Heilpflanzen – Rosmarin


Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae), ist vor allem als Küchenkraut bekannt und ist eine meiner Lieblings -Heilpflanzen.

Illustration von Rosmarinus officinalis – Quelle Wikipedia

Der immergrüne Halbstrauch kann hierzulande je nach Standort bis zu 140 cm hoch werden, in seiner Heimat, dem Mittelmeerraum, kann er sogar eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen.
Die unten verholzte Pflanze hat längliche, maximal drei Millimeter breite, etwas ledrige Blätter, die an Nadeln erinnern und an den Seiten leicht eingerollt sind – damit schützt sich das Blatt vor dem Austrocknen. Ihre Oberseite ist dunkelgrün und leicht glänzend, während die Unterseite irgendetwas zwischen matt-hellgrün und silbrig-grau gefärbt (weiß nicht, wie ich die Färbung besser beschreiben soll) und filzig behaart ist.
Außerdem haben die Blätter zahlreiche kleine Drüsen, durch die die ätherischen Öle abgesondert werden – bspw. zur Kühlung der Pflanze, wenn es extrem heiß ist (habe ich so jedenfalls mal gelesen).
Die ätherischen Öle sind auch der Grund für den auffälligen balsamischen, kampferähnlichen Geruch, der an Weihrauch erinnert, weshalb Rosmarin auch als „Weihrauchkraut“ bezeichnet wird.

Blätter des Rosmarinus officinalis

Bereits ab dem zeitigen Frühjahr erscheinen am oberen Teil des Stängels jeweils bis zu zehn in Scheinquirlen angeordnete hellblauviolette Blüten. Diese bestehen aus einem leicht glockigen Kelch, der sich zur Reifezeit hin vergrößert und einer Krone, die jeweils aus einer zweiteiligen Oberlippe, einer dreiteiligen Unterlippe und einem großen Mittellappen zusammengesetzt sind.
Die beiden Staubblätter ragen weit aus der Krone heraus, der Fruchtknoten . Nach der Bestäubung entwickeln sich je vier braune Klausenfrüchte.

Einzelner Blütenstand des Rosmarinus officinalis (Quelle siehe im Beitrag ganz unten)

In Mitteleuropa blüht der Rosmarin etwa von März bis Mai, was bedeutet, dass etwa ab Juli mit der Fruchtreife zu rechnen ist.
In seiner Heimat und an einem perfekten Standort kann er jedoch auch das Ganze Jahr durch blühen.

Beheimatet ist die sonne- und wärmeliebende immergrüne Pflanze im Mittelmeerraum, genauer gesagt in Dalmatien, auf Inseln im Adriatischen Meer, in Italien und Südfrankreich. Von dort aus hat er sich über den gesamten Mittelmeerraum von Portugal bis in die Türkei ausgebreitet, wo er auch wild vorkommt. Dort wächst der Halbstrauch freistehend besonders üppig und ist auf Trockenwiesen, alten Mauern, an Felsen und Steilküsten zu finden.
Wegen der perfekten Bedingungen im mediterranen Raum wird Rosmarin in Spanien, nordafrikanischen Ländern (insb. Tunesien, aber auch Marokko) und Südfrankreich angebaut.

Die Aussaat des Rosmarin erfordert – insb. außerhalb des Mittelmeerraumes – ziemlich viel Geduld, da es mind. vier Wochen bis zur Keimung dauert und der Erfolg eher unsicher ist. Denn die Samen keimen nur, wenn sie viel und vor allem gleichbleibende Wärme bekommen, und auch die Keimlinge reagieren sehr empfindlich auf Temperaturwechsel. Daher ist es hierzulande besser, Rosmarin über Stecklinge zu vermehren. Hat man keine Möglichkeit, an Stecklinge zu kommen, empfiehlt es sich, eine junge Pflanze Rosmarin zu kaufen – wobei darauf geachtet werden sollte, dass es sich wirklich um „Rosmarinus officinalis“, und nicht um eine Hybridenart handelt. Das habe ich letztlich auch gemacht, da zwar einige Samen keimten, die Keimlinge es letzten Endes jedoch nicht geschafft haben. Irgendwann hatte ich dann keine Geduld mehr und habe ein kleines Exemplar gekauft, das im Kübel immerhin drei Jahre alt geworden ist. Leider muss ich mir für dieses Jahr einen neuen besorgen, wenn ich nicht noch an Stecklinge komme. Aber nun weiter im Text. 😉

