Die Feiertage rund um Ostern – Ostersonntag


Der Ostersonntag, an dem der Auferstehung Jesu gedacht wird, ist der ranghöchste christliche Feiertag und der Beginn der 50 Tage dauernden „Osterzeit“, deren Endpunkt Pfingsten ist. Der Ostersonntag ist zudem der erste Tag der sog. Osteroktav.

Liturgisch gesehen beginnt der Ostersonntag mit der Osternachtsfeier am Abend des Karsamstags, am Morgen des Ostersonntags finden in den meisten Gemeinden Messen zum gewöhnlichen Zeitpunkt statt, in denen noch einmal das Taufversprechen erneuert wird (zumindest war das hier immer der Fall).

Am Nachmittag wird eine Vesper abgehalten, die als der eigentliche Schlusspunkt des Triduum Sacrum gilt. Diese beginnt nach der Eröffnung mit einem „Hymnus“, einem feierlichen Lobgesang. Darauf folgen zwei Psalmen, eine Lesung, „Antwortgesang“ (Responsorium), „Magnificat“ und Fürbitten. Zum Ende wird der „sakramentale Segen“ gespendet, d.h., der Segen wird mit einer Monstranz, in deren Mitte das „Allerheiligste“ liegt, gespendet. Vor dieser Art des Segen wird das „Allerheiligste“ angebetet, Priester und Gläubige sprechen im Wechsel „Versikel“ und „Oratio“. Vor dem eigentlichen Segen wird zudem das „Tantum ergo“ (letzte Strophen des „Pange lingua“ des Hl. Thomas von Aquin) gesungen. Dann erfolgt der Segen mit der Monstranz, das Schlusslied beginnt und Priester und Ministranten verlassen den Altarraum.

Die liturgische Farbe des Ostersonntags (und damit auch der Osternacht) ist Weiß, das für die Teilnahme am Göttlichen steht.

Während in der Osternachtsmesse beim Wortgottesdienst Texte aus A. T. (und N. T.) gelesen werden, die die österlichen Ereignisse als Erfüllung des „Alten Bundes“ darstellen und den Tod sowie die Auferstehung Jesu ankündigen, werden in der 50-tägigen Osterzeit zu den Lesungen nur Texte aus dem N. T. gelesen. Dazu zählen insb. Lesungen der Apostelgeschichte, aber auch von den Briefen des Paulus.

Der Termin des Osterfestes wird, wie das jüdische Pessachfest, mithilfe des sog. gebundenen Mondkalenders (Lunisolarkalender) festgelegt.
In der westlichen Kirche fällt Ostern in der Regel auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond, eine Ausnahme stellt das sog. Osterparadoxon (1) dar. Diese Terminierung wurde im Jahre 325 nach Christus auf dem Konzil von Nicäa beschlossen; womöglich, um das christliche Osterfest vom jüdischen Pessachfest abzusetzen, da Letzteres mehr oder weniger zeitgleich mit dem Frühlingsvollmond stattfindet. Generell kann man sagen, dass Ostern irgendwann zwischen 22. März und 25. April stattfindet.
In großen Teilen der „Ostkirche“ dagegen werden zur Datierung auch heute noch die nicht-reformierten Formen des julianischen Kalenders und der Osterfestdatierung genutzt, sodass es reiner Zufall ist, wenn Ostern in beiden Kirchen auf das gleiche Datum fällt – wie bspw. in diesem Jahr. Unabhängig davon gibt es die Vorgabe, dass das orthodoxe Osterfest nicht vor dem jüdischen Pessachfest stattfinden darf.
Gerade in den letzten Jahren gab es immer wieder Überlegungen, Ostern in Ost- und Westkirche auf das gleiche Datum zu legen, die bisher allerdings ohne Ergebnis blieben.

Ostern hat im Kirchenjahr auch deshalb eine wichtige Bedeutung, weil viele bewegliche Feiertage vom Osterdatum abhängen. Dazu gehören insb. Feiertage wie Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam, aber auch Aschermittwoch und Palmsonntag.

