Mal kurz zu einigen Reaktionen zum neuen Bundespräsidenten


Heute wurde also Dr. Frank-Walter Steinmeier mit 931 Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt.
Dazu natürlich Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für das Amt des Bundespräsidenten.
Ich persönlich finde, es hätte schlimmer kommen können.
Das heißt freilich nicht, dass es keine Punkte gibt, die zu kritisieren sind; so z. B. die Tatsache, dass Steinmeier sehr stark für ein inhumanes System namens Hartz IV verantwortlich ist. Nicht weniger schlimm finde ich Steinmeiers Umgang mit Murat Kurnaz – eine absolut unmögliche Entscheidung, die er da getroffen hat.
Ihm jedoch die Wahlniederlage im Jahr 2009 vorzuhalten, wie ich es heute mal auf Twitter gesehen habe, finde ich ehrlich gesagt lächerlich.
Noch lächerlicher finde ich jedoch, wenn (hauptsächlich) AfD-Sympathisanten Steinmeier die Hassprediger-Äußerung vorwerfen.
Dazu habe ich einige Tweets dazu zusammengestellt:

Tweets Steinmeier

1.) «…dem deutschen Volke Schaden zugefügt.» Weil er Trump einen Hassprediger genannt hat?! Äh, Entschuldigung, Trump ist ein Hassprediger! Davon abgesehen gibt es sehr viele Menschen, die diese klaren Worte geschätzt haben. Und auch diese Menschen sind „das deutsche Volk“ – ob es Trump/AfD-Sympathisanten nun passt oder nicht!

2.) Es ist mir absolut suspekt, dass Leute, die solche Tweets verfassen, offenbar grundsätzlich vergessen, dass „das Volk“ nicht eine homogene Masse ist. Das Volk ist die Gesamtheit der Menschen eines Staates. Im Falle der USA sind das auf der einen Seite diejenigen, die Trump gewählt haben -ja.
Auf der anderen Seite gehören aber auch diejenigen zum Volk, die eben nicht Trump gewählt haben! Die Hillary Clinton gewählt haben – wenn auch nur, um Trump zu verhindern -, oder ihre Stimme einem der Kandidaten der kleinen Parteien gegeben haben. Sie alle sind das Volk!
Doch denen, die sich von den sog. Rechtspopulisten haben manipulieren lassen, geht es darum, weiter zu spalten, indem sie nur sich und ihresgleichen als das „wahre Volk“ sehen. Denn genau das vermitteln die rechten Schreihälse unermüdlich. So nach dem Motto: “Wir sind das Volk und die anderen sind Volksverräter.”
Genau das impliziert bspw. der Pegida-Ruf!
Als «Wir sind das Volk!» in der ehemaligen DDR ertönte, handelte es sich wirklich um einen großen Teil des Volkes.
Doch die, die jetzt diesen geschichtsträchtigen Satz okkupiert haben, sind eine Minderheit. Eine Minderheit, die versucht, sich durch diesen Spruch zu legitimieren. Doch auch, wenn sie noch so laut brüllen und im Internet ihre Follower manipulieren, sind sie nicht die Mehrheit des deutschen Volkes. Nein, die Mehrheit sind diejenigen, die sich auf welche Weise auch immer gegen diese selbsternannten, vermeintlichen Patrioten positionieren und auch diejenigen, die (noch) schweigen. Dasselbe gilt für die USA.
Zumal Trump nur deshalb Präsident geworden ist, weil ihm das Wahlsystem in die Hände gespielt hat. Trump hat nur die Mehrheit der Wahlmänner gewonnen, nicht jedoch den Popular Vote. Da können Trump und seine Leute noch so oft mit ihren Wahlbetrugs-Anschuldigungen kommen. Der Witz an diesen Vorwürfen ist ja, dass, wenn es Unstimmigkeiten bei Wahlen gab, davon immer die Republikaner profitiert haben. Aber das nur nebenbei. Sicher, in den USA haben sie eben dieses Wahlsystem, aber Fakt ist auch: Letztlich haben mehr Menschen gegen Trump gestimmt. Das heißt, man kann auch da nicht von „dem Volk“ sprechen.
Ach, und bevor ich es vergesse: Als Steinmeier das gesagt hat, war Trump noch nicht gewählt. Soweit ich das in Erinnerung habe, war das vor der Wahl.

3.) Ja, und das hat ihm bei mir einige Sympathiepunkte gebracht. Immerhin hat Steinmeier einmal kurz sein Diplomatensprech abgelegt und klare Worte zu jemandem gefunden, der die Spaltung der US-Gesellschaft noch vertieft. Genau das braucht es manchmal.
Überhaupt: Wer nicht „Hassprediger“ genannt werden will, soll sich auch nicht wie ein Hassprediger verhalten. Trump verhält sich jedoch immer noch so.

