Heilpflanzen – Kleines Immergrün


Das Kleine Immergrün (Vinca minor) ist ein niedriger Halbstrauch, der bis zu 15 cm hoch werden kann und zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae) gehört. Es ist eine vor allem in der traditionellen Pflanzenheilkunde wichtige Heilpflanze.

Ein Exemplar des Vinca minor aus meinem Herbarium

Das Kleine Immergrün hat niederliegende Triebe, die den Boden bedecken und bis zu zwei Meter lang werden können.
Die immergrünen, leicht lederartigen und gestielten Laubblättern sind oval und ganzrandig, die Oberseiten der Blätter sind dunkelgrün (wobei junge Blätter eher saftig grün sind) und auf der Rückseite grüngelblich.
Die zwittrigen Blüten erscheinen ab März und stehen einzeln an aufrecht wachsenden Stielen in den Blattachseln der Laubblätter. Sie haben einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern und bestehen aus fünf hellvioletten Kronblättern, die zu einer kurzen Röhre verwachsen sind.
Die Doppel-Balgfrüchte des Immergrüns reifen etwa von Juni bis Juli, deren Samen werden dann meist von Ameisen verbreitet. Allerdings entstehen hierzulande selten Früchte, sodass nur wenige Samen gebildet werden können. Die Verbreitung verläuft in diesem Fall über die vegetativen Triebe.

Einzelne Blüte des Kleinen Immergrüns (Vinca minor) von der Sonne beschienen

Das Kleine Immergrün ist in Mittel- und Südeuropa bis in eine Höhe von 1000m zu finden, kommt aber auch in Teilen Kleinasiens vor. Wild bevorzugt es artenreiche Laub- und Mischwälder, wo es auf nährstoffreichen, lehmigen und frischen Böden wächst. Zudem ist es eine beliebte Gartenpflanze, die besonders gut im Halbschatten wächst.

Mehrere Blüten und einige (Blatt-) Knospen des Vinca minor

Das Kleine Immergrün enthält zahlreiche Alkaloide (insb. – das 1953 isoliert werden konnte – und Vincin), weshalb es giftig eingestuft werden muss. Weitere Inhaltsstoffe sind bspw. Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe und Saponine.

Wegen der Giftigkeit hat das Bundesgesundheitsamt im Jahre 1987 allen immergrünhaltigen Präparate die Zulassung entzogen. Dabei gilt das Immergrün seit dem Mittalter als Heilpflanze, die gegen Schwindel, Kopfschmerzen, Unruhe und Reizbarkeit, Durchfall, starker Menstruation, Magenverstimmungen, Tonsillitis sowie verschleimte Atemwege eingesetzt wurde. Es soll blutreinigend, harntreibend, regenerierend, blutstillend und wundheilend wirken; das Vincamin hat zudem gefäßerweiternde und damit durchblutungsfördernde sowie blutdrucksenkende Wirkungen.

Das Kleine Immergrün wurde also für viele verschiedene Beschwerden eingesetzt und war zudem auch sehr hilfreich. Daneben galt sie als unverzichtbarer Zusatz in Frühjahrskuren.
Es ist außerdem wissenschaftlich erwiesen, dass das Kleine Immergrün gegen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen hilft.
Doch ist wegen der Giftigkeit von einer Anwendung abzuraten, wobei man das getrocknete Kraut jedoch zur äußeren Anwendung, z. B. bei Wunden, nutzen kann.

Zum Abschluss noch ein kurzer Abstecher zum Aberglauben: Danach sollte das Kleine Immergrün nämlich gegen Zauber helfen, weshalb es im Mittelalter auch als Mittel gegen Hexen angesehen wurde. So mischten Bauern in der Walpurgisnacht ihren Tieren Immergrün ins Futter, weil sie glaubten, dass sie dadurch nicht verzaubert werden konnten.

Blühendes Immergrünbeet in Menden

Das war es zum Kleinen Immergrün, wegen der Giftigkeit habe ich auf genaue Sammel- und Anwendungshinweise verzichtet.

Welche Pflanze als Nächstes dran ist, weiß ich noch gar nicht. Gerade fängt soviel an zu blühen, dass ich schon etwas in Verzug bin. Dazu kommt das schöne Wetter, das auch ein bisschen vom Schreiben abhält… 😊😉 In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Frühlingsabend.

Weitere Informationen zum Kleinen Immergrün:

http://henriettes-herb.com/eclectic/madaus/vinca.html

http://www.awl.ch/heilpflanzen/vinca_minor/immergruen.htm

http://lexikon-alternativ-heilen.de/heilpflanzen/immergruen.htm

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