Wort der Woche (4)


Endlich schaffe uch es mal wieder, einen Beitrag zu verfassen. Eine Harnwegsinfektion hat mir ziemlich zu schaffen gemacht, doch nun hat das Antibiotikum angeschlagen und ich fühle mich wieder besser.
Nun aber zum eigentlichen Thema des Beitrags:
Da in der letzten Zeit viele Ereignisse damit zu tun hatten, ist das diesmalige „Wort der Woche“ „Macht“.

Foto von Freudenwege

Wo man auch hinschaut, überall ist Machtstreben zu erkennen. Da wäre ein Armin Laschet in NRW, dem alles recht war, um „die Macht“ im bevölkerungsreichsten Bundesland zu bekommen. Es hat ihn nicht einmal gestört, immer wieder – nachweislich – falsche ‚Fakten‘ vorzubringen – z. T. auch noch, nachdem sich diese als falsch herausgestellt haben. Aber sie waren perfekt geeignet, um Hannelore Kraft aus der Düsseldorfer Staatskanzlei zu jagen. Und da hat sich die CDU womöglich gedacht: “Ist doch Wahlkampf. Da ist Lügen halt erlaubt. Und was die AfD kann, können wir schon lange.”

Letzteres wäre dabei noch die korrekteste Aussage. Ich meine, natürlich wird im Wahlkampf gelogen, dass sich die Balken biegen – v. a., wenn es um Wahlversprechen geht, kann man durchaus skeptisch sein.
Doch das nun auch von Parteien der politischen Mitte falsche Fakten als Tatsache dargestellt werden, ist eine Entwicklung, die man nicht gutheißen kann. Das wäre jedoch ein eigenes Thema; ich erwähne es hier nur als ein Beispiel, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, wenn sie „Macht“ wollen.

Auch die Geschichte zeigt, wie weit Menschen dabei gehen:
Die Ursache für Morde und Kriege ist immer wieder ein krankhaftes Machtstreben, wozu auch die Angst zählt, die erreichte Macht wieder zu verlieren.
Letzteres kann man derzeit bspw. sehr gut beim türkischen Präsidenten Erdogan beobachten. Und auch Trump ist ein typischer Machtmensch, der auch über Leichen gehen würde, um seine Macht weiter zu steigern.
Meiner Meinung nach ist das – nebenbei gesagt – auch der einzige Grund, warum Trump US-Präsident werden wollte: Es ging ihm ausschließlich darum, einer der mächtigsten Menschen der Welt zu werden. Nun, da er es ist, kann man befürchten, dass er sich an diese Macht klammern wird. Und zum Teil scheint sich diese Befürchtung bereits zu bestätigen. Wenn Trump bspw. versucht, die Ermittlungen wegen möglicher Verbindungen seines Wahlkampfteams zu Russland zu beeinflussen, dann zeigt das aus meiner Sicht vor allem, dass er Angst hat, aus dem Amt katapultiert zu werden. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass er eben doch etwas zu verbergen hat. Denn wenn die Russland-Vorwürfe nur „Fake News“ wären, müsste er sich ja keine Sorgen machen – er könnte ja sicher sein, dass da nichts ist.
Aber auch das wäre nochmal ein ganz eigenes Thema.

Dies sind nur einige aktuelle Fälle, bei denen es um Macht und Machterhalt geht, die aber schon zeigen, warum „Macht“ sehr gefährlich werden kann.
Das wird bereits bei den von “Wiktionary” genannten Bedeutungen von „Macht“: Zum einen die «Fähigkeit, auf andere Einfluss ausüben zu können – auch gegen deren Willen.», zum Anderen eine «Institution, Organisation oder Person, die die Fähigkeit hat, auf andere, auch gegen deren Willen, Einfluss auszuüben.» (1)

Insofern hat das Wort „Macht“ schon an sich einen eher negativen Anstrich. Was aber auch daran liegt, wie Menschen mit Macht umgehen.
Sie nutzen ihre Macht aus, sie tun alles dafür, in eine Machtposition zu kommen und/oder die vorhandene Macht noch zu vergrößern. Angst vor Machtverlust führt immer wieder zu brutal geführten Kriegen oder zumindest zur Unterdrückung der jeweiligen Bevölkerung. Diese Dinge gingen mir gerade in den letzten Wochen oft durch den Kopf. Mal bezüglich Trump, mal einer Le Pen, der auch nichts zu armselig war (oder besser: ist), um an die Macht zu kommen, dann wieder in Zusammenhang mit der NRW-Wahl oder auch Erdogan’s krankhaftem Machtstreben. Als ich einmal nachts wach wurde, weil ich Durst hatte, kam mir plötzlich der Gedanke, dass die Welt eine Bessere wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, Machtdenken von vornherein zu verhindern, indem es blockiert wird. Natürlich ist das unmöglich, den Gedanken fand ich dennoch interessant, auch wenn der Zeitpunkt etwas seltsam war – was mich allerdings weniger wundert, da das öfter vorkommt.

Bleibt noch die Möglichkeit, die Mächtigen immer wieder in die Schranken zu weisen. Sei es durch Demonstrationen, Petitionen, Aufrufe oder auch Wahlen, auch wenn letzteres manchmal seltsame Entwicklungen bringt (doch dazu in einem späteren Text mehr).
Es liegt letztlich an der Gesellschaft – also an uns allen -, den Mächtigen auch mal Grenzen aufzuzeigen.

Zum Schluss noch kurz zur Herkunft des Begriffes „Macht“:
Laut “Duden” ist „Macht“ auf das althochdeutschemaht“ ( = „können„, „Fähigkeit„; verwandt mit dem englischen „might“) (2) zurückzuführen, was “Wiktionary” u. a. mit Fülle, (körperlicher) Kraft, Vollmacht und Gewalt übersetzt. (1)
Zudem gelten das germanischemahti“ und das indogermanischemagh“ ( = „machen„, „können„, „vermögen„) als verwandte Ursprünge.
Dennoch wird im allgemeinen Sprachgebrauch „Macht“ eher dem Wortfeld „Herrschaft“ zugeordnet.
Mehr zu den Bedeutungen von „Macht“ übrigens unter (3).

„Macht“ als Begriff ist übrigens seit etwa dem 8. Jahrhundert belegt und war bei sehr vielen Philosophen ein wichtiges Thema. Daher unter (4) noch zwei Links zur philosophischen Betrachtung von „Macht“.

Soviel zum aktuellen „Wort der Woche“, im Folgenden noch die Links zu den Seiten, auf die ich z. T. bezogen habe.

(1)
http://www.duden.de/rechtschreibung/Macht

(2)
https://de.wiktionary.org/wiki/Macht

(3)
http://www.wissen.de/wortherkunft/macht

(4)
http://www.philolex.de/macht.htm

http://www.kas.de/wf/doc/kas_12868-544-1-30.pdf?080229104513 (pdf-Datei)

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