Heilpflanzen – Holunder


Bis die Beeren reif sind, dauert es zwar noch einige Zeit, allerdings hat der Holunder (Sambucus nigra) durch seine Blüten noch mehr zu bieten. Diese sind nämlich in der Phytotherapie fast noch etwas bedeutsamer als die dunklen Früchte. Doch dazu später mehr.

Blühender Holunderbusch

Die zu den Moschusblattgewächsen (Adoxaceae) zählende, als Strauch oder Baum wachsende Pflanze hat eine gräulich-braune Rinde und kann trotz seines flachen Wurzelwerks rund acht Meter hoch, manchmal auch höher, werden.

Blütenstand mit Stängel und Laubblatt des Sambucus nigra aus meinem Herbarium

An den Zweigen des „Hollers“, die ein weißliches Mark enthalten, wachsen in gegenständiger Anordnung kurzgestielte, unpaarig gefiederte Laubblätter. Die je fünf oder sieben einzelnen ovalen, oben spitz zulaufenden Fiederblättchen haben einen gesägten Rand und sind für gewöhnlich unbehaart.

Etwa ab Ende Mai bis Juni erscheinen die flachen, doldigen Schirmrispen, die einen Durchmesser von rund 20 cm haben und in denen zahlreiche cremeweiße Blüten zusammengefasst sind. Die einzelnen, süßlich duftenden Blüten bestehen aus je fünf Kelch- und Kronblättern, wobei Erstere zu einer kurzen Röhre zusammengewachsen, letztere nur zu einem kleinen Teil miteinander verwachsen sind.

Blütenstand des Holunder

An der Basis der Krone befinden sich fünf Staubblätter mit kräftig gelben Staubbeuteln und drei Fruchtblätter, die zu einem dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen sind.
Wurden die Blüten durch Bienen, Hummeln und Fliegen, manchmal auch Käfern, bestäubt, entwickeln sich bis September/Oktober die kleinen beerenartigen Früchte, die je drei Samen enthalten. Die zunächst grünen runden Früchte werden nach und nach dunkler, bis sie zur Reife dunkellila bis fast schwarz aussehen.

über Bing-Suche (genaue Quelle ganz unten im Beitrag)
Holunderbeeren

Obwohl die Früchte gemeinhin als „Holunder-“ oder auch „Fliederbeeren“ bezeichnet werden, sind sie botanisch gesehen keine Beeren, sondern Steinfrüchte. Sie werden gerne von verschiedenen Vögeln gefressen, wodurch diese neben Säugetieren zur Verbreitung der Samen beitragen.

Übrigens gilt der „Eller“ auch heute noch als eine wichtige Pflanze in der sog. Phänologie. So markiert die Blütezeit das definitive Ende der Gefahr von Nachtfrösten und den Beginn des Frühsommers, die Fruchtreife dagegen markiert den Beginn des Herbstes.

Das auch „Holderbusch“ genannte Gewächs kommt von Süd- und Mitteleuropa bis zum Balkan vor, zudem ist er in Zentralasien anzutreffen. Hierzulande zählt er zu den am häufigsten vorkommenden Sträuchern, die an Wegrändern, in Hecken und Gebüschen, an Waldrändern, auf Waldlichtungen sowie in Gärten wachsen. Holunder bevorzugt einen frischen, humusreichen Untergrund und einen halbschattigen Standort.
Bei der Kultivierung im Garten ist zu beachten, dass Holunder zwar wenig Ansprüche hat, dafür aber wegen seines ausladenden Wuchses viel Platz benötigt.

Teils blühende, teils verblühte Blütenstände des Holunder

Gesammelt werden die Blüten, wenn sie in voller Blüte stehen, also je nach Witterung und Standort meist Mitte bis Ende Juni. Getrocknet werden die Blüten in einem luftigen, mäßig warmen Raum. Da die Blüten ziemlich empfindlich sind, ist es wichtig, die Blütenrispen nicht übereinander zu legen, damit sie besser trocknen können. Nach dem Trocknen die einzelnen Blüten durch leichtes Schütteln von den Rispen lösen und auf Papier rieseln lassen.
Saft, Sirup u. ä. werden jedoch am besten aus den frischen Blüten zubereitet.

Die Beeren werden bei voller Reife gesammelt und entweder direkt verarbeitet, eingefroren oder bei ca. 30 Grad °C im Backofen getrocknet.

