Dekret Nummer 12


Exakt eine Woche hat Trump nun gebraucht, um sämtliche Befürchtungen zu bestätigen. Im gestrigen Beitrag habe ich schon einiges über dessen erste Woche geschrieben, doch zum Zeitpunkt des Erstellens war sein 12. Dekret entweder noch nicht unterzeichnet oder aber noch nicht bekannt gemacht:
Den Stopp des gesamten US-Flüchtlingsprogramms für (zunächst?) 120 Tage. Trump will damit islamistische Terroristen aus den USA fernhalten. Seine Anordnung ist jedoch – absichtlich? – äußerst schwammig gehalten, so dass vor allem unschuldige Menschen unter dieser leiden werden. Ein weiterer Schritt ist, dass in den nächsten 90 Tagen Flüchtlingen aus Ländern mit muslimischer Mehrheit die Einreise verweigert werden soll. Die betroffenen Staaten werden nicht genannt, es ist lediglich die Rede von “Ländern, die bezüglich Terrorismus bestimmten Anlass zur Sorge gäben”. Laut DHS (Department of Homeland Security/Heimatschutzministerium) werden wohl Länder wie Syrien, Irak, Somalia, Sudan, Libyen, der Iran und Jemen betroffen sein.
Zudem soll die Flüchtlingszahl im Jahr 2017 auf 50.000 begrenzt werden, was weniger als die Hälfte von Obama angepeilten Zahl ist.
Das waren jetzt die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte der Entscheidung, mehr Informationen zum Dekret Nr. 12 sind unter (1) zu finden.

Dieses das Dutzend vollmachende Dekret, ist das wohl widerwärtigste aller seiner Anordnungen. Es werden nicht einmal Muslime reingelassen, die eine Green-Card haben.
Ist Trump wirklich so dumm, dass er glaubt, so die Gefahr islamistischen Terrors bannen zu können? Offenbar ja. Auch wenn ich ungern andere Menschen als dumm bezeichne, in manchen Fällen ist es derart offensichtlich, dass es nicht anders geht. Und genau so ist es bei Trump. Denn er ist nicht in der Lage, zu differenzieren, geschweige denn sein Weltbild der Realität anzupassen. Und offenbar ist er auch größtenteils beratungsresistent.
Okay, er hat seinem Verteidigungsminister zugestanden, ihn in Sachen Folter zu “überstimmen”. Das ist bislang allerdings eine Ausnahme. So bezieht sich die Washington Post auf Insider aus dem Weißen Haus, deren Äußerungen genau das erahnen lassen.(2)
Überhaupt ist es schon bemerkenswert, dass es bereits nach einer Woche Trump Leute gibt, die bereit sind, Insiderinformationen an die Medien weiterzugeben. Da lässt sich zumindest etwas erahnen, was sich hinter den Kulissen im Weißen Haus abspielt. Allerdings frage ich mich, wie Trump wohl auf diese Leaks reagieren wird. Vielleicht bekommen einige ein «You’re fired!» entgegengebrüllt.

Wie auch immer, es ist zumindest etwas hoffnungsvoll, dass es offenbar auch im Weißen Haus Menschen gibt, die Trump’s Gehabe eher etwas kritisch gegenüberstehen.

