Die Feiertage rund um Ostern – Karfreitag


Am Karfreitag (auch Hoher oder Stiller Freitag genannt) wird im Christentum der Kreuzigung Jesu gedacht. Er gehört zusammen mit dem Gründonnerstag zum ersten Tag des „Triduum sacrum“, der österlichen Dreitagefeier, die in der Liturgie als ein großer Gottesdienst angesehen wird.

Zum Gedenken an die Kreuzigung Jesu und seinen darauf folgenden Tod am Kreuz finden am Morgen des Karfreitags in den Gemeinden sog. Kreuzwege statt.
Diese beginnen an der ersten Kreuzwegstation mit der Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus und enden mit der Grablegung an der vierzehnten Station. Die einzelnen Stationen sind oft Bildstöcke, auf denen die jeweiligen Szenen der Passionsgeschichte dargestellt sind; manchmal sind es auch (kleinere) Kapellen, was jedoch eher dort der Fall ist, wo große Kreuzwegsprozessionen stattfinden. Manchmal, wie z. B. bei der „Kreuztracht“ in Menden (Sauerland) am Rodenberg (1) ist das Ziel des Kreuzwegs eine Kapelle (in Menden die „Heilig-Kreuz-Kapelle„).
Ich selber habe den Kreuzweg hier aber immer ’nur‘ mit vierzehn Bildstöcken erlebt. Deren letzte Stationen sind zwar in der Nähe von einer bzw. drei Kapellen, an denen beim Kreuzweg aber nicht halt gemacht wird und die eigentlich nur (abgesehen von der „Piuskapelle“) bei der Fronleichnamsprozession eine Rolle spielen.
Bei (sehr) schlechtem Wetter wird der Kreuzweg alternativ in der jeweiligen Kirche abgehalten. Wohl auch deshalb ist es seit dem 18. Jahrhundert Vorschrift, dass es auch in Kirchen einen Kreuzweg gibt.
In der hiesigen St. Blasiuskirche (2) besteht dieser aus vierzehn Bildern, die jeweils Szenen der Passionsgeschichte darstellen.

Ist der Kreuzweg beendet, findet in vielen Gemeinden die Möglichkeit zur Beichte statt, bevor am Nachmittag die „Feier vom Leiden und Sterben Christi“ stattfindet. Diese besteht aus Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier, wobei wie schon im gestrigen Beitrag zu Gründonnerstag erwähnt, keine Eucharistiefeier stattfindet.
Meist um 15 Uhr herum beginnt die Karfreitagsliturgie, in der zunächst die Passionsgeschichte erzählt oder (in Teilen) gesungen wird. Hier war es immer so (und ist es vll. noch), dass der Kirchenchor im Wechsel mit dem Pfarrer und einem Lektor die Passion nach einem der Evangelisten (von Jahr zu Jahr verschieden) vorgetragen hat. Danach findet die Kreuzverehrung (Adoratio crucis) statt, bei der jeder einzelne Gottesdienstbesucher der Reihe nach zum Altar geht, um vor dem dort enthüllten Kreuz niederzuknien.
Danach tragen Priester und Ministranten mit einer kleinen „Prozession“ das „Allerheiligste“ aus dem alternativen Tabernakel zum Altar und die am Gründonnerstag vorgeheiligten Hostien (Praesanctificata) werden den Gläubigen zur heiligen Kommunion gereicht. Danach erfolgt noch der übliche Segen zum Abschluss von Gottesdiensten.
Während früher Schwarz als liturgische Farbe der „Passionsfeier“ vorgesehen war, ist es heute Rot, welches für das von Jesus vergossene Blut stehen soll.

Zudem gilt der Karfreitag als strenger Abstinenztag, an dem möglichst nur Wasser getrunken und auf Fleisch, Fettiges, Süßes sowie Alkohol verzichtet werden sollte.
Zugleich gilt ab dem „Stillen Freitag“ das Fasten nicht mehr als Bußübung (wie in der ersten, bis Gründonnerstag, dauernden ‚Phase‘ der Fastenzeit), sondern als Trauerfasten. Damit soll ebenfalls der Passion sowie der Grabesruhe Jesu gedacht werden. Diese ‚Phase‘ der Fastenzeit wird auch als „Osterfasten“ bezeichnet und dauert bis zur Osternachtsfeier am Karsamstag. Meistens wird das Fasten jedoch bereits vorher gebrochen; in meiner Familie war das immer um Punkt 12 Uhr Mittag am Karsamstag.

Die deutsche Bezeichnung Karfreitag geht auf das althochdeutsche „kara“ (= Klage, Trauer) zurück.

Der Karfreitag gilt in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum im Allgemeinen als „stiller Feiertag“ – worauf auch die bereits genannte Bezeichnung „Stiller Freitag“ hinweist -, weshalb an diesem Tag auch heute noch bestimmte Tätigkeiten untersagt sind. So gilt an stillen Feiertagen ein Tanzverbot, durch das diverse öffentliche Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, untersagt werden. Das gilt auch für Sportveranstaltungen, sodass am Karfreitag bspw. keine Freitagsspiele in der Bundesliga stattfinden dürfen. Ausgenommen sind Veranstaltungen, die einem „höheren Interesse der Kunst und Wissenschaft“ oder der „geistig-seelischen Erhebung“ dienen und die zudem auf die Bedeutung des Tages Rücksicht nehmen.
Besonders streng wird der Karfreitag in Bayern ‚geschützt‘. Das dort geltende generelle Verbot von (öffentlichen) Veranstaltungen wurde im November 2016 vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. (3)

Soviel zum Karfreitag, ich hoffe ich kriege heute auch noch den Beitrag zu Brennnesseln fertig. Jetzt wünsche ich aber erstmal einen angenehmen Feiertag! 😉

(1)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kreuzweg_auf_dem_Rodenberg

(2)
http://www.helmutvoss.de/kirchen_balve_st_blasius_01.html

https://pv-balve-hoennetal.jimdo.com/kirchen-im-pv/st-blasius-balve/

(3)
http://m.spiegel.de/panorama/justiz/bayern-muss-tanzverbot-an-karfreitag-lockern-a-1123766.html

http://www.sueddeutsche.de/bayern/bundesverfassungsgericht-generelles-tanzverbot-an-karfreitag-in-bayern-ist-verfassungswidrig-1.3273153

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2 Gedanken zu “Die Feiertage rund um Ostern – Karfreitag

  1. zum fruchtbarkeitsfest (ostern) gehören die eier und der hase als symbol des frühlings und der fruchtbarkeit (das männchen heisst nicht ohne grund „rammler“). sexualität und fruchtbarkeit gehören zusammen. ich wünsche allen frohe festtage und viel spass beim ficken ❤ für den frieden.

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