Wie bereits kurz erwähnt braucht der Rosmarin viel Sonne und Wärme. Das ist nicht nur wichtig für das Wachstum, es beeinflusst auch die Konzentration der ätherischen Öle. Je mehr Sonne die Pflanze also bekommt, umso mehr ätherische Öle bildet sie; steht sie jedoch an einem weniger sonnigen Platz kann die Wirkung des Rosmarin weniger stark sein als sie sollte. Diesen Zusammenhang gibt es übrigens bei vielen mediterranen Kräutern wie z. B. Melisse und Basilikum.
Dazu passend benötigt er auch nicht allzu viel Wasser; Staunässe ist Gift für die Pflanze. Gegossen werden sollte daher nur, wenn die obere Schicht Erde komplett ausgetrocknet ist.
Übrigens ist es ratsam, vor oder auch nach der Blüte den Rosmarin etwas zurückzuschneiden, um ihn schön kompakt zu halten.
Da Rosmarin hierzulande noch weniger winterhart ist als bspw. Lavendel – abgesehen von extra gezüchteten Arten, die frosthart sind – , ist es eigentlich am Besten, ihn im Kübel anzupflanzen. So kann er problemlos im Winter in einen kühlen, nicht zu dunklen Raum gestellt werden. In milderen Regionen und milden Wintern kann er draußen gelassen werden, wobei es sich empfiehlt, die Kübel z. B. mit Noppenfolie zu umwickeln.
In milderen Gegenden ist zudem eine Möglichkeit, den im Beet gepflanzten Rosmarin einfach etwas abzudecken, wenn es zu kalt wird. Gegossen wird im Winter nur soviel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Rosmarin – Habitus (leider ohne Blüten)

Die beste Sammelzeit ist die Blütezeit, wobei es auch möglich ist, Zweige außerhalb der Blütezeit zu pflücken. Jedoch soll während der Blüte die Wirkstoffkonzentration am höchsten sein. Da auch die Blüten verwendet werden können, werden ganze Zweige abgeschnitten, die frisch und getrocknet verwendet werden können. Beim Trocknen unbedingt zu beachten ist, die Rosmarinzweige im Schatten zu trocknen, da durch Sonnenbestrahlung die ätherischen Öle verloren gehen würden.

Die ätherischen Öle sind nämlich mit die wichtigsten Inhaltsstoffe, sie enthalten u.a. Thymol, Borneol, Alpha-Pinen, Verbenon, Cineol und Kampfer. Daneben enthält Rosmarin Bitterstoffe, Flavonoide (insb. in den Blüten) Rosmarinsäure, Mineralstoffe und Spurenelemente (insb. Calcium, Eisen), Gerbstoffe, Saponine sowie die Vitamine B3 und C.

Die Wirkungen des Rosmarins sind vielfältig. So hat er antiseptische bzw. antibakterielle, entwässernde, krampflösende, entzündungshemmende, anregende, zusammenziehende, schmerzstillende, appetitanregende, menstruationsfördernde und auch beruhigende Eigenschaften.

Damit kann Rosmarin vielseitig eingesetzt werden, z. B. bei Erschöpfung, Hypotonie, Kreislaufprobleme, Nervenschmerzen, Harnwegserkrankungen, Ödemen, Wechseljahrsbeschwerden, Nervosität, (Spannungs-)Kopfschmerzen und bei Beschwerden des Verdauungstraktes wie Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl sowie Appetitlosigkeit.