Doch all das ändert nichts an den Fakten, die Trump in einer Woche geschaffen hat. Und es ändert auch nichts daran, dass unter seinen Erlassen vor allem diejenigen leiden müssen, die es am allerwenigsten verdient haben.
Es ist einfach Wahnsinn, was der 45. Präsident der USA da tut!
Ohne Rücksicht auf Verluste demontiert er alles, wofür die Vereinigten Staaten über Jahre standen – und das in einem Mordstempo! Ein Land, das erst durch Einwanderer überhaupt erst zu dem werden konnte, was es heute ist, will jetzt Millionen von Menschen vorsätzlich diskriminieren.
Mal ganz abgesehen davon, dass Trump’s Eltern selber Immigranten waren. Dasselbe gilt für seine (aktuelle) Ehefrau und First Lady.
Aber das zählt alles nicht in Trump’s Welt. Es spielt keine Rolle, denn es geht ihm nur um eines:
Feindbilder schaffen um jeden Preis. Und wenn er dafür gegen die Verfassung verstößt und alles zerstört, was an den USA positiv ist. Das ist neben den unzähligen daraus entstehenden Menschenrechtsverletzungen das Schlimmste an dieser Präsidentschaft.
Überhaupt, mit zusätzlichen Diskriminierungen wird es nicht weniger Gefahr durch islamistischen Terrorismus geben, sondern mehr. Denn so bekommen diejenigen, die für islamistische Terrorgruppierungen rekrutieren, doch quasi gratis „Argumente“, um noch mehr junge Menschen anzulocken. Was es dagegen bräuchte, wäre Prävention. Und dazu gehört, den jungen Menschen eine echte Perspektive zu geben. Ihnen zeigen, dass sie in dem jeweiligen Land gebraucht werden, sie den wirklichen Islam kennenlernen lassen. Deshalb wäre es äußerst wichtig, dass es an jeder Schule die Möglichkeit für islamischen Religionsunterricht gibt – unabhängig von der Anzahl muslimischer Schüler. In diesem Zusammenhang fällt mir das NRW-Projekt „Wegweiser“ ein (3), das ich für den richtigen Weg halte. Verbesserungen sind immer möglich und wichtig, doch es ist unerlässlich, dass es überhaupt solche Projekte gibt. Leider sind es weiterhin viel zu wenige.
Stattdessen wird auf Abschottung, Verschärfungen des Asyl- und Strafrechts sowie auf Generalverdacht gesetzt. Das kann nicht gut gehen!
Das Problem ist, dass genau das viele Menschen immer noch nicht wahrhaben wollen. Es ist völlig verrückt: Obwohl diese Dinge eigentlich offensichtlich sind, werden sie ignoriert. Lieber tut man so, als wäre die bisherige Methode nie gescheitert. Doch das ist sie schon vor Jahren.
Damit zurück in die Vereinigten Staaten:
Selbst Bush’s verheerende Kriege und Menschenrechtsverletzungen haben die Republikaner nicht zum Umdenken bewegen können. Im Gegenteil, man gibt Obama die Schuld an Daesh. Von wegen, er hätte die US-Truppen “zu früh” aus dem Irak abgezogen und solche Sprüche. Also hätte Obama nach Logik dieser Republikaner die Truppen den Fehler von Bush noch auf Jahrzehnte weiterführen sollen?! Besser sollten sie mal erkennen, dass die Ursprünge von Daesh in einem bestimmten Foltergefängnis im Irak liegen, das unter Bush entstanden ist. Allerdings ist das nochmal ein ganz anderes, schwieriges Thema. Doch das alles gehört mit zu den Dingen, die ein Trump nicht sehen will, denn es würde seine Blase zum Platzen bringen. Zumal zuviel Differenzierung sein Gehirn wohl überfordern würde.
Trump soll einmal gesagt haben, dass er den Geruch von Büchern hasse. (4)
Was also soll man also da schon groß erwarten?! Umso verrückter ist es, wenn Trump sich selbst als «clever» und «smart» bezeichnet. Aber sein Selbstbild würde ja auch nichts anderes zulassen. Dieser unübersehbare Hang zum Narzissmus ist aus meiner Sicht mit die gefährlichste Eigenschaft, die ein US-Präsident haben kann. Sozusagen ein Erdogan mit Atomwaffen – mit dem Unterschied, dass Erdogan anfangs noch versucht hat, sein wahres Gesicht zu verstecken. Trump dagegen ist dazu nicht in der Lage. Obwohl er sich unter anderem auch gerne als „Schauspieler“ bezeichnet bzw. bezeichnen lässt, kann er nur diese eine ‚Rolle‘ (die in Wirklichkeit natürlich keine ist): Den überheblichen, narzisstischen, größenwahnsinnigen, sexistischen und arroganten Typen. Etwas anderes darzustellen ist ihm unmöglich.
Und deshalb ist die Gefahr groß, dass seine Unberechenbarkeit und Überheblichkeit nicht nur die USA ins Chaos stürzt, sondern die gesamte Welt verunsichert.

