Wort der Woche (6)


Irgendwie habe ich den Rhythmus verloren. ūüėĆ
Jetzt aber wieder das neue Wort der Woche, das dieses Mal „Heuchler“ (bzw. „Heuchelei“) ist.

Denn mehrere Ereignisse der letzten Tage und Wochen haben mal wieder gezeigt, dass manche Menschen ganz perfide Heuchler sind als andere.

Ein Beispiel daf√ľr ist nat√ľrlich Trump – dazu hatte ich ja schon im gestrigen Beitrag etwas geschrieben.
Ein anderes Beispiel sind die „deutschen Trumpisten“ – also die, die Trump und sein t√∂richtes, heuchlerisches Gehabe toll finden sowie seine L√ľgen f√ľr die Wahrheit schlechthin halten. Dazu geh√∂rt auch die AfD, wie man bspw. nach dem „Klimaabkommen-Ausstieg“ einmal mehr sehen konnte.

Und eben diese AfD hat (u. a.) nach der Rock-am-Ring-Unterbrechung und dem Anschlag in London wieder einmal gezeigt, was sie sind.

Es ist noch nicht allzu lange her, da hat ein AfDler sich angesichts der – aus deren Sicht – schlechten Umfragewerten mehr oder weniger einen Anschlag gew√ľnscht. Das war einige Zeit vor dem Terroranschlag in Manchester. Als dann wirklich etwas passierte, kamen jeweils bereits wenige Minuten nach Bekanntwerden der Ereignisse die ersten Anschuldigungen von AfD-PolitikerInnen und Anh√§ngerInnen.
„Merkel ist Schuld“, „Die Moslems m√ľssen sich distanzieren“, „Merkel tr√§gt Verantwortung“ und √§hnliches.

Ein Prof. Meuthen schreibt z. B., man sei in Gedanken bei den Opfern. Er h√§tte es dabei belassen k√∂nnen. Doch das kommt bei einem AfD-Politiker offenbar nicht infrage. Also geht er recht schnell dazu √ľber, mehr oder weniger subtil u. a. den Medien Vertuschung vorzuwerfen. Das macht das „in Gedanken bei Opfern“ dann f√ľr mich alles andere als glaubw√ľrdig.

Und es ist ja nun auch kein Geheimnis mehr, dass die AfD diese Art von (geplanter) ‚Provokation‘ gezielt nutzt, um irgendwie an W√§hlerstimmen zu kommen.
Dass sie damit eine ganze Gesellschaft spalten, ist ihnen entweder egal oder – was ich f√ľr wahrscheinlicher halte – es ist genau das, was sie erreichen wollen.
„Wir“ gegen „Die“ – das ist es, worum es ihnen geht.
Was ein Grund ist, warum so viele Menschen verstanden haben, dass diese Partei unw√§hlbar ist. Denn zum Gl√ľck ist der Mehrheit der Menschen klar, dass das Sch√ľren von Vorurteilen und ein „Wir-sind-dagegen-Mantra“ keine L√∂sungen bringt. Und auch gewisse Forderungen, die von sog. Rechtspopulisten kommen, werden nicht zu einer L√∂sung beitragen. Dasselbe gilt f√ľr manche ‚Vorschl√§ge‘, die Politiker der Regierungsparteien (und insb. der CDU) gerne machen. Denn derartige Versch√§rfungen welcher Gesetze auch immer oder Beschr√§nkungen bei der Zuwanderung werden das zugrundeliegende Problem nicht l√∂sen. Doch was z√§hlt schon die Realit√§t, wenn man mit kraftmeierischen Spr√ľchen W√§hler anspricht?!
Offenbar nicht viel.

Wenn man also ein Beispiel f√ľr Heuchelei ben√∂tigt, wird man im AfD-Umfeld ebenso schnell f√ľndig werden wie bei Trump. Nat√ľrlich wird man auch bei der CDU – und noch etwas mehr bei der CSU – nicht wenig Beispiele f√ľr Heuchelei finden (allein schon, dass sie sich „christlich“ nennen, ist angesichts ihres politischen Handelns heuchlerisch hoch zehn). Doch auch wenn es vor einigen Jahren noch undenkbar war: Die AfD hat es geschafft, die CDU in Sachen Heuchelei zu √ľbertreffen.

Nat√ľrlich kann sich niemand vom Heucheln freisprechen. Wenn ich z. B. schlechte Laune habe, will ich das meistens nicht jedem zeigen. Also tue ich so, als ginge es mir gut – ich heuchele also quasi gute Laune.

Es gibt auch Menschen, die z. B. jemandem sagen, eine neue Haarfarbe sähe gut aus, obwohl das gar nicht der Fall ist. Finde ich falsch, ist aber in bestimmten Fällen vielleicht sogar etwas nachvollziehbar, wenn man so z. B. die Harmonie nicht gefährden will.

Wenn aber jemand eine Trag√∂die dazu nutzt, Stimmung gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen machen und zugleich so tut, als w√ľrde er an die Opfer denken, ist es doch etwas anderes. Denn die Motivation dahinter ist lediglich, sich einen Vorteil zu verschaffen – angesichts der zu erwartenden Verg√ľtung als Bundestagsabgeordneter in erster Linie einen wirtschaftlichen Vorteil. Auch deshalb ist das Heucheln der sog. Rechtspopulisten um einiges verabscheuungsw√ľrdiger als das mehr oder weniger „allt√§gliche“ Heucheln von Zustimmung oder/und Freude.

Aber woher kommen die W√∂rter „Heuchler“ und „Heuchelei“ eigentlich?

Die genaue Herkunft ist offenbar ungekl√§rt, ich habe aber mal gelesen, dass „heucheln“ aus dem Altgermanischen kommen soll. Bspw. hei√üt „heucheln“ im Schwedischenhyckla“ und im Niederl√§ndischen wird „huichelen“ gesprochen. Letzteres erinnert wiederum an das mittelniederdeutscheh√ľchelen„.

Relativ sicher ist jedenfalls, dass „Heuchelei“ bereits im 16. Jahrhundert eine Bezeichnung f√ľr eine „falsche, unehrliche Art zu handeln und zu reden“ war. Auch Luther verstand unter „Heuchler“ jemanden, der sich „verstellt und der unaufrichtig daherredet und handelt“ – siehe dazu auch (1), wo noch mehr zur Herkunft von „Heuchelei“ zu finden ist.
Daneben sind auch unter (2) noch einige Informationen zu „Heuchelei“ zu finden.

(1)
https://www.dwds.de/wb/Heuchelei

(2)
http://www.linkfang.de/wiki/Heuchelei#

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