich eines der schlimmsten Beispiele dafür, wohin emotionalisierte Politik führen kann).

Während der Brexit-Kampagne dachte ich einige Male: Okay, schlimmer geht’s nicht. Doch ich habe mich getäuscht. Es geht noch schlimmer: Trump. Einen solch pathologischen Lügner habe ich bislang nicht gesehen. Vielleicht noch schlimmer als die Lügen selbst sind jedoch die Anhänger, die schier jede Unwahrheit für bare Münze nehmen. Die unzähligen Widersprüche, in die Trump sich immer wieder verstrickt, scheinen sie ebenfalls nicht zu erkennen. Im Gegenteil, sie scheinen Trump für ehrlich und integer zu halten, während Hillary Clinton für sie dagegen die “Inkarnation des Bösen” schlechthin ist. Sicher, es gibt genug, was man an Clinton kritisieren kann – und sollte -, aber: Trump ist ein hoffnungsloser Narzisst; er meint, über allen anderen Menschen zu stehen und er hält sich für den Alleskönner schlechthin. Schon sein Vater soll ihm von klein auf eingebläut haben, dass ein Trump «bessere Gene» habe als andere. Möglicherweise kann man Trump wohl nicht einmal einen Vorwurf machen, dass er sich für den Größten hält. Eine derartige Erziehung kann eigentlich nur zu einer narzisstischen, überheblichen Persönlichkeit führen. Sehr wohl zum Vorwurf machen kann man ihm jedoch, dass er seine eigene Realität quasi zum Standard macht. Jeder, der es anders sieht, ist ein bösartiger Gegner für ihn – mittlerweile spricht er meist von «Feinden» -, egal ob Journalisten, Politiker oder Privatpersonen. Ebenso kann kann man ihm vorwerfen, dass er über Leichen geht, um zu erreichen, was er will. Warum sehen seine Anhänger das nicht?! Meinen die wirklich, dass Trump – der mit goldenem Löffel im Mund geboren wurde – auch nur annähernd verstehen kann, wie sich jemand fühlt, der um jeden Cent kämpfen muss? (4) Es ist utopisch und beinahe tragisch, dass ausgerechnet diese Menschen jemanden wählen wollen, der sie weder ernstnehmen kann, noch ihnen helfen wird. Was mag wohl passieren, wenn sie feststellen, dass Trump sie fallenlässt wie eine heiße Kartoffel. Ich mag es mir kaum vorstellen…
Im Prinzip gilt dies in ähnlicher Weise für sämtliche rechtspopulistische Parteien, was die ganze Angelegenheit noch schlimmer macht. Während deren Politiker bspw. so tun, als ginge es ihnen um eine “Verbesserung der Demokratie”, tun sie unter diesem weit ausgebreiteten Deckmantel alles dafür, den Status quo in ihrem Sinne zu verändern. Nach und nach versuchen sie, Europa nach jahrzehntelangem Frieden (den sie trivialisieren) wieder mit Nationalismus zu infizieren. Und Nationalismus führt früher oder später in die Katastrophe – auch wenn zu viele das leider nicht wahrhaben wollen. Daher ist die Gefahr, dass viele Menschen erst aufwachen, wenn es zu spät ist, auch hier groß. Womit ich noch einmal zu dem wohl größten Problem kommen möchte:
Die Manipulation der Menschen durch die Rechtspopulisten. Die sogenannten Eliteparteien werden als “Lügner”, “Volksverräter” etc. bezeichnet, die Medien werden zur ‚Lügenpresse‘ bzw. zu “linksversifften Systemmedien” etc. Dadurch wollen die Rechten deren Unabhängigkeit, und damit auch die Glaubwürdigkeit, untergraben. Dass es eigentlich diese selbsternannten, vermeintlichen Patrioten selbst sind, die ständig Lügen erzählen oder aber die Wahrheit so verdrehen, wie es grad am besten passt, wird von vielen der Anhänger ignoriert – und zur Not werden diese Vorwürfe von den Rechten als Lüge der Medien und/oder der ‚Eliten‘ abgestempelt. Natürlich wird daher auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit fallengelassen, dass sie durch die Medien benachteiligt werden. Seltsame Darstellung, wenn z.B. in Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen andauernd AfDler sitzen und jede Provokation ihnen auf die Titelseiten verhilft. Also mokiert man sich über die kritischen Fragen und Äußerungen. Dass das zur Aufgabe der Medien gehört, wissen sie nicht – oder wollen es nicht wissen. Denn sie brauchen diese vermeintliche Benachteiligung wie wir alle die Luft zum Atmen brauchen. Viele Leute wollen sie nämlich auch aus diesem Grunde wählen. Das Problem dieser Manipulation ist, dass die Rechtspopulisten so die von ihnen gewollte Spaltung immer weiter vorantreiben. Gleichzeitig arbeitet man daran, rassistische Stereotype und Hetze gegen alles, was nicht ins verengte Weltbild passt, salonfähig zu machen. Kurz: Es wird Hass gesät, welcher dann nach und nach weiter ‚aufgezogen‘ wird.
