Heilpflanzen – Huflattich (Tussilago farfara)


Nun blüht auch der Huflattich, weshalb ich mich in diesem Beitrag dieser kleinen gelben Heilpflanze zuwende.

Ein Exemplar des Tussilago farfara aus meinem Herbarium

Der Huflattich (Tussilago farfara) ist der am zeitigsten blühende Korbblütler (Asteraceae) und kann 10 bis 30 cm hoch werden. Ab Februar sprießen braun-rötliche, schuppige und behaarte Stängel aus der Erde, an deren Ende die gelben Blütenkörbchen stehen, die leicht honigartig riechen. Jedes Blütenkörbchen ist aus unzähligen Zungen- und Röhrenblüten zusammengesetzt, was eine Besonderheit der Korbblütler darstellt.

Blüten des Tussilago farfara
Huflattich nach der Blüte

Nach der Blüte erscheinen die grundständigen, eher kurz gestielten Laubblätter, die sich am ehesten als herzförmig beschreiben lassen. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün und eher unbehaart, die Unterseite weißfilzig behaart.
Beheimatet ist der Huflattich in Europa, aber auch in Afrika und Teilen Asiens, wo er oft auf brachliegendem Untergrund wächst. So ist der Huflattich besonders häufig auf Schuttplätzen, Dämmen und in Steinbrüchen, aber auch an Hängen und Wegrändern zu finden. Diese Standorte deuten schon auf die bevorzugten Bodenverhältnisse hin: Huflattich mag lockere, lehmige und durchlässige Böden, die auch längere Zeit trocken sein können. Diese Tolerierung von Trockenheit ist auch ein Grund dafür, warum die krautige Pflanze auch auf steinigem Untergrund wachsen kann.

Huflattich (daneben Löwenzahnblätter)

Doch der Huflattich ist mehr als ein genügsamer Frühblüher: Er ist eine recht vielseitige Heilpflanze. Dies liegt natürlich an den Inhaltsstoffen: Pyrrolizidinalkaloide, Schleim- und Bitterstoffe, Sterole btw. Phytosterine, Gerbstoffe, Polysaccharide, einige ätherische Öle und einige andere Stoffe sind enthalten. Problematisch sind die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide, da diese leberschädigend und potenziell karzinogen wirken können, worauf ich später noch einmal zurückkommen werde.
Durch die genannten Inhaltsstoffe sind die unterschiedlichsten Wirkungen möglich.
Am bekanntesten ist Huflattich wahrscheinlich wegen seiner hustenlindernden und schleimlösenden Wirkung, doch das ist längst nicht alles. So wirkt die Pflanze auch antibakteriell, entzündungshemmend, nervenstärkend, schweißtreibend, blutstillend, stoffwechselanregend und adstringierend (zusammenziehend). Daher ist Huflattich ein hilfreiches Mittel bei Entzündungen, Fieber, Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit und Nervenschwäche. Daneben kann es bei (schlecht heilenden) Wunden, unreiner Haut, entzündlichen Hauterkrankungen, leichten Verbrennungen und Ekzemen äußerlich angewendet werden.
Bei der Anwendung ist zu beachten, dass Huflattich – im Vergleich zu Raublattgewächsen allerdings in geringerer Konzentration als es bspw. bei der Hundszunge der Fall ist – Pyrrolizidinalkaloide enthält, weshalb von einer übermäßigen Einnahme abgesehen werden sollte. In niedriger Dosierung sind die Alkaloide nicht gesundheitsschädlich, allerdings sollte bei einer kurmäßigen Anwendung nach vier Wochen eine Einnahmepause eingelegt werden. Menschen mit Lebererkrankungen sollten auf die Nutzung von Huflattich verzichten, dasselbe gilt während Schwangerschaft und Stillzeit. Es gibt mittlerweile jedoch eine Möglichkeit, die Pyrrolizidinalkaloide zu selektieren. Diesen Huflattich gibt es dann getrocknet oder als standardisiertes Fertigarzneimittel in Apotheken zu kaufen.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob durch den Wegfall eines Wirkstoffes noch dieselbe Wirkung wie vorher entfaltet werden kann.
Sicher ist, dass Huflattich seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt wird, schon Hildegard von Bingen wies auf die heilenden Wirkungen hin und die Volksheilkunde bspw. kennt unzählige Anwendungsgebiete. Heute wird die Pflanze sehr viel seltener genutzt. Allerdings war Huflattich 1994 Heilpflanze des Jahres in Deutschland.

Zur inneren Anwendung wird Huflattich am besten als Tee angewendet, der am besten mit Honig gesüßt werden sollte. Zudem eignen sich die getrockneten Pflanzenteile besonders gut für Teemischungen. So kann Huflattich eine Teemischung gegen Husten aus Pflanzen wie Spitzwegerich, Thymian, Lungenkraut, Anis o.ä. sehr gut ergänzen.
Huflattichtee kann übrigens auch zum Gurgeln verwendet werden. Außerdem kann aus Huflattich auch eine Tinktur erstellt werden (mehr zu den unterschiedlichen Zubereitungsarten in einem späteren Beitrag).
Bei Hauterkrankungen und anderen äußerlich behandelbaren Beschwerden empfiehlt es sich, die frischen Blätter auf die betroffene Stelle zu legen und sie zu fixieren oder sie zu Brei zu zerquetschen. Dieser Brei wird dann auf die betroffene Stelle gestrichen und mit einer Mullbinde fixiert.
Gesammelt werden die Blüten zur Blütezeit im frühen Frühjahr, wenn sie gerade frisch aufgeblüht sind. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Blüten ausschließlich gelb sind und keine bräunliche Färbung aufweisen. Die Blätter werden gesammelt, wenn sie nach der Blütezeit erschienen sind. Zum Trocknen werden die Pflanzenteile möglichst dünn an einem schattigen, warmen und luftigen Ort ausgebreitet. Da die Blütenkörbchen schlechter trocknen als die Blätter sollten diese besonders sorgfältig ausgelegt werden. Zudem kann es vorkommen, dass die Blüten sich auch nach dem Pflücken noch weiter entwickeln, weshalb es sich empfiehlt, vorsichtig die einzelnen Blüten vom Körbchen abzuzupfen.

Huflattich (Tussilago farfara) am Bahnhof in Balve

Das war erst einmal das Wichtigste zum Huflattich, weitere Informationen zu Huflattich unter:

https://www.heilpflanzenkatalog.net/heilpflanzen/heilpflanzen-europa/huflattich-2.html

https://www.gesundheit.de/lexika/heilpflanzen-lexikon/huflattich-anwendung

http://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Huflattich.html

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