Heilpflanzen – Anemone hepatica


Nachdem mittlerweile auch die Leberblümchen in beinahe voller Blüte stehen, setze ich meine Heilpflanzen-Reihe nun mit dem Leberblümchen fort.

Mehrere blühende Anemone Hepatica (Quelle: Wikipedia *)

Die lateinische Bezeichnung ist Anemone hepatica (früher „Hepatica triloba Chaix“) und das (gewöhnliche) Leberblümchen gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die Bezeichnung „Hepatica“ bzw. „Leberblümchen“ hat zum Einen mit der Form der Blätter zu tun: Diese erinnern nämlich in Form und Umriss an das Organ im Bauchraum – die Leber. Zum Anderen wird dem Leberblümchen eine positive Wirkung auf die Leber zugeschrieben, was besonders in der Signaturenlehre begründet ist. Diese besagt, dass Pflanzen durch bestimmte Merkmale auf ihre Wirkungen hinweisen (z. B. Lungenkraut). Da die Signaturenlehre nochmal ein ganz eigenes Thema ist, dazu ein anderes Mal Genaueres.

Getrocknetes Exemplar Anemone hepatica aus meinem Herbarium

Bevor ich zu den medizinischen Aspekten komme, zunächst einmal kurz zum Erscheinungsbild des Leberblümchens: Die Laubblätter überdauern den Winter, bis nach der Blütezeit neue entstehen. Ab Mitte Februar bis März wachsen aus den Überdauerungsknospen die Stiele mit den Blütenknospen. Diese öffnen sich jedoch nur tagsüber und bei trockenem Wetter, zum Abend schließen sie sich wieder und bei Regenwetter bleiben sie geschlossen. Die Blüten haben einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern und haben sechs bis acht, meist hellviolette bis blauviolette Kronblätter.
Nach der Blüte bzw. gegen Ende der Blütezeit erscheinen dann die frischen Laubblätter, die, wie schon erwähnt, eine recht besondere Form haben. Sie sind dreilappig (daher auch die mittlerweile veraltete Bezeichnung „Hepatica triloba“ bzw. „dreilappiges Leberblümchen“), lederartig, die Oberseite der Blätter ist saftig-dunkelgrün und glänzend, während die Unterseite eher rötlich-violett gefärbt ist.
Die krautige Pflanze kann 10 bis 25 cm hoch werden und wächst bevorzugt in Laub- und Mischwäldern auf lehmigen, kalk- und nährstoffreichen Böden, die weder zu trocken noch zu nass sein sollten. Zudem ist das Leberblümchen eher in höheren Lagen zu finden; so ist es eher in den Mittelgebirgen als im Tiefland zu finden.

Blüte und alte Blätter der Anemone hepatica

Wichtig zu wissen ist, dass das Leberblümchen in der Natur unter Schutz steht. D. h., es darf nicht gesammelt werden und erst recht nicht ausgegraben werden. Man kann sich jedoch selbstverständlich Leberblümchen in den Garten pflanzen, um sich dort an ihnen zu erfreuen. Wenn es einem nur um die medizinischen Wirkungen geht, reicht es natürlich aus, sich die Pflanzenteile in der Apotheke besorgen. Alternativ gibt es auch einige wenige standardisierte Medikamente.

Doch warum gehört das Leberblümchen denn nun in die Kategorie Heilpflanzen?

Natürlich wegen der Inhaltsstoffe:

Flavonoide wie z. B. Anthocyane, die für die Färbung der Blüten sorgen und eine antioxidative Wirkung haben. Außerdem haben Anthocyane eine entzündungshemmende und gefäßschützende Wirkung.

Protoanemonin, durch das das Leberblümchen als zumindest leicht giftig einzustufen ist. Dieses kommt in allen Hahnenfußgewächsen vor, ist wirksam gegen Pilze und kann in hohen Dosen zu folgenden Symptomen führen: Übelkeit und Erbrechen, Schwindelanfälle, auch Krämpfe und Lähmungserscheinungen sind möglich. Bei äußerem Kontakt über Haut oder Schleimhaut kann es zu Rötungen, Juckreiz und Blasenbildung kommen, was auch als „Hahnenfußdermatitis“ bezeichnet wird.
Dennoch kann das Leberblümchen genutzt werden, denn durch Trocknung der Pflanzenteile wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin umgewandelt.
Deshalb gilt beim Leberblümchen: Keine Anwendung des frischen Krautes.
Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte jedoch komplett von der Einnahme abgesehen werden.

