Heilpflanzen – Löwenzahn


Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia, oft auch einfach T. officinale) gehört zu den Korbblütler und ist bei Gärtnern ein ungeliebtes Unkraut. Dabei kann es sehr vielseitig genutzt werden, weshalb es viel mehr als ein lästiges Unkraut ist.

Was die Entfernung des Löwenzahns recht schwierig gestaltet, ist die Wurzel. Denn diese kann eine bis zu zwei Meter lange, braun-schwarze Pfahlwurzel haben, die schon komplett entfernt werden muss, wenn man in seinem Garten(beet) kein Löwenzahn haben will. Entfernt man nur die oberen Teile, kann die Pflanze sich schnell regenerieren.

Junge Blattrosette des Gewöhnlichen Löwenzahns

Im Frühjahr entsteht eine neue Blattrosette aus saftig grünen (mit der Zeit wird das Grün allerdings etwas dunkler), bis zu 30 cm langen Laubblättern, die mehr oder weniger tief eingeschnitten und gezahnt sind.

Blätter, Stängel und Knospe vom Löwenzahn

An den blätterlosen, hohlen, leicht filzigen Stängeln, die wie die Pfahlwurzel weißen Milchsaft enthalten, bildet sich ab März (was jedoch auch vom Wetter abhängt) jeweils eine Knospe, die von mehreren sog. Hochblättern – die später vertrocknen – umrundet sind. Wenn die Knospe richtig ausgebildet ist, öffnet sie sich, sobald die Witterung es zulässt. Dann steht am Ende von jedem Stängel ein leuchtend gelbes Blütenkörbchen, welche meist einen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern haben und aus zahlreichen Zungenblüten bestehen. Die Hüllblätter der Knospe bleiben bestehen, da die Blüte bzw. Scheinblüte sich jeden Abend wieder schließt. Dasselbe gilt für nasses oder extrem trockenes Wetter.

Blütenkörbchen des Löwenzahns

Nach dem Verblühen öffnet sich die Knospe ein letztes Mal, wirft sozusagen die Blütenhüllen der Zungenblüten ab. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Löwenzahnblüte zur – besonders bei Kindern beliebten – „Pusteblume“ wird.

Löwenzahnpflanze nach der Blüte

Dort, wo während der Blütezeit die Zungenblüten standen, stehen nun die Früchte. Diese werden als Achänen bezeichnet und besitzen eine Art Fallschirm (botanisch als Pappus bezeichnet), der dafür sorgt, dass die Samen mit dem Wind ausgebreitet werden. Diese Verbreitungsart wird übrigens als „Schirmflieger“ bezeichnet.

Pusteblume aus der Nähe fotografiert

Zu finden ist der Gewöhnliche Löwenzahn so gut wie überall auf der Nordhalbkugel, wo es bis in Höhen von 2500 m vorkommt; ursprünglich stammt er aus Europa und dem westlichen Asien. Dort, wo die Bedingungen besonders gut sind, können im Frühjahr von April bis Mai ganze Wiesen gelb leuchten. Deshalb ist er auch eine für Bienen sehr wichtige Pflanze.
Wie schon erwähnt, ist Löwenzahn äußerst anpassungsfähig, was auch an seiner äußeren Erscheinung zu erkennen ist. Denn der Habitus kann je nach Standort variieren:
So bildet Löwenzahn, der bspw. auf Wiesen wächst, die regelmäßig gemäht werden, kleinere Pflanzenteile aus als eine Pflanze, die an einem in Ruhe gelassenen Standort ungestört wachsen kann. Dann kann z. B. der Stängel bis zu 50 cm lang werden, während Exemplare auf Rasenflächen Stängel bilden, die gerade mal wenige Zentimeter hoch wachsen; dasselbe gilt für die Laubblätter. Zudem bleiben Löwenzahnpflanzen auch in Höhenlagen kleiner als im Flachland.

Ein Exemplar des Taraxacum officinale (Löwenzahn) aus meinem Herbarium

Gesammelt werden die jungen Blätter, vor allem, wenn sie frisch verwendet werden sollen. Sind die Blätter älter, sind mehr Bitterstoffe enthalten, die den Geschmack verändern und bei empfindlichen Menschen oder in zu hohen Dosen zu Magenbeschwerden führen können. Dies liegt daran, dass Bitterstoffe die Produktion von Magen- und Gallensäure ankurbeln.
Will man die Blätter trocknen, um sie bspw. als Tee zu nutzen, können jedoch auch nicht mehr ganz junge Blätter gepflückt werden. Und auch die Wurzel kann bspw. für die Zubereitung von Tee verwendet werden.
Die Blüten können zum Garnieren von Salaten o.ä. eingesetzt werden und die Knospen können gekocht werden (wenn ich das Rezept wiedergefunden habe, werde ich das noch liefern).
Im Prinzip kann also die gesamte Pflanze gesammelt werden, wobei jedoch darauf geachtet werden sollte, nicht unbedingt mit dem Milchsaft in Kontakt zu kommen. Dieser kann nämlich zu Kontaktausschlägen führen, da er mit Taraxinsäure ein Kontaktallergen enthält.