▫▫▫ ▫▫▫ ▫▫▫

Zu den diversen Artikeln bzw. Informationen:

(1)
http://www.tagesschau.de/ausland/trump-muslime-101.html

http://www.dw.com/de/nach-mexiko-sind-nun-die-muslime-dran/a-37311487

http://www.tagesschau.de/ausland/trump-muslime-105.html

http://bazonline.ch/ausland/amerika/was-trumps-dekret-zur-migration-bedeutet/story/12582149

http://abcnews.go.com/Politics/president-trump-signs-executive-actions-pentagon/story?id=45096609

Erste Auswirkungen hat der Erlass schon:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-einreisestopp-der-usa-zeigt-sofort-wirkung-a-1132155.html

http://www.rundschau-online.de/politik/einreise-stop-fuer-muslime-nach-trump-dekret-fluechtlinge-auf-us-flughaefen-festgehalten-25636262

https://www.dattelner-morgenpost.de/nachrichten/schlaglichter/Nach-Trump-Dekret-erste-Fluechtlinge-auf-Flughaefen-gestoppt;art233,1949954

Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2015 Malala Yousufzai zu Trump’s Anordnung:
http://m.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/einreisestopp-in-amerika-trumps-fluechtlingspolitik-bricht-nobelpreistraegerin-malala-das-herz-14779888.html

Weitere Reaktionen:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/einreisestopp-muslime-donald-trump-amnesty-international-unhcr-reaktionen

http://www.focus.de/politik/ausland/usa/neuer-aerger-fuer-us-praesident-buergerrechtler-verklagen-trump-wegen-einreisestopp-fuer-muslime_id_6559651.html

http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/amnesty-warnt-trumps-einreisestopp-fuer-muslime-fuehre-zur-katastrophe–132898887.html

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/9269674-asselborn-trump-teilt-muslimische-welt-in-gut-boese

http://www.sueddeutsche.de/politik/usa-wir-werden-kein-zahnrad-in-trumps-abschiebemaschine-sein-1.3351675

(2)
http://m.focus.de/politik/ausland/trump-als-launischer-teenager-eine-woche-praesident-so-brodelt-es-hinter-den-kulissen_id_6551950.html

Washington Post-Artikel:
https://www.washingtonpost.com/news/the-fix/wp/2017/01/26/the-leaks-coming-out-the-trump-white-house-cast-the-boss-as-a-clueless-child/?tid=pm_politics_pop

(3)
http://m.mik.nrw.de/verfassungsschutz/islamismus/wegweiser.html

http://www.bpb.de/veranstaltungen/dokumentation/186695/projekt-wegweiser

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/lehrer-warnen-im-nrw-projekt-wegweiser-vor-salafismus-id9905175.html?service=mobile

http://m.rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-startet-ausstiegsprogramm-fuer-salafisten-aid-1.4103228

(4)
http://www.deutschlandradiokultur.de/paul-auster-ueber-die-regierung-trump-sie-zerstoeren-die.2165.de.html?dram:article_id=377553

▫▫▫ ▫▫▫ ▫▫▫

Zum Abschluss noch ein Link zu einem Kommentar, bei dem ich mir erst unsicher war, ob ich ihn einstellen soll oder nicht. Ich habe mich nach einigen Überlegungen doch dafür entschieden, möchte ihn jedoch nicht unkommentiert lassen, da er Punkte beinhaltet, die ich persönlich sehr kritisch sehe:

