Ein Monat US-Präsident Trump – Teil 2


Mit etwas Verspätung wegen meiner Erkältung, die mich die letzten Tage etwas außer Gefecht gesetzt hat, geht’s nun mit Teil 2 weiter…😊😉

Bereits Trump’s erster Monat als Präsident der Vereinigten Staaten hat viele Befürchtungen bestätigt. Wie ich im ersten Teil schon schrieb, viele gingen davon aus, Trump werde sich als Präsident anders verhalten. Ich habe das ehrlich gesagt von Anfang an anders gesehen, denn nachdem ich Trump’s Wahlkampf erlebt habe, war für mich klar: Dieser Mann ist nicht in der Lage, sich anders zu verhalten.
Meiner Meinung nach hat er sein Leben lang die „Rolle“ eines egozentrischen, prahlerischen, narzisstischen und pöbelnden Geschäftsmannes ausgefüllt. Von der Darstellung als (selbsternannter) „Frauenheld“ ganz zu schweigen.
Niederlagen erträgt er nicht, weshalb er diese umdeutet. So hat er bspw. versucht, seine Insolvenzen als Erfolge dargestellt (was ihm seine Anhänger allen Ernstes abnehmen), sogar verlorene Prozesse hat er schon als Siege bezeichnet.
Wenn das nicht funktioniert, inszeniert er sich als Opfer seiner Gegner.
Man könnte also fast meinen, die heutigen sog. Rechtspopulisten haben diese „Taktik“ übernommen. Immerhin ist es, wie auch der Hang zu oftmals mehr als dreisten Lügen, eine der Gemeinsamkeiten zwischen den diversen rechten Gruppierungen und Parteien.
Schon im Wahlkampf hat Trump sich immer wieder als Opfer des „Establishments“ und der Medien inszeniert, in seinen Wahlkampfauftritten genauso wie auf Twitter.
Nun als Präsident tut er es weiterhin – auf Twitter, auf Pressekonferenzen, Auftritten und über seine Mitarbeiter.
Bis zu seiner Wahl war es vor allem lächerlich, dass sich ein zum Establishment gehörender Milliardär (glaubt man Trump’s Angaben), der immer jemanden findet, den er beleidigen kann, ständig als Opfer darstellt. Doch nun ist Trump der Präsident der USA und seine Opfer-Inszenierung könnte Folgen haben, die angesichts Trump’s Unberechenbarkeit unkalkulierbar sind. Es sind nicht nur seine Anhänger, die weiter fest zu ihrem vermeintlichen Heilsbringer halten und ihn für absolut glaubwürdig halten. Sicher gibt es auch Menschen, die Trump zwar gewählt haben, ihm nach eigener Aussage aber dennoch nicht trauen, viele jedoch vertrauen ihm offenbar blind.
Geht es in dem Maße wie bisher weiter, wird die Spaltung des amerikanischen Volk noch größer. Und genau das könnte früher oder später zu echten Schwierigkeiten führen, die eigentlich niemand wollen kann. Immerhin haben die Trumpisten Trump ihre Stimme gegeben, damit er «Amerika wieder groß macht». Wenn man nun einmal davon absieht, dass es im 21. Jahrhundert nicht möglich sein wird, mit Trump’s Hirngespinsten die Wirtschaft anzukurbeln und sonstige Probleme zu lösen, ist auch eine tiefe Spaltung der Gesellschaft ein Hindernis für mehr Wohlstand. So wird es