Heilpflanzen – Buschwindröschen


Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa; auch „Echtes Windröschen“) ist ein Hahnenfußgewächs (Ranunculaceae) und enthält wie in dieser Pflanzenfamilie üblich das giftige Protoanemonin, das sich beim Trocknen in das ungiftige Anemonin umwandelt. Deshalb ist von einer Einnahme im frischen Zustand unbedingt abzuraten.
Doch dazu später mehr.
Zunächst einmal einige Informationen zum äußeren Erscheinungsbild des hübschen Frühblühers:

Exemplar der Anemone nemorosa aus meinem Herbarium

Das Buschwindröschen ist eine krautige Pflanze, die bis zu 20 cm hoch werden kann. Aus dem rund 30 cm langen, unterirdischen Rhizom sprießt im zeitigen Frühjahr ein Stängel, an dessen oberen Drittel drei jeweils und dreigeteilte Laubblätter entstehen, die grob gesägt und in einem Quirl angeordnet sind. Erst nach der Blütezeit bilden sich auch Grundblätter, die ebenfalls gestielt sind und die irgendwie fingerartig aussehen.

Illustration eines Exemplars von Anemone nemorosa (1)

Von März bis April, was natürlich auch von der Witterung abhängt, öffnet es seine sternartigen Blüten. Diese bestehen aus maximal acht (in seltenen Fällen sind auch bis zu zwölf) sternförmig angeordneten Kronblättern. Diese können zwar auch gelb oder blau sein, ein Großteil der Blüten sind jedoch weiß mit etwas rosa an den Außenseiten der Blütenblätter. Es sind keine Kelchblätter vorhanden, weshalb die oben beschriebenen Stängelblätter auch als Knospenschutz dienen.

Blüte Buschwindröschen (1)

Im Inneren der Blüte sind zahlreiche Staubblätter, die aus weißen Staubfäden und gelben Staubbeuteln bestehen, um die bis zu 20 Fruchtblätter angeordnet. Diese sind länglich, flaumig behaart und gehen in einen kurzen, nach oben gebogenen Griffel über. Die Blüten öffnen sich jeden Morgen neu und bleiben bei kühlem Wetter geschlossen. Wenn die Bestäubung erfolgt ist, bildet sich aus jedem einzelnen Fruchtblatt ein Nüsschen, was bedeutet, dass das Buschwindröschen eine Sammelnuss bildet. Die Verbreitung der Samen erfolgt übrigens durch Ameisen, doch die auch als „Hexenpflanze“ bezeichnete Pflanze kann sich außerdem vegetativ vermehren. Wenn die Vermehrung abgeschlossen ist, ziehen sich die Laubblätter in das Rhizom zurück. Erst im nächsten Frühling kommt das in Ostfriesland auch als „Augenblume“ bezeichnete Kraut wieder an die Oberfläche.

Zu finden ist der Frühblüher in den gemäßigten Zonen Mittel- und Westeuropas, Nordamerikas und einigen Teilen Asiens vor allem am Boden von Laubwäldern, die er manchmal ganze Flächen mit seinen sternförmigen Blüten schmückt.

Wald mit Buschwindröschen (1)

Daneben wächst das Buschwindröschen auch gerne unter Sträuchern bzw. Hecken, an Bächen und auf waldnahen Wiesen. Zudem ist das Echte Windröschen eine beliebte Gartenpflanze. Neben der natürlichen Art gibt es verschiedene Hybriden mit gefüllten oder ungefüllten Blüten, die blau-violett, rosa, gelb und zweifarbig sein können.

Blauviolette Buschwindröschen (1)

Es bevorzugt lehmige, nährstoffreiche, feuchte bzw. frische Böden und benötigt viel Licht. Das ist auch der Grund, warum es so früh blüht: Nur dann kann es an seinem Standort ausreichend Licht bekommen, was nicht mehr der Fall wäre, wenn Bäume ihre Blätter schon bekommen hätten. Das Hahnenfußgewächs ist wegen der frühen Blütezeit eine wichtige und beliebte Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen und Hummeln und ist bis in eine Höhe von 1500 m anzutreffen.

Das Buschwindröschen enthält neben Alkaloiden wie dem Protoanemonin (rund 0,3%), das sich wie schon erwähnt durch Trocknung in Anemonin umwandelt, noch Inhaltsstoffe wie Saponine.

Es hat krampflösende, antibiotische und leicht beruhigende Eigenschaften.

Früher wurde die Pflanze bei Bronchitis, Brustfellentzündung und äußerlich bei Gelenkschmerzen eingesetzt. Außerdem empfahl Hieronymus Bock, mit dem frischen Saft Warzen zu behandeln, was ein Anwendungsgebiet von vielen protoanemoninhaltigen Hahnenfußgewächsen ist.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde wurde das Buschwindröschen auch bei chronischen Regelbeschwerden angewendet und bei den Römern galt es zudem als Mittel gegen Fieber.
In der Homöopathie wird die „Hexenblume“ hauptsächlich bei zu starker Menstruation verwendet.

Möchte man das Buschwindröschen verwenden, werden nur die jungen Blätter gesammelt (vorsichtig, um nicht mit dem frischen Pflanzenhaft in Berührung zu kommen) und dünn ausgelegt getrocknet. Erst, wenn die Blätter richtig getrocknet sind, können sie z. B. in Teemischungen genutzt werden. So können einige Blätter der Pflanze bei Bronchitis eine gute Ergänzung in Tees mit Lungenkraut oder Schlüsselblume darstellen.

Übrigens: Wegen des enthaltenen Protoanemonins haben Bewohner der Halbinsel Kamtschatka den frischen Saft Pflanze als Gift für ihre Pfeile genutzt.

Irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass jemand schrieb, dass der Verzehr von 30 frischen Exemplaren zum Tode führe. Angesichts des Protoanemoninanteils von 0,3% pro Pflanze wird allerdings bezweifelt, dass dies wirklich der Wahrheit entspricht.
Das Buschwindröschen ist also aller Wahrscheinlichkeit nach in nicht absurd übermäßigen Mengen für den Menschen nicht tödlich, kann aber dennoch unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen. Dazu gehören bspw. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Nierenreizungen sowie äußerlich Haut- und Schleimhautreizungen, im schlimmsten Fall kann es zu Entzündungen kommen.

Ich denke, das war soweit das Wichtigste zum „Echten Windröschen“; weitere Informationen z. B. hier:

http://www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/anemone.html

http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/tag/buschwindroschen

http://www.heilkraut-ratgeber.de/buschwindroschen/

(1)
Da ich zurzeit (noch) keine wirklich zufriedenstellenden selbstgemachten Fotos vom Buschwindröschen habe, habe ich nach Fotos im Netz geschaut.

FFoto Illustration eines Buschwindröschens:

Wikipedia.org

Foto einzelne Blüte:

http://dracaena-drachenbaum.de/2009/04/01/buschwindroschen-anemone-nemorosa-bluhen-im-wald/

Foto Wald mit Buschwindröschen:

http://img.fotocommunity.com/buschwindroeschen-im-wald-9fac94d6-5c17-465e-9e52-8716259e01a9.jpg?width=1000

Das Foto von den blauvioletten Buschwindröschen habe ich allerdings schon lange, ich glaube, dass ich es mal irgendwo als Wallpaper runtergeladen habe.

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Ein Gedanke zu “Heilpflanzen – Buschwindröschen

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