Krokusse


Da ich in der letzten Zeit sehr viele Krokusse fotografiert habe, habe ich beschlossen, die Fotos in einem eigenen Beitrag zu veröffentlichen. Zusätzlich einige Informationen über einen der beliebtesten Frühblüher.

Dunkelviolette Krokusse

Krokusse gehören zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae). Es gibt rund 100 natürliche Arten, die insb. im Orient, aber auch in Europa und Nordafrika vorkommen. Ursprünglich stammt der Krokus übrigens aus Indien, wurde mit der Zeit durch die Verbreitung des Islam in westliche Gebiete gebracht. So waren es wahrscheinlich die Mauren, die den Krokus nach Europa gebracht haben.

Hellviolette Krokusse (ich nehme an, eine Art des Crocus vernus) in Efeu

Besonders häufig sind hierzulande Variationen des Crocus vernus anzutreffen; es gibt zahlreiche Züchtungen und Kreuzungen, sodass es großblütige, glänzende, mehrfarbige und viele weitere Krokushybriden gibt. Wohl auch deshalb ist der Krokus ein so beliebter Frühblüher.

Geschlossene Krokusblüten des Crocus purpureus grandiflorus

So ist der Krokus wirtschaftlich vor allem als Zierpflanze bekannt. Eine Ausnahme ist der Crocus sativus (Safran), der als Gewürz genutzt wird und auch einige Heilwirkungen hat.

Illustrierter Vergleich von Safran (Crocus sativus) und Frühlingskrokus (C. vernus)

Foto-Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Illustration_Crocus_vernus0.jpg

Der Safran ist eine Mutation des Crocus cartwrightianus, der auf den ägäischen Inseln beheimatet ist. Da Safran unfruchtbar ist, kann die Pflanze nur vegetativ, d. h. durch Teilung der Knollen, vermehrt werden.

Der Safran hat sechs hellviolette Blütenblätter, in deren Mitte sich der gelb-orange, aromatisch-süß duftende Griffel bildet. Dieser wiederum bildet sog. Narbenäste aus, die leuchtend rot sind.
Wie bei Krokussen typisch, erscheinen die Blätter erst nach der Blüte.

Angebaut wird der Safran vor allem in südlich gelegenen Ländern, z. B. Griechenland, Afghanistan, Marokko, Spanien und Italien. Das Sammeln des Safrans ist im Vergleich zu anderen Pflanzen schwierig, weil nur die oben erwähnten Narbenäste genutzt werden. Deshalb ist die Ernte nur per Hand möglich, was wohl ein Grund dafür ist, dass Safran sehr teuer ist: zwischen 7 und 25 Euro kostet ein Gramm.
Ein weiterer Grund für diesen Preis ist wohl auch, dass für ein Kilogramm mind. 150.000 Blüten benötigt werden,
jeder Pflücker am Tag aber maximal 80g schafft. Außerdem blüht der Safran nur einmal im Jahr für wenige Wochen.

Safran enthält Carotinoide (Crocin), Bitterstoffe (v.a. Safranbitter, das während des Trocknens zu Safranal wird), ätherisches Öl und Isophorone.
Insb. wegen des enthaltenen ätherischen Öls ist es wichtig, Safran in einem gut verschlossenen, lichtundurchlässigen Behälter aufzubewahren. Auch sollte Safran nicht zu lange gekocht werden, da dadurch das Aroma beeinträchtigt wird. Am besten ist es, die benötigte Menge Safranfäden kurz in warmem Wasser einzuweichen und sie dann kurz vor dem Servieren zum Gericht geben. Dann das Ganze nochmal etwas köcheln lassen.

Wegen des Farbstoffes Crocetin bzw. Crocin kann Safran auch als Färbemittel eingesetzt werden. Ähnlich wie Kurkuma/Gelbwurz (das oft auch als Safranfälschung verkauft wird) lassen sich mit pulverisiertem Safran Speisen leicht gelb färben. Übrigens hat bereits Plinius der Ältere von Safran als Färbemittel geschrieben.

Doch wie schon erwähnt, besitzt der Safran auch heilende Wirkungen. So wirkt er blutstillend,
menstruationsfördernd, leicht schmerzstillend und
nervenstärkend, weshalb er hilfreich gegen Schlaflosigkeit, Nervosität, Krämpfe und leichte Schmerzen ist. Jedoch wird Safran heute außer in der Homöopathie kaum noch verwendet.

Soviel also zum Safran.
Neben diesem gibt es noch einige weitere Krokusarten, die bereits im Herbst blühen und bei denen im darauffolgenden Frühling die Früchte reifen. Dazu zählen u. a. Crocus kotschyanus, C. hadriaticus und C. banaticus.
Die herbstblühenden Arten sind nicht zu verwechseln mit der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale), die giftig ist und deshalb nicht gepflückt bzw. verwendet werden sollte.

Da es jetzt doch mehr Text geworden ist, als geplant, komme ich hier nun zu Ende. Mit einigen weiteren Krokusfotos wünsche ich Ihnen/Euch einen schönen Mittwoch(nach)mittag! 😉

Gartenbeet mit gelben Krokussen in Balve (musste leider zoomen)
Hellviolette Krokusse, fotografiert in Balve
Dunkelviolette Krokusse in Balve
Violette Krokusse leuchten am laubbedeckten Boden
Dunkelviolette Krokusse von oben fotografiert
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