bspw. weniger Investitionen geben, wenn es zu viele Unsicherheiten in einem Land gibt. Oder nehmen wir die Ankündigung Trumps, „Illegale“ verstärkt abzuschieben. Ja, offiziell ist die Rede davon, dass es vorrangig um Kriminelle geht, doch wie ich in Teil 1 schon schrieb, wurden auch schon Menschen abgeschoben, die keineswegs kriminell sind. Ihr einziges Vergehen war die illegale Einreise in die USA. Werden also vermehrt auch nicht straffällig gewordene „Illegale“ angeschoben, wird darunter definitiv die amerikanische Wirtschaft leiden. Denn es sind die „Illegalen“, die die miesesten Jobs machen – die Jobs, die kaum ein Amerikaner annehmen würde. Überhaupt würde die amerikanische Wirtschaft ohne Migranten schlecht aussehen:
Allein die Steuern, die wegfallen würden, würden ein riesiges Loch in den US-Haushalt hinterlassen. Zumal Trump durch seine ‚leicht‘ kuriosen Pläne für eins Steuerreform ohnehin schon den Haushalt extrem belasten wird.
Ohne Migranten jedoch würden noch mehr Steuern wegfallen – denn im Gegensatz zu Trump zahlen sie ihre Steuern – und die Amerikaner hätten niemanden mehr, der ihren Dreck wegräumt (überspitzt formuliert).
Letztlich würde es wohl nicht allzu lange dauern, bis die Trump-Anhänger merken, dass Trump’s Pläne doch nicht so «great» sind.
Allerdings steht, wenn Trump weitermacht wie bisher, viel mehr als eine funktionierende Wirtschaft auf dem Spiel.
Dadurch, dass Trump ständig, mehr oder minder unterschwellig, noch mehr Hass auf den politischen Gegner, die Medien und Nicht-Amerikaner sät, könnte die Situation irgendwann eskalieren. (1) Es ist erschreckend, wie oft ich in der letzten Zeit Kommentare von Amerikaner/innen gelesen habe, die gar gewaltsame Konflikte bis hin zum Bürgerkrieg fürchten.
Deshalb ist es eigentlich unabdingbar, dass Trump gestoppt werden muss. Er wird mit seinem bisherigen Verhalten die USA ins Chaos stürzen, möglicherweise sogar die gesamte Welt, aber zumindest bestimmte Gebiete der Welt.
Ein Beispiel wäre schon allein seine seltsamen Äußerungen zum Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern oder besser zwischen den beiden Regierungen. Würde Trump bspw. wirklich die US-Botschaft nach Jerusalem verlegen – eine neue Intifada wäre unausweichlich. Und darunter würden Israelis und Palästinenser gleichermaßen zu leiden haben. Auch die Haltung zur Zweistaatenlösung ist äußerst beunruhigend. Denn anders wäre Frieden nicht möglich – jedenfalls ist das meine Sichtweise dazu.
Sein Schwiegersohn Kushner, der Trump offenbar in diesen Fragen berät, hat ein großes Manko: Er scheint nicht die geringste Ahnung zu haben, wie die Situation der Palästinenser wirklich ist. Wie sie leben und wie die Zivilisten unter dem Konflikt leiden. Unter diesen Umständen ist eine neutrale Beratung so gut wie ausgeschlossen. Doch genau die wäre notwendig, um endlich weiterzukommen.

