Die Feiertage rund um Ostern – Karsamstag/Osternacht


Der Karsamstag ist der letzte Tag der Karwoche, womit er auch der Tag des „Fastenbrechens“ ist und der zweite Tag des Triduum sacrum.

Wegen des Gedenken an die „Grabesruhe Christi“ werden am Karsamstag keine Sakramente mit „freudigem“ Charakter gespendet, wie bereits am Karfreitag findet daher auch am Karsamstag keine Eucharistiefeier statt.
Der Altar ist weiterhin ungeschmückt, auch das Kreuz ist weiterhin am Altar aufgestellt und wird – wie sonst das „Allerheiligste“ im Tabernakel – mit einer Kniebeuge geehrt.

Am Abend des Karsamstags findet die Osternachtsmesse statt, die das Ende der „Trauerzeit“ darstellt. Diese gehört bereits zur Liturgie des Ostersonntags, dennoch bleibt zunächst alles schmucklos wie zuvor – erst im Laufe der Messe wird der Schmuck schnell durch Küster hinzugefügt.
Da die Osternachtsmesse als „Nachtwache“ (Vigil) gilt, sollte sie frühestens nach dem Sonnenuntergang beginnen (hier war – und wie die gerade läutenden Glocken hören lassen, ist es weiterhin so – der Beginn der Messe immer um 21 Uhr).
Die Osternacht beginnt mit der „Lichtfeier„, bei der zunächst ein kleines Feuer gesegnet wird, an dem dann die neue Osterkerze entzündet wird. Diese trägt der Priester dann in feierlicher Prozession in die dunkle Kirche, dazu singt er den Ruf „Lumen Christi„, die Gläubigen antworten „Deo gratias„. Das Licht der Osterkerze wird weitergegeben an die Ministranten, die dann nach dem zweiten „Lumen Christi“ wiederum das Kerzenlicht an die zuvor verteilten kleinen Kerzen der Gläubigen weitergeben. Am Altar wird die Osterkerze in ihren Kerzenhalter gestellt und der Priester singt das „Osterlob“ (Exsultet). Dann beginnt der Wortgottesdienst, bei dem mehrere Lesungen aus dem Alten Testament (Erschaffung der Welt, Auszug aus Ägypten, die Teilung des Roten Meeres u.a.) vorgetragen werden. Nach den Lesungen des A. T. erfolgt das „Gloria„, bei dem dann erstmals wieder seit dem „Gloria“ bei der Abendmahlfeier am Gründonnerstag die Orgel und die Glocken erklingen. Während des Gloriagesanges läuten zwei Messdiener zusätzlich die Glocken, die eigentlich nur bei der Eucharistiefeier eingesetzt werden (was immer ganz schön ins Handgelenk ging). Zudem wird zum bzw. nach dem „Gloria“ auch die Kirche wieder erleuchtet, die bis dahin nur dürftig beleuchtet war.

Nach dem darauffolgenden Tagesgebet erfolgt eine weitere Lesung, dieses Mal aus dem Neuen Testament, die Taufe betreffend.
Vor dem Evangelium zur Auferstehung wird erstmals seit Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch wieder das „Halleluja“ gesungen. Nach der dem Evangelium folgenden Predigt erfolgt die „Erneuerung des Taufbundes„.
Dabei wird zunächst das neue Taufwasser gesegnet, die Ministranten geben erneut das Licht der Osterkerze an die Kerzen der Gläubigen weiter. Mit den entzündeten Kerzen in den Händen wird das „Taufversprechen“ erneuert, dann geht der Priester mit dem Weihwasser durch die Kirche und besprengt die Reihen der Gläubigen mit diesem. Das neu gesegnete Taufwasser wird auch in die seit Karfreitag leeren Weihwasserbehälter an den Kirchentüren gefüllt.
Nach der „Tauffeier“ kommt es dann zum Höhepunkt der Osternachtsmesse – der Eucharistiefeier. Dabei werden erstmals seit dem Gründonnerstag wieder Wein und Hostien geweiht.
Den Abschluss der Osternachtsmesse bildet der feierliche Schlusssegen.
Das Licht der Osterkerze kann nach der Messe mit nach Hause gekommen werden; ebenso das neu geweihte Weihwasser.

Der Ablauf kann übrigens auch abweichen: So kann die Osternachtsmesse auch mit dem Wortgottesdienst beginnen, die „Lichtfeier“ findet dann erst zwischen den Lesungen des A. T. und denen des N. T. statt. Vom Ablauf her ist das in gewisser Weise sogar besser, da dadurch die Küster dann den Zeitraum der Lichtfeier nutzen können, um den Altarraum wieder mit dem Schmuck bestücken können.

Die oft vorkommende Bezeichnung „Ostersamstag“ ist nach der kirchlichen Tradition übrigens nicht korrekt, da der „Ostersamstag“ nach dem „Kirchenjahr“ der Tag vor dem „Weißen Sonntag“ ist (eine Woche nach Ostern), womit er zur sog. Osteroktav zählt.

http://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/karsamstag.php

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s