Die Bezeichnung „Ostern“ (2) hat seinen Ursprung wohl im dem Wort „Eostro„, das möglicherweise aus „ausos“ abgeleitet wurde, das dann zum griechischen „eos“ (= Sonne) und dem lateinischen „aurora“ (= Morgenröte) wurde. Im Althochdeutschen wurde daraus dann „ôstarum„, was dann letzten Endes eben zur heutigen Bezeichnung „Ostern“ führte.
Eine andere, jedoch nicht belegte, Möglichkeit ist, dass „Ostern“ auf die Fruchtbarkeitsgöttin Ostara zurückgeht.
Doch diese und weitere Theorien zur Herkunft der Bezeichnung „Ostern“ sind bislang nicht wirklich belegt.

In vielen (europäischen) Sprachen ist das Wort für Ostern angelehnt an „Pascha“ (aramäisch) bzw. „Pessach“ (hebräisch):
▫Frankreich ➡ Pâques
▫ Albanien ➡ Pashkët
▫ Italien ➡ Pasqua
▫ Portugal ➡ Páscoa
▫ Island ➡ páskar
▫ Russland ➡ paskha

Überhaupt hat Ostern seine Ursprünge eher im Heidnischen (dazu weiter unten noch mehr), was u. a. das Ei zeigt:

Dieses gilt nämlich als ein (heidnisches) Fruchtbarkeitssymbol. Insofern ist die vermeintlich christliche Tradition des Eierfärbens eigentlich nur übernommen, zumal das Verschönern von Eier(schalen) sehr viel älter als das Christentum ist. So wurden bspw. bereits um 2500 vor Christus bemalte Eier als Grabbeilage bei den Sumerern eingesetzt. Sie wurden als Zeichen für das Leben nach dem Tod gesehen.

In vielen Regionen Europas ist es üblich, Eier in verschiedenen Farben zu färben und diese dann die Kinder am Morgen des Ostersonntags suchen zu lassen.
Am häufigsten ist, insb. im deutschsprachigen Raum die Geschichte vom Hasen, der die bunten Eier bringt und versteckt. Doch das ist nicht überall so, denn mancherorts galt nämlich nicht der Hase als „Eierverstecker“, sondern der (Oster-) Fuchs (bspw. im Nordosten von NRW und im Schaumburger Land), manchmal auch Kuckuck (Schweiz), Hahn (z. B. Schleswig-Holstein, Oberbayern) oder Storch (insb. in der Rhön).

Der Brauch des Versteckens der Ostereier wurde übrigens erstmals im Jahre 1682 als Sitte aus dem Elsass erwähnt.

Insb. in Frankreich und katholischen Regionen Deutschlands und Österreichs wurde die Legende von den nach Rom fliegenden Glocken mit dem Osterbrauchtum verknüpft. So wurde/wird den Kindern dort erzählt, dass die aus Rom zurückkehrenden Glocken Süßigkeiten mitbringen und diese verstecken. In Frankreich findet das Suchen der Ostereier bzw. -süßigkeiten übrigens erst am Ostermontag statt.

Eier werden außerdem in Schweden und osteuropäischen Ländern wie Bulgarien, Serbien, Rumänien und Griechenland gefärbt – jedoch mit dem Unterschied, dass sie nicht bunt, sondern ausschließlich rot gefärbt werden.

Doch neben den Eiern gibt es noch weitere Traditionen rund um Ostern. (3) Dazu gehört natürlich das Osterfeuer (4), dass – wie vieles bei christlichen Festen – auf vorchristliche Zeiten zurückgeht. Das Feuer sollte den Sieg über den Winter bzw. das Erwachen aus diesem symbolisieren. Erst mit dem Christentum wurde es zum Symbol für die Auferstehung Jesu.

Zudem gibt es in fast jedem Land verschiedene Bräuche rund um Ostern. Im Folgenden einige Beispiele:

▪ Im katholischen Spanien wird am Ostersonntag die Ostermesse besucht, wobei die Kinder Palmwedel tragen und vom Priester gesegnet werden. Während die Jungen einfache Palmwedel tragen, sind die Palmwedel der Mädchen mit Süßigkeiten und anderem Zierrat geschmückt. Zudem finden überall in Spanien Osterprozessionen statt.

▪ In Italien ist es üblich, eine „Torta di Pasquetta“ (Ostertorte)zuzubereiten. Dies ist ein salziger Guglhupf mit gekochten Eiern, Spinat. Daneben gibt es noch die sog. Ostertaube.