Es sollte eigentlich nur eine Einleitung werden, doch nun habe ich viel mehr geschrieben als ich eigentlich geplant hatte. 😌😉
Deshalb jetzt mal zu dem, was ich in diesem zweiten Teil eigentlich vorhatte – eine Zusammenstellung einiger Trump-Tweets, die neben seiner Darstellung als Opfer auch die üblichen Anschuldigungen und Beleidigungen enthalten. Die Entscheidung war nicht einfach, deshalb sind es einige mehr geworden als geplant.

Trump-Tweets Opferinszenierung 1

1.) Die New York Times – einer seiner Lieblingsfeinde. Immer wieder lässt er sich über die NYT aus, als gäbe es nichts wichtigeres. Hier beschwert er sich wieder einmal darüber, dass die Times ihn angeblich schlecht und falsch dargestellt hat. Damit ist automatisch für ihn klar: «Fake News». Zudem äußert er mal wieder die übliche Lüge, dass die Times Probleme habe.
Die Wahrheit jedoch ist, dass die NYT seit Trump’s Wahlsieg unzählige neue Leser bekommen hat. Auch die Abonnements steigen immer weiter. Aber das passt natürlich nicht in Trump’s zusammengebastelte Realität.

2.) Einer der Tweets, in denen er gegen den/die Richter geätzt hat, nachdem sein Einreisestopp für Muslime aus sieben Ländern von einem Bundesrichter gestoppt wurde und im weiteren Verlauf auch vor dem Berufungsgericht scheiterte. Hier ruft er seine Anhänger allen Ernstes auf, dem Bundesrichter aus Seattle die Schuld zu geben, SOLLTE etwas passieren. Eigentlich ist dieser Tweet nur ein weiterer Beleg dafür, dass Trump für das Präsidentenamt nicht geeignet ist, doch dieser Tweet war ein neuer Tiefpunkt. Denn wenn ein Präsident sich derart äußert, lässt die Befürchtungen, dass Trump die Gewaltenteilung nicht respektiert, ins Unermessliche steigen. Durch ein solches Verhalten kann eine Verfassungskrise ausgelöst werden.
Und wie ich schonmal in einem anderen Blog-Eintrag schrieb, drängt sich oftmals der Eindruck auf, dass Trump eine Verfassungskrise auslösen will. Zumal er, wie es aussieht, alles dafür tut, um bei seinen Anhängern das Misstrauen in die Institutionen noch großer zu machen. Das sind keine guten Aussichten.

3.) Das Übliche halt, wenn es um die NYT geht. Da diese noch öfter vorkommt, kommentiere ich diesen Tweet mal nicht weiter.

4.) und 5.) Die meisten Umfragen sind nicht gerade schmeichelhaft für Trump – was natürlich nicht wirklich ein Wunder ist. Doch Trump flüchtet sich lieber in seine Trump-Welt-Blase, stuft schlechte Umfragewerte kurzerhand als «Fake News» ein. Davon abgesehen, dass er es schlichtweg nicht ertragen kann, schlecht dazustehen, muss er selbstredend seinen Anhängern einbläuen, dass nur die Umfragen „richtig“ sind, die ihn (halbwegs) gut dastehen lassen. Eigentlich ist es einfach nur lächerlich, dass der Mann, der an der Spitze der letzten verbliebenden Weltmacht steht, so etwas überhaupt nötig hat. Da überrascht es kaum, dass sehr viele Menschen Trump für einen egozentrischen, prahlerischen Narzissten halten.

Trump-Tweets Opferinszenierung 2

1.) und 2.) Die zahlreichen Leaks scheinen Trump sehr zu ärgern. Denn es gibt einige Tweets, in denen er sich über diese Thematik auslässt. Hier nimmt er wieder mal die New York Times auf’s Korn und verlangt – wie so oft – eine Entschuldigung. Aber wofür? So weit ich weiß, hat die New York Times nicht geschrieben, dass es vorher keine Probleme mit Leaks in D.C. gab. Was sie dagegen geschrieben hatte, war, dass das Ausmaß der Leaks unter Trump außergewöhnlich ist. Und das ist es nun einmal – besonders zu einem so frühen Zeitpunkt der Präsidentschaft. Doch solche Kleinigkeiten zählen für Trump nicht. Hauptsache, er kann so tun, als sei alles wie immer. Dabei ist es mehr als offensichtlich, dass es das nicht ist.
Zudem zeigt er im zweiten Tweet wieder einmal seine Haltung. Denn ohne zu wissen, wer hinter diesen Leaks steckt, bezeichnet er sie als «low-life leakers». Woher will er denn wissen, ob diejenigen, die Informationen an die Öffentlichkeit bringen, zwielichtig sind? Eben, er kann es nicht.

3.) Wieder ein typischer Trump’scher Widerspruch: Auf der einen Seite regt er sich über Leaks auf, auf der anderen Seite jedoch bezeichnet er die Berichte darüber als erfunden. Dass das nicht zusammenpasst, ist ihm entweder nicht bewusst oder es ist ihm einfach egal. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem…

4.) Auch die Demokraten haben laut Trump eine Geschichte erfunden, um ihre Wahlniederlage zu begründen. Aha. Dabei gab es diese Vorwürfe schon lange vor der Wahl. Da verbreitete Trump meist noch, dass diese Berichte nur zum Zweck hätten, ihn zu diskreditieren und ihm den Wahlsieg zu nehmen. Und überhaupt, er hatte kein Problem damit, als mitten im Wahl-Endspurt FBI-Chef Comey neue Ermittlungen in Hillary Clinton’s E-Mail-Fall ankündigte. Im Gegenteil, das hat er lautstark begrüßt. Insofern ist dieser Tweet ’nur‘ ein weiteres Beispiel für Trump’s Doppelbödigkeit.