4.) Auch ohne die Wahrheit über Trump geäußert zu haben, kann jeder, der halbwegs logisch denken kann, davon ausgehen, dass die Zusammenarbeit mit den USA unter Trump nicht einfach wird. Das hat schon damit zu tun, dass Trump überhaupt keine Ahnung von geopolitischen Zusammenhängen und anderen politischen Dingen hat.

5.) Ähm ja, was hier genau gemeint ist, weiß der/die Verfasser/in wohl nur selbst. Aber ich fand den Tweet so dämlich, dass ich nicht widerstehen konnte, ihn hier reinzunehmen. 😊

Tweets Pro- und Anti-Trump

Auch hier ging es um die Hassprediger-Äußerung; Ausgangspunkt der „Diskussion“ war ein Tweet von „Berlin direkt“.
Der oberste Tweet ist es eigentlich nicht wert, überhaupt kommentiert zu werden. Nur soviel: Dass die vermeintliche «Medienhetze gegen Trump aufgedeckt» wurde, ist auch nur die Meinung des Tweet-Verfassers.

Zu den weiteren Tweets: Komisch, dass Trump-Gegnern immer vorgeworfen wird, sie würden nur das nachplappern, was die ‚böse Lügenpresse‘ schreibt. Klar, wer gegen Trump ist, ist ja auch nicht in der Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden… Das ist jämmerlich. Denn es gibt kaum etwas Normaleres, als gegen Trump und sein Gehabe zu sein. Aber leider scheinen manche Leute es auch noch toll zu finden, wenn jemand lügt wie gedruckt, Minderheiten beleidigt und diskriminiert sowie nichts weiter als ein Blender ist. Aber nur, weil manche einen solchen Hassprediger toll finden, heißt das nicht, dass auch alle anderen ihre moralischen Werte oder Grundsätze über Bord schmeißen müssen.
Denn es gibt die Möglichkeit, sich Trump’s Reden ungeschnitten und unkommentiert anzuschauen, um sich seine eigene Meinung zu bilden. Und wer auch nur ein bisschen Anstand hat, kann das, was Trump von sich gibt – und jetzt tun will – nur verurteilen.
Zitieren? Ernsthaft?! Was soll man dazu noch sagen, außer vielleicht die Frage: Irgendetwas mitbekommen in den letzten Monaten? Immerhin sprechen auch Trump’s bisherige Taten Bände – ebenso wie sein gesamtes Verhalten als Präsident. Ich wüsste nicht, dass es schon einmal einen Präsidenten gab, der wirklich kein Stück in der Lage ist, sich dem Amt angemessen zu verhalten. Trump kann einfach nur diese eine Rolle: Der polternde, pöbelnde Hochstapler, der so viel lügt, dass er wahrscheinlich selbst nicht mehr weiß, was wahr und was gelogen ist. Da bin ich ehrlich gesagt froh, dass „unser“ neuer Präsident ein erfahrener Diplomat ist.
Bevor ich nun zum Schluss komme, noch einige Sätze zu der Kritik an der Wahl selbst. Hätte der Bundespräsident mehr Macht, wäre ich ebenfalls für eine Direktwahl. Realität ist aber, dass der Bundespräsident hauptsächlich die Bundesrepublik Deutschland repräsentiert.
Insofern denke ich, dass es wichtigeres gäbe, als die Direktwahl des Bundespräsidenten. Zumal es schon interessant ist, dass diese Kritik besonders stark aus dem Lager der AfD-Wähler kommt. Glauben die ernsthaft, deren Kandidat hätte bei einer Direktwahl eine Chance gehabt?! Naja, so realitätsverweigernd wie die sind, wäre ihnen das auch noch zuzutrauen…
Insgesamt gibt es Schlimmeres als einen Konsenskandidaten, der offenbar in der Bevölkerung auch noch ziemlich beliebt ist. Außerdem müssten auch bei einer Direktwahl erstmal Kandidaten auserkoren werden. Und gewisse Leute reden ja so oder so von „Hinterzimmerdeals“, ob es nun um die Wahl des Bundespräsidenten oder um das Aufstellen von Kanzlerkandidaten geht. Denen kann man es eh nicht recht machen, die würden auch noch etwas zu meckern finden, wenn die Regierung noch mehr vor dieser lauten Minderheit einknicken würde. Die Politik sollte sich besser mal auf die konzentrieren, die nicht laut herumschreien und nicht aus Prinzip gegen alles sind. Das wäre wohl die beste Methode gegen diese sog. Rechtspopulisten, die nichts weiter sind als selbsternannte Politiker mit rechter Gesinnung. Ewiggestrige, die nie verstehen werden, was die Vorteile an der heutigen Zeit sind. Sicher gibt es auch negative Aspekte, aber die ändert man nicht, indem man in die vermeintlich „gute alte Zeit“ zurückwill, die es so nie gab. Nein, früher war nicht alles besser.
So, bevor ich nun noch weiter vom Thema abkomme, beende ich diesen Eintrag nun mal. 😉

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