▪ In Skandinavien, v.a. in Norwegen und Schweden, verkleiden sich die Kinder als Hexen oder sog. Osterweiber und gehen von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln.

▪ In England ist es üblich, die bunten Eier Straßen oder Hänge hinunterrollen zu lassen, bis die Schale kaputt ist. Was da der tiefere Sinn sein soll, erschließt sich mir jedoch nicht… 😳

▪ In Luxemburg ziehen Kinder mit bunt dekorierten Sträuchern singend durch die Straßen. Am Abend werden die Sträucher verbrannt, was wohl mit der Osterfeuer-Tradition zusammenhängt.

▪ In Polen wird am Karsamstag je ein Korb mit Brot, Kuchen, weißen Würstchen, Salz, Papier und selbstverständlich bemalten Eiern gefüllt. Diese werden am Ostersonntag mit in die Kirche genommen, um sie dort segnen zu lassen. Erst nach der Segnung dieses Korbes gilt die Fastenzeit als beendet.

▪ In den USA findet neben dem allseits bekannten „Eastereggs Roll“ im Weißen Haus auf der New Yorker 5th Avenue die „Easter Parade“ statt.

Weitere Bräuche unter (5).

Auch, wenn es wissenschaftlich eher unwahrscheinlich ist, dass Ostern wirklich auf die schon erwähnte Fruchtbarkeitsgöttin Ostara zurückgeht, haben viele Bräuche rund um das Osterfest doch ziemlich sicher einen heidnischen Ursprung.
Und eigentlich ist Ostern schon deshalb nicht christlichen Ursprungs, weil es natürlich auch auf das jüdische Pessachfest zurückgeht. Ebenso sicher kann man sagen, dass Ostern auch im Zusammenhang mit Frühlings- bzw. Fruchtbarkeitsfesten steht, die schon lange vor der Entstehung/Etablierung des Christentum begangen wurden.

Insgesamt kann man wohl guten Gewissens sagen, dass Ostern alles andere als ausschließlich christlichen Ursprungs ist. (6)

Zum Schluss noch einige Bauernregeln:

▫ «Wenn’s Ostern regnet, ist die Erde den ganzen Sommer über durstig.»

▫ «Wenn Ostern auf Georgi (24. April.) fällt, erwartet großes Weh die Welt.»

▫ «Wenn’s am Ostertag auch regnet am wingsten, so regnet’s alle Sonntag bis Pfingsten.»

▫ «Osterregen bringt magere Kost, Ostersonne fette und reichliche.»

▫ «Wind, der auf Ostern weht noch vierzig Tage steht.»

▫ «Wenn auf Ostertag die Sonne hell scheint, der Bauer bei seinem Korn auf dem Speicher weint.»

Eigentlich wollte ich den Beitrag schon früher fertig haben, aber ich war zwischenzeitlich u.a. vom Referendum in der Türkei abgelenkt.
Dennoch wünsche ich Euch/Ihnen Frohe Ostern, einen schönen Abend und morgen einen weiteren ruhigen freien Tag. 🍀 😊 😉

(1)
http://www.deutschlandfunk.de/astronomie-das-osterparadoxon.732.de.html?dram:article_id=315941

http://www.kalender-uhrzeit.de/feiertage/ostern

(2)

http://frankfurt-interaktiv.de/specials/ostern/ostern.html

http://www.feste-der-religionen.de/feste/ostern.html

http://www.kath.de/Kirchenjahr/ostern_wortbedeutung.php

(3)
http://www.das-osterportal.de/osterbraeuche.html

http://religion.orf.at/m/stories/2577364/

https://einfachstephie.de/2013/03/31/ostern-braeuche-und-traditionen/

(4)
http://www.brauchtumsseiten.de/a-z/o/osterfeuer/home.html

http://www.osterseiten.de/brauchtum/osterfeuer/home.html

(5)
http://www.das-osterportal.de/ostern-international.html

https://www.netzwissen.com/gesellschaft-politik/osterbraeuche-weltweit.php

(6)

http://www.az24.info/ostern-osterfest-osterbraeuche.html

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