Äußerlich ist Rosmarin ein gutes Mittel bei Wunden, Haarausfall, rheumatischen Beschwerden, Ekzemen und Hautausschlägen im Allgemeinen .
Diese zahlreichen Anwendungsgebiete machen deutlich, warum der Rosmarin bereits im Altertum die wohl am meisten geschätzte Heilpflanze war. Wohl auch deshalb wurde Rosmarin im Jahr 2011 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Nicht weniger vielseitig sind die Möglichkeiten zur Zubereitung:

Natürlich kann auch Rosmarin als Tee eingesetzt werden. Dazu einfach einen Teelöffel der frischen oder getrockneten Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. Höchstens zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und möglichst heiß trinken.

Ich habe eine Zeitlang jeden Morgen Rosmarintee getrunken. Da ich meist einen recht niedrigen Blutdruck habe, hatte ich mir mal überlegt, auszuprobieren, ob Rosmarintee wirklich eine so (kreislauf-) anregende Wirkung hat. Letztlich habe ich festgestellt, dass Rosmarintee ein klasse Kaffeeersatz ist – selbstverständlich nicht vom Geschmack her, aber von der Wirkung. Schon deshalb brauche ich wohl eine neue Pflanze Rosmarin, zumal ich auch die appetitanregende Wirkung gut gebrauchen kann…

Der Tee kann natürlich auch äußerlich angewendet werden, z. B. für Umschläge bei Wunden, Ekzemen und anderen Hauptproblemen oder als Haarspülung bei Haarausfall.
Rosmarintee kann übrigens auch als natürliches Pflanzenschutzmittel (insb. bei Pilzbefall) eingesetzt werden. Jedoch werden dazu zwei Esslöffel der Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergossen. Nach dem Abseihen in eine Sprühflasche füllen und Pflanzen mit der Flüssigkeit besprühen.

Für die äußere Anwendung empfiehlt sich auch ein Rosmarinbad: Dazu wird ein Leinensäckchen mit einer Handvoll Rosmarinkraut gefüllt und in das möglichst heiße Badewasser gegeben. Auch gut geeignet als Badezusatz ist Rosmarinöl (siehe nächsten Absatz). Etwa fünfzehn Minuten Badezeit sind laut diversen (alten) Kräuterbüchern optimal.
Ein Rosmarinbad fördert die Durchblutung und wirkt anregend, weshalb ein solches Bad nicht zu spät bzw. kurz vor dem Schlafengehen genommen werden sollte. Daneben hilft ein Bad mit Rosmarin auch bei (stumpfen) Sportverletzungen und rheumatischen Beschwerden.

Nun zum bereits erwähnten Rosmarinöl: Hierzu 750 ml Pflanzenöl (am besten geeignet ist Olivenöl) in eine luftdicht verschließbare Flasche füllen und drei getrocknete Zweige Rosmarin dazugeben. Die Flasche mind. zwei bis max. drei Wochen an einem möglichst kühlen und dunklen Platz stellen. Danach abseihen, in eine dunkle, gut verschließbare Flasche füllen und am besten im Kühlschrank aufbewahren.
Es ist auch möglich, noch Thymian zuzugeben und das Rosmarinöl mit Knoblauch und/oder Chili zu verfeinern, was sich besonders für die Nutzung in der Küche (z. B. für Marinaden und Salatdressings) empfiehlt.
Reines Rosmarinöl kann, wie erwähnt, als Badezusatz eingesetzt, aber auch – ähnlich wie Rosmarinsalbe – für Einreibungen, z. B. bei rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen, verwendet werden. Bspw. kann es wie Minzöl bei Kopfschmerzen zum Einmassieren in die Schläfen verwendet werden.

Ebenfalls für Einreibungen bestens geeignet ist eine Salbe mit Rosmarin. Diese wird nach einem der im Beitrag „Zubereitung von Kräutermitteln – Teil 3“ angegebenen Grundrezepte zubereitet und ist ein gutes Mittel bei rheumatischen Erkrankungen sowie stumpfen Verletzungen.