Ein weiterer Punkt, den die diversen rechtspopulistischen Parteien in Europa, und deren Anhänger, verbindet, dass sie zu großen Teilen in der Vergangenheit leben. Wie oft allein der Satz «Früher war alles besser» fällt, ist besorgniserregend. Denn: Nein, es war früher nicht alles besser, im Gegenteil!
Überhaupt bringt es nichts, sich eine Zeit zurückzuwünschen, die es so nie wirklich gegeben hat.
Wer will denn ernsthaft wieder in einer Zeit leben, in der sämtliche Errungenschaften früherer Generationen nichts mehr gelten?! Als würde irgendein heutiges Problem dadurch gelöst, dass man all diese wunderbaren Errungenschaften wieder aufgibt.
Das ergibt schlichtweg keinen Sinn! Auch hier ist übrigens der Brexit nicht das schlechteste Beispiel:
Immer wieder war von dem großen Empire und auch von den gewonnenen Weltkriegen die Rede. Das Problem: Beides ist lange her und die beiden Weltkriege wurden letztlich erst gewonnen, als auch die USA eingegriffen hat. Dass das große Empire nicht mehr existiert, haben viele Briten wohl immer noch nicht verwunden. Jetzt sind sie ’nur‘ noch Großbritannien. Das alles ändert aber nichts daran, dass wir alle im Hier und Jetzt leben. Anstatt sich also Gedanken um die angebliche “gute, alte Zeit” zu machen, sollten wir nach vorne schauen. Denn es braucht Fortschritt, kein Rückschritt! Zumal im Falle der Briten, die möglicherweise in irgendeiner Art und Weise ihren „Empire-Phantomschmerz“ durch ihr „Leave“-Votum zu bekämpfen suchten, „Großbritannien“ bald sogar eine Art „Kleinbritannien“ werden könnte. Und da eine Mehrheit der Schotten lieber in der EU bleiben würde, ist ein zweites schottisches Referendum auch weiterhin nicht ganz unwahrscheinlich. Ebenso sind auch die Nordiren unzufrieden mit dem „Leave“-Votum, da sie mehrheitlich für „Remain“ gestimmt haben, um die offene Grenze zu Irland beibehalten zu können.
Es war u.a. diese Kampagne, die mich in meiner Skepsis gegenüber Referenden bestätigt hat. Wenn Debatten zu Themen, die für unser aller Zukunft wichtig sind, so emotionalisiert (geführt) werden, besteht die Gefahr, dass eine Mehrheit sich so weit aufstacheln lässt und eine Entscheidung treffen, die weitreichende Folgen haben wird. Und das, ohne wirklich etwas über die jeweilige Thematik zu wissen. So fand ich es äußerst erschreckend, dass viele Menschen – das betrifft nicht nur die Briten, sondern Europäer im Allgemeinen – nicht einmal die elementarsten Dinge über die EU wissen. Stattdessen haben sie ein kurioses Halbwissen. Das ist generell schlecht, wenn es jedoch um eine Frage geht, die in besonderer Weise zukünftige Generationen betrifft, ist Halbwissen katastrophal. Beim Brexit bspw. ging es letzten Endes längst nicht nur um die rund 65,1 Millionen Briten, sondern auch um ca. 510,06 Millionen EU-Bürger. Und ganz besonders eben auch um die Zukunft junger Menschen. Es hat schließlich einen Grund, warum es vor allem junge Menschen sind, die gegen Brexit, Trump und die “Neuen Rechten” sind: Ihnen ist klar, dass Abschottung und Nationalismus keine Lösungen sind für die Probleme auf unserer Welt. Komplexe Probleme können nicht mit solch einfachen ‚Lösungen‘ bewältigt werden. Ebenso ist die Welt nicht schwarz-weiß. Sicherlich, es ist viel leichter, irgendwelche vermeintlichen ‚Lösungen‘ zu propagieren. Besonders dann, wenn man eben gezielt Menschen mit weniger Bildung ansprechen will. Aber warum fallen auch gebildete, intelligente Leute auf diese selbsternannten Politiker rein? Diese Frage wird mich wohl noch einige Zeit beschäftigen, denn bisher habe ich keine befriedigende Antwort darauf gefunden. Und wenn ich sie gefunden habe, werde ich sie hier mitteilen…