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23481

Für gewöhnlich halte ich nicht sonderlich viel von Vergleichen mit der NS-Zeit. Und wenn ich einen solchen Vergleich äußere oder gutheiße, dann nur nach langem drüber nachdenken. Im Fall von Trump kann ich jedoch nicht anders, als gewisse Parallelen zu sehen.
Deshalb stimme ich dem Kommentar bis zu einem gewissen Grad zu.
Was mich an diesem Text jedoch stört, dass explizit von «jüdischen Beratern und Milliardären» geschrieben wird. Ja, es gibt in seinem Stab bspw. seinen Schwiegersohn, der jüdischer Religion ist, ebenso wie sein Finanzminister Mnuchin. Der Großteil seines Stabes ist jedoch nicht jüdischer Religion. Stattdessen hat Trump einige Antisemiten „an Bord“, so z.B. sein Chefberater Stephen Bannon. (1) Insofern ist es doch eine seltsam, so zu tun, als bestünde Trump’s Regierung mehrheitlich aus Juden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Trump – stark untertrieben – nicht gerade unbeliebt ist unter antisemitisch gesinnten Rassisten.
Ebenso teile ich nicht die Sicht auf Israel, da ich diese Sichtweise zu einseitig finde. Sicher, es gibt unzählige Punkte, die zu kritisieren sind. Das betrifft aber hauptsächlich die Netanjahu-Regierung. Doch die gesamte israelische Gesellschaft als jüdisch-nationalistisch zu bezeichnen, finde ich ungeheuerlich. Ich finde den durch die israelische Regierung vorangetriebenen illegalen Siedlungsbau schrecklich, da er jegliche Chancen auf Frieden zunichte macht. Dieser Kommentar pauschalisiert auf eine Weise, die ich als antisemitisch bezeichnen würde. Auch deshalb habe ich mich entschieden, zu diesem Kommentar zu verlinken, da ich finde, dass dieser Text ein sehr gutes Beispiel für (den oft bestrittenen) linken Antisemitismus darstellt.
Er zeigt, warum es unerlässlich ist, zu differenzieren und alle Seiten zu betrachten. Dabei sollte man auch mal beachten, dass die Mehrheit des israelischen Volkes eigentlich nur in Frieden leben will. Das Problem ist doch nicht die Gesinnung der Israelis. Vielmehr ist es die – wie ich es mal genannt habe – „Bedrohungspropaganda“ der Netanjahu-Regierung. Dies konnte man bei den letzten Wahlen ziemlich gut erkennen. Denn es hätte knapp für Netanjahu werden können, doch in den letzten Zügen des Wahlkampfes hat er eine Angstkampagne gestartet, die die Unentschlossenen so stark beeinflusst hat, dass es am Ende für eine Regierungskoalition mit mehreren kleinen, meist eher rechtsgerichteten Parteien reichte.
Bei einem solchen Wahlergebnis lässt sich kaum von nationalistischer Gesinnung der Gesamtheit der israelischen Gesellschaft sprechen.
Nein, es gibt genug Israelis, die Netanjahu sehr kritisch sehen. Jetzt sind es doch mehr als „einige Sätze“ geworden, diese Thematik gehört allerdings auch zu den Themen, die mich sehr beschäftigen.
Damit werde ich diesen etwas spontanen und teils auch leicht emotionalen Blog-Eintrag nun beenden und ich hoffe, dass sich der nächste Beitrag mal nicht ausschliesslich um die Widerwärtigkeiten des 45. US-Präsidenten dreht.
Allerdings bleibt mir nur, meinen Unmut über die derzeitigen Entwicklungen hier öffentlich zu machen. Daher wird es wohl nicht der letzte Text zu Trump sein…

(1)
http://m.taz.de/!5363511;m/

Etwas älter, aber dennoch nicht uninteressant:
http://www.wsws.org/de/articles/2016/11/22/pers-n22.html

Das Trump-Kabinett im Überblick:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Trump