Eine andere Möglichkeit der Anwendung ist, einen Rosmarinwein herzustellen. Dazu wird eine Handvoll Rosmarinblätter zu einem Liter Weißwein gegeben. Das Ganze zugedeckt einen Tag lang ziehen lassen, abseihen und einmal am Tag vor dem Essen ein Gläschen trinken. In einem alten Kräuterbuch ist auch die Rede davon, morgens und abends ein kleines Glas des Weines zu trinken, wobei ich mir das nicht vorstellen könnte.
Rosmarinwein soll appetitanregend und beruhigend wirken – was ich allerdings selber noch nicht ausprobiert habe (abgesehen davon, dass ich weder Wein noch Alkohol an sich mag, könnte mir auch besseres vorstellen, als morgens ein Gläschen Wein zu trinken😖😉).
Zudem empfahl Pfarrer Sebastian Kneipp den Wein bei niedrigem Blutdruck sowie zur Kräftigung des Herzens und des Kreislaufs. Diese Wirkungen konnten sogar in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.

Natürlich kann mit Rosmarin auch eine Tinktur zubereitet werden. Das Grundrezept dazu ist im Beitrag „Zubereitung von Kräutermitteln – Teil 2“ zu finden.
Auch eine Rosmarintinktur ist sehr gut für Einreibungen geeignet, kann aber auch verdünnt (15 bis max. 30 Tropfen) z. B. vor dem Essen eingenommen werden.

Und selbstverständlich ist das „Weihrauchkraut“ nicht nur medizinisch nutzbar, auch in der Küche ist es eine wichtige Zutat. Zum Würzen werden am besten einige Blätter zerrieben und zu der jeweiligen Speise gegeben. Es gibt zwar auch fertiges Rosmarinpulver zu kaufen, doch das hat meist wenig Würzkraft.
Insb. Pfannengerichten ist es auch eine Möglichkeit, einfach einen Zweig Rosmarin zusammen mit Butter oder Öl anzubraten und ihn vor dem Servieren zu entfernen.
Rosmarin sollte wegen seines recht starken Geschmacks sparsam verwendet werden. Zudem ist der Geschmack der Pflanze nicht jedermanns Sache.
Im Allgemeinen passt es aber zu vielen Fleisch – und Gemüsegerichten sowie zur Aromatisierung, u. a. in Kräuterbutter, Salatdressings und Dips.
Außerdem lässt sich Rosmarin bestens mit anderen – insb. anderen mediterranen – Kräutern und/oder Gewürzen wie Knoblauch, Zwiebeln etc. kombinieren. Er ist bspw. ein wichtiger Bestandteil der beliebten Mischung „Kräuter der Provence“.
Daneben können die Blätter, aber vor allem auch die Blüten, des Rosmarins zum Aromatisieren von Honig genutzt werden, was ich bisher aber noch nicht selber ausprobiert habe. Er soll aber sehr, sehr lecker sein.

Im Folgenden einige Rezepte:

Rosmarinkartoffeln
Ein Kilogramm festkochende Kartoffeln (bzw. je nach Anzahl der Personen) wie gewohnt säubern, evtl. noch abbürsten, da die Schale nicht entfernt wird, mit ein bis zwei Zweigen Rosmarin in einen Topf mit Salzwasser geben und ähnlich wie Pellkartoffeln garen, nur nicht so lange. Nach dem Abgießen Kartoffeln etwas auskühlen lassen und währenddessen in einer ausreichend großen Pfanne Pflanzenöl erhitzen. Zwei geschälte Knoblauchzehen halbieren und sie mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne legen. Zusammen mit einem weiteren Rosmarinzweig kurz anbraten. Dann werden die Kartoffeln entweder geviertelt oder in Scheiben geschnitten und in der Pfanne langsam gebräunt. In der Zwischenzeit einen zusätzlichen Rosmarinzweig möglichst fein zerkleinern und unter die Kartoffeln mischen. Danach noch fünf Minuten bei niedriger Temperatur auf dem Herd lassen, mit Salz und Pfeffer (je nach Geschmack auch mit Paprikapulver) abschmecken
Eine andere Möglichkeit ist, die Kartoffeln, wenn sie leicht gebräunt zusammen mit Öl, Salz, Pfeffer und gehacktem Rosmarin auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in den Ofen zu schieben. Dort etwa zehn Minuten bei 150 bis Max. 180 C° backen lassen.