Eine zusätzliche Peinlichkeit ist, dass er nochmal extra die „306“ erwähnt, also die Anzahl der Wahlmänner, die Trump bei der Wahl erreicht hat.
Zumal er ja sogar damit prahlt, dass seit Reagan kein US-Präsident „so viele“ Wahlmänner hatte.
Was ganz leicht zu widerlegen ist, denn das Betätigen einer Suchmaschine reicht aus.
Bis auf Bush jun. hatten alle Präsidenten, die nach Reagan kamen, mehr Wahlmänner als Trump:

Bush sen.: 1988 ➡ 426
Clinton: 1992 ➡ 370
1996 ➡ 379
Bush jun.: 2000 ➡ 271
2004 ➡ 286
Obama: 2008 ➡ 365
2012 ➡ 332

Doch was Trump nicht sehen will, sieht er auch nicht. Alles, was für ihn zählt, ist seine eigene Realität.

5.) Hier bezichtigt Trump Wieder einmal Geheimdienste, als geheim eingestuftes Material an die Medien zu geben. Das hatte er schon, als über das Trump-Russland-Dossier berichtet wurde. Dass er das über Twitter tut, zeigt ein weiteres Mal, dass er Twitter vor allem aus einem Grund nutzt: Um seine Anhänger weiter zu manipulieren und aufzustacheln. Die unkalkulierbaren Folgen interessieren ihn nicht, da er offenbar denkt, dass er sowieso alles im Griff hat. In Wirklichkeit hat er gar nichts im Griff. Es mag ja sein, dass er die Angestellten in seinem Firmenimperium im Griff hat(te), doch die USA zu „führen“ ist etwas ganz anderes. Ein Großkotz wie Trump will das aber natürlich nicht wahrhaben.

Trump-Tweets Opferinszenierung 3

1.) Es ist ein Tweet, der gleich mehreres enthält, was von Trump zu erwarten ist:
▫ Lüge ➡ Trump hat sehr wohl geschäftliche Interessen in Russland. (2) Das ist nicht einmal mehr ein Geheimnis. Er hat schon so einige «Deals» in Russland getätigt. Von der Sache mit seinem Wahlkampfmanager Manafort mal ganz abgesehen – hier gibt es noch viele Fragezeichen.
Besonders jetzt, wo man in Trump’s Zirkel offenbar einen neuen „Friedensplan“ anstrebt (3), der ohne Zweifel vor allem den Interessen Putins gerecht würde.

▫ Beleidigungen und Verdrehen der Realität ➡ Zunächst einmal erscheint es nahezu lächerlich, dass ausgerechnet von «hatern» spricht. Doch er will damit seinen Kritikern weiter die Legitimität absprechen. Denn indem er seine Kritiker einfach als «hater» hinstellt, kann er seinen Anhängern deutlich machen, dass diejenigen ihn nicht aus inhaltlichen Gründen kritisieren, sondern, weil sie ihn hassen. Und das sagt ausgerechnet einer, der mit dem Säen von Hass und Zwietracht Präsident der USA wurde!
Dasselbe gilt für den Seitenhieb gegen Obama und den Iran. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie er in diesem Zusammenhang auf den Atomdeal mit dem Iran gekommen ist. Immerhin ist es schon ein ziemlicher Unterschied, ob jemand zusammen mit vielen anderen Staaten ein Abkommen aushandelt, dass ein wichtiger Schritt für den Weltfrieden ist oder ob
durch undurchsichtige Russland-Connections die nationale Sicherheit des eigenen Landes gefährdet.
Zumal Trump nun einmal auch noch der Präsident dieses Landes ist.
Da sollte die nationale Sicherheit generell vor persönlichen Interessen stehen. Doch nationale Sicherheit scheint Trump nur zu interessieren, wenn man sie irgendwie mit seinen irrsinnigen Wahlversprechen in Verbindung bringen kann.