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5 Gedanken zu “Dekret Nummer 12

  1. Die Amerikaner sind nun mal die größten und schlimmsten Terroristen auf diesem Planeten. Das wird sich nicht so schnell ändern. Natürlich wird es nichts nützen Einreiseverbote zu erlassen solange das amerikanische Militär, samt Waffen Ausreiseerlaubnisse hat, aber davon mal ab ist Trump, im Gegensatz zu Obama wenigstens mit dem Plan beschäftigt den IS zu bekämpfen. Er meinte nämlich:„Aktuell unterstützen wir die Rebellen gegen Syrien, wobei wir kein eindeutiges Verständnis dafür haben, wer diese Menschen sind. Sollten die USA Assad angreifen, wird dies zum Kampf gegen Russland führen“ und das ist es was Obama getan hat. Nicht nur das er den Krieg in Afrika stark ausgeweitet hat, der hat das Anwerben, die Ausbildung, die Ausstattung, Bewaffnung und Finanzierung der IS-Mitglieder unterstützt. Er ist nicht besser als Trump, er lächelt nur seriös in die Kamera

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    1. So, die letzten Tage waren nicht die besten, deshalb jetzt erst die Antwort(en). 😉

      Naja, so weit würde ich jetzt nicht gehen, aber sicher ist, dass die USA mit ihrem Verhalten Terroristen noch in die Karten spielen. Und genau das tut auch Trump. Dieses Dekret wird Daesh erst recht ‚Argumente‘ geben, um neue Kämpfer zu rekrutieren. Dieser Artikel von gestern ist in dem Zusammenhang nicht unwichtig:
      http://m.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-islamischer-staat-preist-einreiseverbot-als-gesegneten-bann-a-1132504.html

      So bekämpft man keine Terroristen, so stärkt man sie. So wird der ganze Hass erst recht geschürt. Würde er wirklich Daesh bekämpfen wollen, würde er anders handeln. Mit Generalverdacht wird er nichts erreichen. Es bräuchte vielmehr Prävention. Das ist kein einfacher Weg, aber der einzige, der langfristig etwas bringen würde.
      Obama hat übrigens nicht Assad angegriffen, noch nicht einmal, nachdem dieser die „Rote Linie“ Giftgasangriff überschritten hatte. Einmal wurde versehentlich syrisches Militär getroffen. Die Rebellenstrategie ist – gelinde gesagt – etwas undurchdacht. Wobei immerhin vor allem diejenigen unterstützt werden, die außer gegen Assad auch gegen Daesh kämpfen. Gestern habe ich übrigens erst gelesen, dass erstmals Panzerfahrzeuge an die Rebellen geliefert wurden:
      http://www.n-tv.de/politik/USA-liefern-Panzerfahrzeuge-an-Rebellen-article19681114.html

      Auch hat die „Anti-IS-Koalition“ insb. zusammen mit kurdischen Kämpfern und irak. Militär auch einige Erfolge im Kampf gegen Daesh erzielt – unter Obama. Im Vergleich zu Bush’s Kriegen und dem russisch-syrischen Vorgehen sind dabei sogar mal mehr Terroristen getötet worden als Zivilisten. Assad jedoch führt vorrangig Krieg gegen das eigene Volk, von Anfang an. Die diversen islamistischen Terrorgruppen haben diesen Krieg erst für ihre Zwecke genutzt, als dieser längst lief.
      Wie auch immer, wenn Trump Daesh wirklich ernsthaft bekämpfen will, sollte er sich nicht auf Leute wie Bannon verlassen. Seine propagierten Vorurteile, Ressentiments und vermeintlichen einfachen Lösungen werden da nicht helfen – im Gegenteil.