Bevor ich diesen Blog-Eintrag beende, möchte ich noch hinzufügen, dass ganz klar ist, dass es kaum einen Politiker gibt, der noch niemals gelogen hat. Insbesondere im Wahlkampf tun Politiker das häufig. Es ist aber ein elementarer Unterschied, ob jemand gezielt Lügen und/oder bösartige Gerüchte verbreitet, um so die Wähler zu manipulieren. Ich bin mir sicher, dass vielen der Rechtspopulisten sehr bewusst ist, dass ihre ‚Lösungen‘ niemals funktionieren werden. Natürlich gibt es auch zahlreiche Ideologen unter den “Neuen Rechten”, die wirklich glauben, was sie propagieren. Im Großen und Ganzen halte ich die sogenannten Rechtspopulisten jedoch für Betrüger, die gezielte Irreführung betreiben.

Links:

(1)
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/enf-kongress-in-koblenz-rueckenwind-aus-europa-fuer-afd/-/id=1682/did=18867596/nid=1682/m58t28/index.html
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/enf-kongress-in-koblenz-le-pen-und-wilders-trunken-von-trumps-erfolg/19285754.html

(2)
http://www.bildblog.de/60534/die-afd-und-der-mut-zur-unwahrheit/

(3) http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-faktenchecker-von-infacts-entlarven-die-350-millionen-luege-a-1099198.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/brexit-auswirkungen-pro-contra-david-cameron-george-osbourne

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-06/brexit-grossbritannien-referendum-lehren

(4) http://edition.cnn.com/2010/SHOWBIZ/02/11/donald.trump.marriage.apprentice/index.html

http://www.ahtribune.com/us/2016-election/242-trump-grandfather-pimp-father-kkk.html

https://thinkprogress.org/steve-bannons-disturbing-views-on-genetic-superiority-are-shared-by-trump-243d73866e2d#.vo550so5m

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4 Gedanken zu “Wenn vor allem Lügen verbinden

  1. Hallo Marisa,
    nur kurz meine Meinung: Wie du sagst, die Welt ist komplizierter geworden.
    Den meisten denkenden Menschen ist längst klar, dass viele Probleme nur global gelöst werden können. Den Klimawandel, die weltweite Armut, Friedenslösungen, Flüchtlingsströme – viele dieser Dinge kann kein Land mehr allein lösen.
    Das, was nur sehr nachteilig ist: Die, die das am meisten verstanden haben (jetzt mal abgesehen von vielen Basisbewegungen, die Hoffnung machen), sind aber die, die das große Geld haben. So machen sie weltumspannende Geschäfte und denken dabei nicht (oder nur unzureichend) an die obigen Probleme, sondern nur an ihren Reichtum. Dadurch häuft sich immer mehr Reichtum in immer weniger Hände.
    Deshalb denken viele irrtümlich, man müsse wieder zurück vom Globalen und ins Nationale. Aber das ist ein Irrweg. Auch wenn es bei der Überwindung des Nationalen – z.B. im Handelsbereich – viele Irrwege gibt (ich rede nur von TTIP und CETA), so führt an übergreifenden globalen Handlungen und Strategien nichts vorbei. Daher sind auch solche überregionalen Graswurzelbewegungen sehr wichtig, dazu zählen auch viele kirchliche und nichtkirchliche Initiativen und Hilfswerke. Ebenfalls elementar sind die Förderung des Friedens und der Menschenrechte, oftmals auch über nationale Grenzen hinweg.

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  2. Danke für diesen Kommentar, dem ich voll und ganz zustimme. Denn genau so ist es leider. Reichtum über alles – das ist alles, worum es einigen geht. Überhaupt finde ich es sehr traurig, dass materielle Dinge immer mehr zählen. Dabei gibt es so viel Wichtigeres…

    Ja, und Frieden lässt sich nur über nationale Grenzen hinaus schaffen & erhalten – wofür die EU das beste Beispiel ist. Leider halten viele Menschen den Frieden in Europa mittlerweile für selbstverständlich, sodass ihnen die friedenssichernde Seite der EU kaum noch sehen wollen. Dabei sollte ein Blick in die Welt reichen, um zu sehen, wie schnell Frieden zerstört werden kann…
    Sicherlich braucht es Reformen in der EU – mehr Nähe zu den Bürgern, mehr Transparenz, weniger Ungleichheiten (z.B. zw. Norden und Süden), etc.