Schafkäse mit Rosmarin-Öl
100 Gramm in Würfel geschnittenen Schafskäse mit einigen schwarzen Pfefferkörnern sowie Oliven in ein Einmachglas geben und mit 150 ml Rosmarinöl übergießen, bis alles etwa einen Zentimeter bedeckt ist. Das Glas gut verschlossen mindestens eine Woche ruhen lassen. Schmeckt besonders gut zu Fladenbrot und Gegrilltem.

Rosmarinsoße
Es ist nur ein Rezept von vielen, doch es ist das Einzige, das ich schon ausprobiert habe:
Da ich Rezepte meistens etwas verändere und dementsprechend dann das jeweilige Gericht nach Gefühl zubereite, sind die Mengenangaben nicht so genau wie bspw. in Kochbüchern. 😉
Etwa 20 g Butter (kommt auf die Menge an) in einer Pfanne schmelzen lassen und zwei – nicht zu große – Rosmarinzweige darin andünsten. Dann 80 bis 100 ml Wasser und 100 bis 120 ml Sahne zugeben. Dann etwas Mehl mit ein wenig Wasser anrühren und unter die Rosmarin-Sahne-Mischung rühren. Das Ganze aufkochen, danach etwa fünf Minuten auf niedriger Stufe weiterköcheln lassen und einen Esslöffel (weißen) Balsamicoessig einrühren. Mit Salz, Pfeffer und Paprika (je nach Geschmack mild oder scharf) abschmecken. Vor dem Servieren Rosmarinzweige entfernen.
Rosmarinsoße passt gut zu den verschiedensten Fleisch- und Gemüsegerichten, aber auch zu Fisch. Sehr lecker ist bspw. Rosmarinsoße zu in Butter gebratenen Forellen. Zudem kann Rosmarinsoße auch gut als Dip, z. B. beim Grillen oder Raclette, verwendet werden.

Nun noch ein Rezept zur Haarpflege:

Haarpackung mit Rosmarin
Je einen Esslöffel frische Rosmarin- und Brennnesseln pürieren und mit 100 ml heißem Wasser übergießen, einige Minuten ziehen lassen und abfiltern. Danach einen Teelöffel Honig und eine Prise Salz zugeben.
In das feuchte Haar einmassieren, fünf Minuten einwirken lassen und gut ausspülen.
Kräftigt bei regelmäßiger Anwendung die Haare, fördert die Durchblutung der Kopfhaut und sorgt außerdem für glänzende Haare.

Bevor ich zum Ende des Beitrags komme, noch einiges zum Namen des Rosmarins sowie zu Legenden und Bräuche:

In der Heimat des Rosmarins, also im Mittelmeerraum, war das Kraut in der Antike der Liebesgöttin Aphrodite geweiht.
Im antiken Rom bspw. glaubten Studenten, Prüfungen besser bestehen zu können, wenn sie sich Kränze aus Rosmarin aufsetzten.
Kränze wurden früher auch als Schmuck genutzt, wobei Rosmarin auch in den Brautstrauß eingearbeitet wurde – darauf weist auch die Bezeichnung „Brautkraut“ hin.
Zudem sollen Braut, Bräutigam und die engsten Verwandten des Paares je einen Rosmarinstrauß bekommen haben – der Bräutigam bekam den größten und schönsten Strauß. Der Hintergrund davon war, dass Rosmarin Treue, ewige Liebe und Fruchtbarkeit symbolisieren soll.