      Ja, Obama war außenpolitisch nur in wenigen Dingen erfolgreich und er hat viele schreckliche Fehler gemacht. Aber innenpolitisch hat er einiges erreicht, obwohl er acht Jahre lang von den Republikanern blockiert wurde. Und das letzten Endes nur, weil er für diese die ‚falsche‘ Hautfarbe hatte. Auch damit haben sie sich diesen Präsident Trump quasi gezüchtet. Dabei hat Obama nicht zuletzt die Wirtschaft, die Bush als Scherbenhaufen hinterließ, wieder aufgepäppelt. Aber das wollen Trump und seine Leute gar nicht sehen, weil es nicht in ihr Bild passt. Obama hat Trump eine USA hinterlassen, die in weit besserem Zustand ist, als sie es bei Obama’s Amtsübernahme 2009 war. Denn unter Bush begann die Finanzkrise.
      Nun ja, bevor ich gar kein Ende mehr finde, höre ich jetzt mal auf. 😉
      Liebe Grüße, Marisa

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      1. Du bist ziemlich blind wenn es um Obama geht. Obamas Einreiseverbot hast du bei deiner Abneigung zu Trump sicher vergessen?! Ja, es ist so, niemand ist terroristischer als Amerika und niemand tötet mehr Menschen als Amerika.
        Der „Bürgerkrieg“ in Syrien ist ein Krieg der USA und der NATO gegen die Regierung für die das Volk bluten muss. Es ging dabei um einen Regime Change um eine amifreundliche Marionettenregierung ein zu setzen. Das Volk ist dabei nebensächlich. Und es wäre auch nicht das erste Mal, sondern die Amis haben das schon mal gemacht und einen Diktator in die Regierung gesetzt. Er konnte sich nicht lange halten, aber er hat getan was er konnte um US- Interessen um zu vertreten. Es geht diesmal um nichts anderes. 2013 hat Obama selbst zugegeben das die Special forces Rebellen trainiert. Auch die Finanzierung und Ausstattung läuft seither.
        Obama hat die Staatsschulden verdoppelt, hat bei seinem Gesundheitssystem jene übersehen, die es am dringensten bräuchten, hat den Mittelstand ruiniert. Er hat sich eingebildet das er mit der IS Assad zum Rücktritt zwingen und dann die Ölfelder übernehmen kann und dafür hat er die Staatschulden knapp an die 20 Billionen-Grenze gerückt. Das darf jetzt Trump ausbügeln und der hat im Gegensatz zu Obama erkannt dass Regime Change nicht mehr leistbar sind für einen Pleite-Staat. Auch wenn ich Trump nicht sehr sympathisch finde, muss ich zugeben, das Sympathie in der Politik keine Leben rettet,-sondern wie man am Beispiel Obama sieht- sehr viele Leben kostet.