2.) Sorry, Trump, aber die Demokraten machen nur ihre Arbeit. Es ist nicht Aufgabe des Senats, die Kandidaten einfach durchzuwinken. Nein, die Aufgabe der Senatoren ist, die Kandidaten zu prüfen und zu befragen, um sicherzustellen, dass sie den amerikanischen Interessen nicht schaden. Aber es ist natürlich klar, dass das ein Trump nicht versteht.
Und selbst wenn die Demokraten in irgendeiner Weise blockieren würden, wäre das nach acht Jahren Blockadepolitik der Republikaner kaum verwunderlich. Denn es waren die Republikaner, die es von Obama’s Inauguration im Jahr 2009 an jede konstruktive Zusammenarbeit abgelehnt haben. Und das zu einem großen Teil wegen seiner Hautfarbe.
Trotz dieser teils heftigen Widerstände hat Obama einiges geschafft, wenn auch vieles, was er im Wahlkampf wollte, nicht zu realisieren war. Aber zählt halt alles nicht bei Trump. Denn seine Anhänger halten nicht viel von wahren Fakten.

3.) Ach ja, seine arme, kleine Ivanka. Ethikregeln gelten für einen Trump nicht, ebensowenig scheinen seine Mitarbeiter etwas von Ethikregeln zu halten. Denn nach diesem Tweet, den Trump auch auf seinem offiziellen Präsidentenkonto retweetet hat und der viel Kritik ausgelöst hat, setzte seine Beraterin Conway noch einen drauf, indem sie Werbung für Ivanka Trump’s Modelinie machte.
Dazu hatte ich ja auch in Teil 1 schon etwas geschrieben, daher ist es, denke ich, unnötig das hier noch einmal zu vertiefen.

4.) und 5.) Unverschämter geht es kaum. Da wirft Trump ernsthaft Sen. Blumenthal vor, dass dieser nicht in Vietnam gekämpft hat?! Ausgerechnet er, der sich vor dem Kriegsdienst in Vietnam gedrückt hat, weil er einen Fersensporn hatte? Es ist einfach armselig.
Ich meine, es ist an sich alles andere als verwerflich, einen Kriegseinsatz abzulehnen – im Gegenteil -, aber dann sollte man das nicht anderen vorwerfen. Das ist einfach nur heuchlerisch. Dasselbe gilt für seine Sprüche gegen McCain, dem er den Kriegshelden-Status absprach, weil er in Gefangenschaft geriet ind gefoltert wurde – während Trump sich ein schönes Leben machte, zumal der Fersensporn offenbar sehr plötzlich und spontan verschwand. Unabhängig davon, dass ich den Vietnamkrieg für einen der schrecklichsten Kriege der Amis halte, ist ein solches Verhalten einfach nur ein Zeichen für totale Charakterschwäche.

Trump-Tweets Opferinszenierung 4

1.) Nochmal Ivanka. Wie sehr viele andere Leute frage ich mich, inwiefern die Medien Ivanka Trump missbraucht haben. Weil sie darüber berichtet haben, dass Nordstrom ihre Kollektion aus dem Sortiment genommen hat? Und dass sie auch berichten, dass Nordstrom nicht die einzige Kaufhauskette geblieben ist, die „Ivanka-Trump“-Artikel aus dem Sortiment genommen haben? (4)
«Missbrauch» ist für mich jedenfalls etwas anderes. Ansonsten hatte ich dieses Thema ja schon in Teil 1.

2.) Ich hätte mal anfangen sollen, zu zählen, wie oft Trump allein auf Twitter von «Fake News» spricht…😵😃
Ansonsten ist dieser Tweet ein weiteres Beispiel dafür, wie Trump sich die Realität schönredet:
Denn es waren sehr viele Leute in Florida, allerdings waren an dem Wochenende unzählige Trump-Gegner an dem Ort, um gegen ihn zu protestieren. Offenbar nimmt Trump’s Problem mit der Realitätswahrnehmung immer weiter zu, je länger er Präsident ist.