Doch „Weihrauchkraut“ wurde auch bei traurigen Anlässen eingesetzt: So bekam bei Beerdigungen der Pfarrer einen Rosmarinzweig und eine Zitrone, da Rosmarin ein Symbol für den ewigen Zyklus des Lebens darstellt – möglicherweise wegen der immergrünen Blätter. Ebenfalls eine Rolle kann gespielt haben, dass die Menschen während der Pest glaubten, die Pflanze könne die Ansteckung verhindern.
Aus einem ähnlichen Grund wurden mit ihren Zweigen Räume geschmückt, um die Luft von Keimen, Giften und schlechten Gedanken zu reinigen; daneben sollte der Duft Gutes bringen.
Mittlerweile ist klar, dass Rosmarin eine antiseptische Wirkung hat.

In Böhmen gab es außerdem den Brauch, dass Jungen Rosmarinzweige in einen Bach oder Fluss warfen, während in einiger Entfernung die Mädchen standen. Wenn ein Mädchen den Zweig eines Jungen aus dem Fluss holen konnte, wurde sie die künftige Braut.

Etwa ab dem Mittelalter wurde in den Klöstern begonnen, Rosmarin als Heilkraut anzubauen. Damals wurde das „Weihrauchkraut hauptsächlich zur Nervenstärkung, Durchblutungsförderung und für die Stabilisierung des Kreislaufs genutzt. Zudem schlossen frühere Heilkundige aus dem intensiven Duft, dass Rosmarin das Gedächtnis stärkt.

Wegen des intensiven Geruches hat schon Kneipp von einer zu hohen Dosierung abgeraten:
«Man soll gar nicht viel vom Rosmarinbäumchen nehmen: Wie er stark riecht, so ist auch seine Wirkung groß.» Daher gab Kneipp den Rat, dass ein ca. acht Zentimeter langer Zweig bereits für ein Fläschchen mit Tinktur oder einige Tassen Tee ausreichte. Er empfahl Rosmarin zudem wegen den enthaltenen Bitterstoffen als Magenmittel und bei Lebererkrankungen.

Zum Namen des Rosmarins gibt es übrigens zwei mögliche Ursprünge bzw. Bedeutungen:

▪ „Balsamstrauch“ ➡ Abgeleitet aus den griechischen Wörtern „rhops“ (= „Strauch“) und „myrinos“ (= „balsamisch“). Wegen des balsamischen Geruchs und der Strauchform erscheint dieser Hintergrund schon ziemlich wahrscheinlich.

▪ „Meertau“ ➡ Zusammengesetzt aus den lateinischen Wörtern „Ros“ (= „Tau“) und „Mare“ (= „Meer“).
Doch auch diese Bezeichnung ist nicht so weit hergeholt, wenn man bedenkt, dass ein wichtiger Grund für das gute Wachstum auch bei langanhaltender Trockenheit und sehr starker Sonneneinstrahlung Meer- bzw. Morgentau ist. Ohne den Tau würde der immergrüne Strauch bspw. auf heißen Küstenhängen wohl nicht besonders groß werden, denn die ätherischen Öle können zwar die Pflanze kühlen, Flüssigkeit können sie jedoch nicht ersetzen. Eine volkstümliche Bezeichnung des Rosmarins ist übrigens auch „Meertau“.

Soweit das Wichtigste zum vielseitigen Rosmarin; weitere Informationen bspw. unter:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/rosmarin-gedaechtnis-leistung-ia.html

http://www.aetherische-oele.net/aetherische-oele/rosmarin.htm

http://www.pflanzenfreunde.com/heilpflanzen/rosmarin.htm

http://www.kuechengoetter.de/warenkunde/rosmarin

Da ich zurzeit nur (noch) nicht blühenden Rosmarin gesehen habe, musste ich für Bilder der Blüten auf Fotos aus dem Netz zurückgreifen – allerdings hoffe ich, dass sich das noch ändert.

▫ Beitragsbild von:

https://www.pflanzenreich.com/enzyklopaedie/rosmarinus-officinalis-rex/

▫ Illustration:

Wikipedia

▫ Foto des einzelnen Blütenstands:

http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/002/00181-Rosmarin/MZ00181-Rosmarin.html

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