Wort der Woche (5)


Mit einiger Verspätung hier das diesmalige Wort der Woche:

Kniepig

Foto von Freudenwege

Es fiel mir auf, als ich es gestern oder vorgestern mal wieder in ein einer Unterhaltung mit meinem Partner über den Sparwahn der Union benutzt habe.

Die Herkunft von „Kniepig“ ist laut Duden das niederdeutschekniepen„, das für „geizig“ oder auch „kneifen“ steht.

Der Zusammenhang mit Geld wird auch bei dem Wort „Knippe“ (= Portmonee) deutlich. Dazu ein Zitat von der unter (1) angegebenen Seite:

« […] hat sich über das plattdeutsche “Knippken“ und die – jetzt muss ich wohl in Deckung gehen – Grafschaft hier hereingeschlichen, […] Da die Region früher sehr arm war, verwundert es nicht, dass das entsprechende Adjektiv kniepig oder knippig so viel wie geizig, knauserig bedeutet.»

Zu dieser Darstellung passt auch, dass in Ostfriesland ein „Geizhals“ auch „Kniphausen“ genannt wird, was auf ein Schloss bei Wilhelmshaven zurückgeht. Wenn jemand also ein Knauserer ist, heißt es: “Der ist aus Kniphausen”. (2)

Häufiger als im Norden Deutschlands wird „Kniepig“ vor allem im Ruhrgebiet genutzt, wo auch Begriffe wie „Kniepekopp“ und „Kniepsack“ (3) vorkommen.
Ein anderer Begriff für Geizhalz oder Knauserer ist im Ruhrpott übrigens „Fuchser“ – auch ein nicht gerade unbekanntes Wort. Und auch hier im Sauerland ist „Kniepig“ ein nicht gerade unbekanntes Wort.

(1)
http://shf.synology.me/diesudas/highknee/index.html

(2)
http://idiome.deacademic.com/1535/Kniphausen

(3)
http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/kniepig.html

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