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  2. Okay, dann bin ich eben blind, wenn ich die Amtszeit nicht als komplett schwarz bewerte, sondern als grau. Denn für mich ist sie weder schwarz noch weiß. Es war eine äußerst durchwachsene Amtszeit gegen große Widerstände. Wäre es dabei vorrangig um politische Aspekte gegangen – gut. Wenn es aber vor allem darum geht, jemanden von Anfang an wegen der Hautfarbe abzulehnen (was nicht wenige Republikaner genau so dargestellt haben), dann lehne ich das ab.
    Nein, ich habe nur nicht jeden einzelnen Punkt, den ich an Obamas Amtszeit kritisiert habe, geschrieben. Das gen. Einreiseverbot gehört ebenso dazu wie bspw. die Flüchtlingspolitik von Obama. Die USA hätte da schon lange viel mehr tun können, zumal sie für zahlreichen Fluchtursachen (mit-) verantwortlich ist.
    Letztlich hat Obama leider größtenteils die Politik seiner Vorgänger – insb. Bush jun. – weiter betrieben.
    Die USA hat seit Ewigkeiten ein riesiges Haushaltsdefizit, die Menschen haben ihre Jobs wegen der immer weiter fortschreitende Automatisierung verloren (was nicht erst durch Obama passierte), dennoch hat Obama nach Bush sehr wohl Arbeitsplätze geschaffen. All die Probleme, die es in den USA gibt, kann nicht ein Präsident in acht Jahren beheben.
    Aber diese Probleme werden nicht durch einen Narzissten behoben, der einfach nur DIE Macht will, der rumprotzen, aber nicht differenzieren kann, der alles, was in den USA schiefläuft, wahlweise den Migranten, Obama, der „Elite“, den Medien oder den US-Staatsbürgern mit afro- oder lateinamerik. Wurzeln zuschiebt. So einfach ist es halt nicht. Und überhaupt, er redet immer – wie alle Rechtspopulisten – von den Eliten/dem Establishment. Dabei gehört gerade Trump doch zu diesem Establishment. Jemand, dem von seinem Vater eingebläut bekam, dass ein Trump die besten Gene der Welt besitzt und niemand besser ist, kann nicht in der Lage sein, die Probleme „normaler“ Menschen zu verstehen. Trump nennt die falschen Ursachen und Lösungen für existierende, brennende Probleme. Wenn er all das tut, was er gesagt hat, und für alles Zustimmung des Kongresses bekommt, wird das Haushaltsdefizit so hoch wie noch niemals zuvor.
    Und es geht auch nicht um Sympathie, es geht darum, dass Trump, wenn er so weitermacht wo bisher und nicht gestoppt wird, eine Bedrohung nicht nur für die USA darstellen wird. Abschottung, Nationalismus, Protektionismus etc. hat noch nie zu etwas Gutem geführt – erst recht nicht langfristig. Das, was Trump tut – und andere Rechtspopulisten tun -, ist gefährliche Symbolpolitik, die kein einziges Problem ernsthaft beseitigen wird.
    Davon abgesehen scheint Trump ja auch bei seinem Einreiseverbot eigene Interessen zu schützen. Ginge es ihm nämlich um Terrorismus, hätten andere Länder auf dieser Liste stehen müssen. Allerdings hat er in einigen dieser Länder eigene finanzielle/wirtschaftliche Interessen. Da kommt Terrorismus mit der Wichtigkeit offenbar erst danach.

    Wie schonmal geschrieben, er hat sich das reichste Kabinett zusammengeschustert, das es jemals gab. Jaaa sicher, solche Leute verstehen die Probleme derjenigen, die wenig bis nichts haben. Trump macht außerdem bisher nur „Politik“ für seine Anhänger, doch das US-amerik. Volk besteht aus mehr als seinen Anhängern. So handelt kein Präsident, wenn er beweisen will, dass er Präsident für alle Amerikaner ist.
    Wer einen lupenreinen Rassisten zum Chefberater macht, will kein geeintes Volk. Und Bannon ist ein Rassist – antisemitisch, islamophob, xenophob, nationalistisch und von der Überlegenheit der „weißen Rasse“ überzeugt. Da läuft es mir kalt den Rücken runter. Wenn ich solche Leute reden hören, schäme ich mich fast dafür, selber „weiß“ zu sein. Ich habe diese Ideologien immer abgelehnt, weil ich weiß, dass sie falsch sind, einfach nur Hass und Zwietracht säen und salonfähig machen will und nichts als falsche Ressentiments verbreiten. Es ist einfach vollkommen daneben, Migration für soziale Probleme verantwortlich zu machen oder Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen, weil ein Großteil der Flüchtlinge Muslime sind. Denn das sind alles vorgeschobene Ursachen, um den wirklichen Tatsachen nicht ins Auge sehen zu müssen, denen viel kompliziertere Ursachen zugrundeliegen. Ohne Differenzierung geht es nicht. Ist halt meine Meinung. Nicht mehr und nicht weniger. Und um diese zu äußern, habe ich unter anderem diesen Blog angefangen. Wie erwähnt, es geht nicht um Sympathie, es geht darum, dass das, was Rechtspopulisten propagieren, für mich (und für unzählig viele andere) nicht logisch ist.
    LG

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