3.) Tja, woran mag das wohl liegen?! Wer wie Trump das Land und damit die Regierung wie seine Firmen führt, muss sich nun wirklich nicht wundern, dass so etwas passiert. Er schafft Konkurrenz zwischen den Mitarbeitern, was in der Konsequenz bedeutet, dass früher oder später zu Machtkämpfen kommt. Bei einem Team, wie Trump es zusammengestellt hat, ist das eher früher der Fall – wie man sieht. Dazu kommt sein Unvermögen, sich versöhnlicher zu verhalten, um das tief gespaltene Land wieder zu einen.
Zudem gibt es offenbar zahlreiche Mitarbeiter, die äußerst besorgt über die Entwicklungen unter Trump sind und deshalb einfach etwas tun wollen. Schließlich geht es um die Zukunft eines Landes, das auch für die Welt eine wichtige Rolle spielt. Und das ist absolut nachvollziehbar.
Letztlich sind diese Menschen die eigentlichen Patrioten – nicht diejenigen, die mit nationalen Egoismen das Land zurückwerfen wollen.

4.) So etwas in der Art gab es ja schon weiter oben, deshalb kommentiere ich diesen Tweet jetzt nicht weiter.

5.) Wäre es nicht der US-Präsident, der das schreibt, wäre es zum Schlapplachen. Ausgerechnet Trump, der Pöbler schlechthin, beschwert sich über «blinden Hass»?! Und als wäre das nicht genug, wirft er Medien auch noch «Verschwörungstheorien» vor. Schließlich war er es doch, der jahrelang an der Verschwörungstheorie festhielt, nach der Obama kein legitimer Präsident sei, da er nicht in den USA geboren sei. Auch dann noch, als Obama längst seine Geburtsurkunde veröffentlicht hatte.
Da stellt sich dann schon die Frage: Warum hielt er (genauso wie viele seiner Anhänger) überhaupt solange daran fest? Vielleicht, weil es für Trump und dessen Anhänger ein unerträglicher Gedanke ist, dass es einen schwarzen US-Präsidenten gab?! Weil sie der Meinung sind, dass jemand, der schwarz ist, kein „echter“ Amerikaner sein kann?!
Wie auch immer, der Grund dafür kann nur schlecht sein.
Gegen Ende des Wahlkampfes hat er die „Birther-Theory“ dann Clinton angehängt. Die Wahrheit ist, dass ein sog. Super-Pac, der Clinton 2008 im Vorwahlkampf unterstützte, diese Sache thematisiert hatte. Clinton selber hatte damit aber nichts zu tun.

Das „Sahnehäubchen“ des Tweets ist jedoch das Ende, als er CNN als «unwatchable» und Fox News bzw. die Sendung „Fox and Friends“ als «great» bezeichnete. Schon interessant, dass er als Präsident offenbar genug Zeit findet, um vor dem Fernseher zu sitzen. (5)

Trump-Tweets Opfer-Inszenierung 5

Da einiges schon so ähnlich in vorherigen Tweets vorkam, kommentiere ich hier nicht jeden einzelnen Tweet allzu ausführlich.

1.) Zu dem Vorwurf an Geheimdienste, als geheim eingestuftes Material nach außen zu tragen, hatte ich ja schon etwas geschrieben, deshalb nur soviel: Unamerikanisch ist das, was Trump tut.

2.) Jetzt war Obama also plötzlich «zu weich» gegenüber Russland.
Nun ja, dass dieser Mann oftmals ein Fähnchen im Wind zu sein scheint, ist nicht unbedingt etwas neues. Seltsam ist dennoch.
Auf der einen Seite gibt es fragwürdige Kontakte zwischen Trump-Leuten und Putin-Leuten, auf der anderen Seite fordert er die Krim zurück. Alles nur Taktik? Scheint so, angesichts der letzten Entwicklungen (s. Artikel unter (3)).

3.) Schwierig, Geheimdienste von Politik abzuschneiden. Wobei Trump natürlich etwas anderes meint. Dabei ist es Aufgabe von Geheimdiensten, sich mit fragwürdigen Vorgängen zu beschäftigen, die möglicherweise bspw. die nationale Sicherheit beeinträchtigen könnten. Und zwar auch, wenn es Regierungsmitglieder betrifft. Da kann Trump noch so irgendwelchen Berichten zustimmen.