    Diese ganze Thematik braucht definitiv mehr als einen Beitrag. Mal sehen, wann ich einen weiteren Text dazu schreibe😊.

    Liebe Grüße, Marisa P. 🌻

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  3. Ich hab mich zufällig in diesem Blog verirrt und wollte mal ein paar belanglose Gedanken zum Thema Rechtspopulismus loswerden: in meinen eigenen sozialen Umfeld gibt es mir nahestende Personen, die mit der AfD sympathisieren bzw. diese wählen würden, weil diese unzufrieden mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sind. Das seltsame ist, dass diese Personen sich noch vor Aufkommen dieser „Flüchtlingskrise“ nie über Ausländer oder sowas gesprochen haben, da scheint also bei denen plötzlich so eine Art Hass oder Wut aufzukommen, was mehr oder weniger latent, versteckt in ihnen geschlummert hat. Dieses Gerede mit der „radikalisierten Mitte“ klingt oberflächlich betrachtet wie Soziologensprech ist aber, zumindesten in meinen Fall, doch eigentlich vollkommen treffend beschrieben: das sind ganz normale, in der Regel freundliche Menschen, die, sobald man sie auf die Flüchtlingspolitik anspricht, sich in Hysteriker verwandeln. Man muss sich ja im Klaren sein: Wenn die AfD jetzt mit so 14% in den Bundestag einziehen würde, wären das, bei einer Wahlbeteiligung von gut 73%, mindestens 6 Mio. Menschen. Das finde ich schon heftig. Und mindestens 80% von diesen 6 Millionen Menschen sind keine Neonazis oder rechtsextremer Bodensatz, PEGIDA-Demonstranten oder irgendwelche Internet-Trolls, sondern Typen, die normal ihr Leben leben und ihren Groll nicht auf der Straße tragen oder in Internetforen Luft machen, sondern sich einfach sagen: ich zeig den oben mal wo der Hammer hängt und wähl AfD.

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    1. Erstmal vielen Dank für Ihren Kommentar. 😊

      Ja, es stimmt, „radikalisierte Mitte“ klingt oberflächlich betrachtet wirklich so, aber es ist eben doch recht nah an der Realität.
      Ich kenne auch einige, die seit Beginn der “Flüchtlingskrise” eine teils unglaubliche Abneigung gegen diese Menschen im Allgemeinen haben. Da interessiert nicht, dass ein Großteil dieser Menschen einfach nur Schutz suchen. Argumenten wird gar nicht wirklich zugehört. Und das Schlimme ist, dass ich einigen das niemals zugetraut hätte.

      Ich kann ja sogar verstehen, dass viele Menschen enttäuscht von der Politik sind, das bin ich auch – sogar sehr. Was ich jedoch nicht verstehe, ist, dass man dann ausgerechnet eine Partei wählen will, die die Probleme in diesem Land noch verstärken würde. Doch so etwas will gar nicht gehört werden. Oft heißt es sogar: «Das ist gar nicht wahr.» Wenn ich dann auf das Parteiprogramm der AfD verweise, wird meistens direkt vom Thema abgelenkt. Manchen ist sogar klar, dass die AfD keine wirklich funktionierenden Lösungen hat. Und das ist etwas, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann! Zumal ja schon jetzt in diversen Landtagen zu sehen ist, wie die AfD ‚arbeitet‘: Regierungen blockieren, unsinnige Anfragen stellen und gegen alles mögliche sein. Eine (starke) AfD im Bundestag könnte das Regieren in Zukunft sehr schwer machen und damit letztlich dem ganzen Land schaden. Deshalb bin ich der Meinung, wem die Zukunft dieses Landes wirklich wichtig ist, kann eigentlich nur sein Kreuz nicht bei der AfD machen.

      Es ist ein schwieriges Thema, bei dem Pauschalisieren absolut fehl am Platz ist – auch wenn es manchmal wirklich schwer fällt. Ich habe mich auch schon des Öfteren dabei „erwischt“, dass ich in Bezug auf die AfD pauschalisiere. So z.B., wenn wieder mal ein Höcke seine Gesinnung zur Schau stellt. Dann denke ich mir, wer trotz solcher Leute diese Partei wählen will, kann doch nur stramm rechts sein. Dabei weiß ich sehr genau, dass es so einfach nicht ist. Und das erschwert die Diskussion über diese Thematik zusätzlich – neben vielen weiteren Punkten.

      Liebe Grüße, Marisa P. 🌸

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