Neben den beiden schon genannten Inhaltsstoffen enthält der Gewöhnliche Löwenzahn noch Carotinoide, Kieselsäure, Triterpene, Sterole, Inulin, Vitamine und Mineralien wie Calcium, Natrium sowie Kalium.

Diese und weitere Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass der Löwenzahn bei zahlreichen Beschwerden hilft und auch durch die enthaltenen Mineralstoffe ein unverzichtbarer Bestandteil von Frühjahrskuren ist.

Der Gewöhnliche Löwenzahn hat harntreibende, entschlackende, blutreinigende, menstruationsfördernde, stoffwechselanregende, verdauungsfördernde und blutbildende Eigenschaften, weshalb er bei den verschiedensten Beschwerden angewendet wird.
Dazu zählen neben Frühjahrsmüdigkeit und Appetitlosigkeit z. B. Bronchitis, Husten, Fieber, Blasenentzündungen, Wechseljahrsbeschwerden, Verstopfung und Magenverstimmungen. Wegen seiner entschlackenden und stoffwechselanregenden Wirkung ist er ein gutes Mittel für Fastenkuren.
Äußerlich hilft die Pflanze gegen Pickel, Ekzeme, chronische Hauptprobleme und Hühneraugen. Zudem wird der haut- und schleimhautreizende Milchsaft z.T. heute noch gegen Warzen eingesetzt.

Am einfachsten ist natürlich die Verwendung als Tee: Dazu wird ein Esslöffel getrockneter Blätter mit 200 ml heißem Wasser übergossen und max. 10 Minuten ziehen gelassen.
Für einen Tee aus der getrockneten, zerkleinerten Wurzel wird ebenfalls ein Esslöffel genommen. Dieser wird jedoch mit 200 ml kaltem Wasser übergossen und dann aufgekocht. Eine Minute weiterköcheln lassen, dann abseihen und noch 15 Minuten ziehen lassen.
Natürlich kann der Tee auch aus beiden Pflanzenteilen hergestellt werden, wobei die Blätter zu den Wurzeln gegeben werden, wenn das Wasser gekocht hat. Das Ganze dann wie oben beschrieben weiter behandeln.
Getrunken werden am besten zwei Tassen am Tag, der Tee kann aber selbstverständlich auch äußerlich angewendet werden.

Eine andere Möglichkeit der Zubereitung ist eine Tinktur aus getrockneten Wurzeln. Dazu werden 20 Gramm der Wurzel mit 150 ml möglichst hochprozentigem Alkohol (am besten sowas wie Weingeist) übergossen. Das Gefäß sollte möglichst aus Glas und gut verschließbar sein. Dieses wird dann für zwei Wochen an einen sonnigen Platz gestellt. Dann abseihen und in dunkles, gut verschließbares Glasfläschchen füllen. Diese Tinktur kann innerlich wie äußerlich angewendet werden. Zur inneren Anwendung empfiehlt sich eine Einnahme von rund 15 Tropfen mit Wasser.

Außerdem kann aus den jungen, frischen Blättern ein Saft gepresst werden, was sich besonders während Frühjahrs- bzw. Fastenkuren empfiehlt. Noch wirksamer ist hier übrigens eine Mischung aus den Säften frischer Löwenzahn- und Brennnesselblättern.
Der Saft muss auch nicht zwingend selbst hergestellt werden, was recht langwierig sein kann, sondern ist in Apotheken und (gut sortierten) Natur-/Reformläden zu erhalten.

Ansonsten kann der Gewöhnliche Löwenzahn, wie schon erwähnt, in der Küche verwendet werden. Möglich sind Salate, Gemüsesmoothies, Kräuterquarkspeisen und Suppen mit jungen, frischen Löwenzahnblättern, zudem können, wie schon weiter oben geschrieben, die Knospen gekocht werden.

Bei Gelegenheit werde ich mal einige Rezepte veröffentlichen. Da ich aber ziemlich viele vollgeschriebene Blöcke zum Thema Heilpflanzen bzw. Pflanzenheilkunde habe, muss ich erstmal suchen… 😉😏

Übrigens: In der Nachkriegszeit wurde aus der getrockneten Wurzel des Löwenzahns Ersatzkaffee hergestellt. Das gilt auch für andere Pflanzen des Tribus Cichorieae wie der Wegwarte (Cichorium intybus), die für diese Verwendungsart wohl am Bekanntesten ist.

Das war, denke ich, das Wichtigste zum Gewöhnlichen Löwenzahn; weitere Informationen z. B. unter:

http://www.naturheilt.com/heilpflanzen/loewenzahn.html

https://www.derkleinegarten.de/blumen-und-pflanzen/heilpflanzen/loewenzahn.html

http://www.heilpflanzen-welt.de/2003-11-Loewenzahn-Taraxacum-officinale/

http://www.naturheilkunde-berlin.eu/loewenzahn_taraxacum/

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