4.) Wieder das Geheimdienst-Medien-Thema, weshalb ich direkt weitergehe zu

5.) Einer der übelsten Tweets, die er im ersten Monat als Präsident abgesetzt hat, denn es ist die Sprache von Diktatoren, die Medien als «Feinde des Volkes» zu bezeichnen. So wollen Diktatoren sich als die Einzigen, die die Wahrheit sprechen, darstellen. Dass das meist nicht lange gut geht, ist bekannt. Dazu muss man sich nur mal etwas näher mit Geschichte befassen.
Damit steht dieser Tweet in einer Reihe mit dem Tweet, mit dem er den Bundesrichter von Seattle als «sogenannten Richter» bezeichnete und dem Tweet, in dem Trump seine Anhänger dazu aufrief, dem Richter die Schuld zu geben, wenn etwas passieren sollte. Natürlich könnte man noch einige andere Tweets nennen, doch dann würde ich nie ein Ende finden…😉 Daher jetzt zu den fünf letzen Tweets:

Trump-Tweets Opfer-Inszenierung 6

1.) Klaaar, es war natürlich die beste Pressekonferenz, die es jemals gab. 😵 Nein! Es war die wirrste und kurioseste PK, die ich jemals gesehen habe!
Aber es ist selbstverständlich klar, dass Trump das anders sieht. Und sicher, seine Anhänger fanden die PK super. Insofern ist sein «many agree» nicht ganz falsch.
Allerdings ist es auch nicht richtig. Immerhin gibt es unzählige Menschen, die Trump mindestens skeptisch sehen. Selbst manche, die ihn gewählt haben, halten solche Trump-Auftritte für wenig hilfreich. Aber schon allein die Zahlen sind eindeutig. Den rd. 63 Millionen, die ihn gewählt haben, stehen allein schon die über 65 Millionen entgegen, die Clinton gewählt haben. Wenn man von der Gesamtbevölkerung ausgeht – rd. 322 Millionen Menschen – sind 63 Millionen Trump-Wähler nicht gerade die Mehrheit. Trump ist also ein Minderheitenpräsident. Aber das nur nebenbei.
Ansonsten hatte ich die PK ja schon in Teil 1 behandelt.

2.) In diesem Tweet ruft er die Menschen dazu auf, nicht den Medien zu glauben.
Das ist schon ein starkes Stück von jemandem, der sich „Präsident“ nennen darf. Immerhin hat er als Präsident eines demokratischen Staates damit klarzukommen, wenn die Medien sein Tun kritisch beobachten und, wenn nötig, auch kritisch zu berichten. Wenn Trump will, dass die Medien positiver über ihn berichten, soll er halt auch mal etwas tun, was man positiv bewerten kann. Bisher war da aber nichts – es sei denn, man ist Trump-Anhänger. Insofern machen die Medien nur ihre Arbeit. Nicht mehr und nicht weniger.
Außerdem ist es eine Lüge, dass er Chaos übernommen hat. Als Obama 2009 als Nachfolger von Bush jun. das Amt antrat, hatte er es mit einer schwierigeren Situation zu tun, als es Trump jetzt hat. Insb. hinsichtlich der Wirtschaft, denn 2008 war das Jahr, in dem die globale Finanzkrise begann. Obama übernahm in dieser Situation. Insofern hat Trump es weitaus weniger schwer als es Obama anfangs hatte.
Aber das ist halt etwas, was nicht in seine Weltsicht passt.
Natürlich ist auch klar, dass Obama, insb. was die Außenpolitik angeht, Fehler gemacht hat. Doch innenpolitisch hat er Trump nur die Probleme hinterlassen, die es schon seit vielen Jahren gibt. Durch Abschottung und Ignoranz werden diese aber kaum zu lösen sein.