Anemonin, das eine krampflösende, schmerzlindernde und antibiotische Wirkung hat.

▪ Außerdem sind Saponine, Gerbstoffe und Glykoside enthalten.
Erst durch das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe kommen die positiven Wirkungen der Heilpflanzen zustande. Daher denke ich, dass ich beizeiten mal einen Beitrag verfassen sollte, der sich mit den vielen verschiedenen Inhaltsstoffe befasst…😖

Doch zurück zum Leberblümchen, denn da wäre noch zu klären, was für heilende und/oder positive Wirkungen Anemone hepatica nun eigentlich bereithält. Wie zu Beginn des Beitrags schon erwähnt, deutet die Bezeichnung „hepatica“ bereits darauf hin, dass das Leberblümchen eine heilende Wirkung bei Gallen – und Leberproblemen hat. So wurde in der traditionellen Naturheilkunde aus zwei Gramm des getrockneten blühenden Krautes und 200ml kochendem Wasser ein Tee zubereitet, der bspw. bei Gallensteinen, Bronchitis und Nierenerkrankungen eingesetzt wurde. Äußerlich kann ein Sud aus Leberblümchen-Kraut als Auflage bei Hautausschlägen, langsam heilenden Wunden und Sonnenbrand sowie zum Gurgeln bei Tonsillitis eingesetzt werden.

Natürlich gilt bei schweren Erkrankungen wie Gallensteinen, Nierenerkrankungen, Lungenerkrankungen etc., zunächst einen Arzt aufzusuchen und sich entsprechend therapieren zu lassen. Es spricht aber meist nichts dagegen, zur unterstützenden Behandlung Mittel aus Heilpflanzen einzusetzen.

Tee aus Leberblümchen-Kraut kann wegen der harntreibenden Wirkung übrigens auch bei Blasenentzündungen hilfreich sein, besonders in Verbindung mit weiteren diuretisch wirkenden Pflanzen wie Goldrute oder Schachtelhalm. Allerdings sollte auch hier die in der Regel notwendige Antibiotikatherapie nicht einfach durch Einnahme von Heilpflanzen ersetzt werden. Denn auch wenn Tee aus harntreibenden Kräutern die Harnwege durchspült – was bei Harnwegserkrankungen generell hilfreich ist -, die Erreger – meist Bakterien – sollten dennoch bekämpft werden.

Dagegen ist bei einer normalen Erkältung gegen eine Selbstmedikation nichts zu sagen. So hilft ein Tee aus getrocknetem Kraut nicht nur bei Husten, der Tee kann auch bei Halsschmerzen zum Gurgeln genutzt werden.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde kennt also einige Anwendungsgebiete der Anemone hepatica, wovon viele aber heutzutage kaum noch eine Rolle spielen. Das mag einerseits an den Fortschritten in der Medizin liegen, könnte andererseits aber auch damit zu tun haben, dass der Frühblüher mit den zarten Blüten sehr selten geworden sind.
Neben der traditionellen Naturheilkunde wird das Leberblümchen auch in der Homöopathie insb. bei Bronchitis und Lebererkrankungen verwendet.

So, das war erst einmal das Wichtigste zum Leberblümchen. Während ich diesen Text schrieb, habe ich mir überlegt, dass es wohl das Beste wäre, neben dem erwähnten Text über die verschiedenen Inhaltsstoffe auch einen Beitrag mit allgemeinen Hinweisen zum Gebrauch von Heilpflanzen. Es wird also neben weiteren Beschreibungen von Heilpflanzen noch einige zusätzliche Einträge zum Thema Phytotherapie geben.

Nun aber wünsche ich Ihnen/Euch erst einmal noch einen schönen Sonntagabend und morgen einen guten Start in die neue Woche! 🍀

Weitere Informationen zum Leberblümchen:
http://heilpflanzen.gesunderwelt.de/leberbluemchen.html

http://www.kraeuter-almanach.de/kraeuter-lexikon/buschwindroeschen.htm

https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/Leberbluemchen.shtml

http://www.gartentipps.com/leberbluemchen-tipps-vom-anbau-bis-zur-ernte.html

* Quelle (Beitrags-) Bild Leberblümchen:

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