3.) Wieder ein Tweet, bei dem man sich fragt, ob Trump auch mal nicht vorm Fernseher hockt. Aber vor allem stellt sich noch eine weitere Frage: Ist Trump nicht einmal in der Lage, Fernsehberichte richtig zu deuten? Zumal er als Präsident jede Möglichkeit hätte, um die vermeintlichen „Nachrichten“ zu überprüfen. Dass er es nicht tut, zeigt, dass es ihm egal ist, ob etwas wahr ist oder nicht. Hauptsache, er kann wieder Angst und Vorurteile schüren…

4.) Da versucht sich Trump also wieder mal an einem Witz. Immerhin ist er es doch, der der Bevölkerung mal eine Pause gönnen sollte. Keine sinnfreien Tweets, kein Verbreiten von Fake News, keine undifferenzierten Aussagen und vor allem keine undurchdachten Dekrete und Anordnungen mehr.
Das wäre die Pause, die die Menschen mal bräuchten. Leider ist sein Tweet natürlich kein Witz, sondern bitterer Ernst.
Ich fand die Reaktion des schwedischen Botschafters in den USA gut. (6)

5.) Ach ja, die Rally. 😵 Die Rally, die einen einzigen Grund hatte: Ablenkung von den Problemen in der Regierung. Was an diesem Tweet das Beste ist, ist der Satz «Big crowd expected!», wenn man bedenkt, dass das Trump-Team mit bestimmten Mitteln geworben hat. Da der Eintrag auf den ich mich hier beziehe, offenbar gelöscht wurde, habe ich nur noch einen Screenshot gefunden. (7)

So, das waren einige der verrücktesten – mir fällt gerade kein passenderes Wort ein 😉 – Tweets, die Trump als Präsident so von sich gegeben hat.
Ich könnte jetzt noch einiges hinzufügen, aber dann würde ich diesen Text nie beenden können… 😊 Daher mache ich nun einen Punkt. Denn der nächste Trump-Eintrag kommt bestimmt…😵😏

(1) https://www.splcenter.org/hatewatch/2017/02/06/league-south-announces-formation-%E2%80%98southern-defense-force%E2%80%99

https://triad-city-beat.com/2017/02/local-conservative-activists-prepare-violent-confrontation-islam/

(2)

mobile.twitter.com/riotwomennn/status/832793509748838402

(3)
http://www.tagesspiegel.de/politik/amerikas-russland-politik-trumps-anwalt-bastelt-an-ukraine-deal/19418706.html

(4)
http://mobil.n-tv.de/wirtschaft/Ivanka-Trump-verliert-weiteren-Partner-article19700267.html

(5) http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-junkie-donald-trump-amt-und-fernseher-1.3388947

(6)
https://mobile.twitter.com/SwedeninUSA/status/833462568257732612?p=v

Weiterer Artikel zum Thema:
http://m.20min.ch/ausland/news/story/15136726

(7)
https://mobile.twitter.com/bodysculptorokc/status/833090525410504709

Faktencheck Trump-Rally Melbourne:
https://www.washingtonpost.com/news/fact-checker/wp/2017/02/19/fact-checking-president-trumps-rally-in-florida/ (englisch)

Trump-Rally – „Kriegserklärung“ an die Medien: http://www.sueddeutsche.de/politik/us-praesident-in-florida-trump-beginnt-wahlkampf-mit-kriegserklaerung-an-die-medien-1.3385361

Hier noch Links zu einigen lesenswerten Artikeln:

http://www.shz.de/deutschland-welt/politik/wie-das-prinzip-spaltung-die-menschenrechte-aushoehlt-id16175186.html

http://www.zu-daily.de/daily/zuruf/2017/02-22_gumbrecht-ein-blick-aus-der-leere.php

http://mobileapps.tt.com/politik/12650746-91/lebensstil-des-trump-clans-kommt-steuerzahler-teuer.csp?tab=article

http://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/Blatt-Trump-wird-Umweltauflagen-Obamas-per-Dekret-aendern-1001768999

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/donald-trump-mainstream-media-accountability-survey-fake-news/komplettansicht

kurier.at/wissen/psychiater-gegen-die-goldwater-regel-debatte-um-den-geisteszustand-von-trump/247.612.511

Faktencheck
https://www.washingtonpost.com/graphics/politics/trump-claims/ (englisch)

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