Wichtig: Erst, wenn die Beeren ihre auberginenartige Farbe haben, sind sie essbar. Denn solange sie grün sind, sind sie ungenießbar. Das gilt übrigens auch für alle anderen grünen Pflanzenteile (Blätter und Stiele)!
Auch können reife Holunderbeeren zu Magenproblemen führen, was aber hauptsächlich auf den Verzehr von rohen Beeren zutrifft und auch von der Menge der gegessenen Früchte abhängt. Verarbeitete Holunderbeeren sind dagegen in der Regel gut verträglich; meine Holunder-Heidelbeermarmelade, die ich im Herbst gerne koche, war bspw. immer gut bekömmlich. 😉

Holunderblüten („Sambuci flos“) enthalten ätherische Öle, Flavonoide (insb. Rutin), Gerb– und Schleimstoffe sowie einige weitere Inhaltsstoffe.

In Holunderbeeren („Sambuci fructus“) sind Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Niacin, Provitamin A, Mineralstoffe, Flavonoidglykoside, Gerbstoffe und diverse Fruchtsäuren (für den säuerlichen Geschmack verantwortlich) enthalten.
Wie schon weiter oben erwähnt, sind die grünen Pflanzenteile giftig. Der Grund dafür sind die v. a. in den unreifen Beeren enthaltenen cyanogenen Glykoside wie Sambunigrin, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen können. Es kann bei Kindern oder empfindlichen Menschen aber auch zu starken Krämpfen kommen.
Deshalb ist es sehr wichtig, wie bereits geschrieben, wirklich nur voll gereifte, dunkle und möglichst verarbeitete Beeren essen. Natürlich schaden ein paar voll gereifte, rohe Früchte nicht, zuviele sollten aber nicht gegessen werden.

Die Blüten des „Holler“ sind vor allem für ihre kreislaufanregende und dadurch schweißtreibende Wirkungen bekannt, weshalb sie ein beliebtes Mittel bei Erkältungen und grippalen Infekten mit Fieber ist. Daneben haben sie leicht abführende, durchblutungsfördernde, blutreinigende, antioxidative, schleimlösende und harntreibende Eigenschaften.

Daher können Holunderblüten neben der Anwendung bei grippalen Infekten etc. auch bei Husten, Rheuma, Harnwegserkrankungen und zur Blutreinigung eingesetzt werden.
Äußerlich können die Blüten bei Hautunreinheiten, Juckreiz, leichtem Sonnenbrand, Ekzemen und leichten Hautentzündungen angewendet werden.

Die Beeren können abführend, (abwehr-) stärkend, harntreibend und leicht entzündungshemmend wirken.
Sie können z. B. als Stärkungsmittel bei Erkältungen u. ä. eingesetzt werden, aber auch als abführend wirkendes pflanzliches Mittel (v. a. im rohen Zustand). Getrocknete Beeren dagegen sind z. B. zum Brei verarbeitet ein hilfreiches Mittel bei Durchfall.
Insofern sind Holunderbeeren ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Wirkungen sein können, je nachdem wie ein Pflanzenteil verarbeitet wurde.

Holunderbeeren wurden übrigens bereits um 400 v. Chr. als abführendes und harntreibendes Mittel von Hippokrates beschrieben.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden auch Wurzeln und Rinden als Heilmittel verwendet. Heute wird das jedoch nicht mehr empfohlen – auch, weil auch in diesen Pflanzenteilen giftige Glykoside wie Sambunigrin enthalten sind. Und es mutet schon ein wenig seltsam an, dass laut Albertus Magnus die von oben nach unten abgeschabte Rinde abführend, die von unten nach oben abgeschabte Rinde dagegen brechreizauslösend wirken soll.
Nach und nach wurden die Eigenschaften der Blüten, insb. ihre schweißtreibenden Wirkungen, entdeckt, und es setzte sich immer mehr durch, dass die Verwendung von Blüten und Beeren ausreichend war. Auch heute noch gilt der „Holderbusch“ als gutes Mittel bspw. für Schwitzkuren bei fiebrigen Erkältungen u. ä. Allerdings werden die „Fliederbeeren“ heute kaum noch medizinisch genutzt, die Blüten dagegen kommen auch heute weiterhin zur Anwendung.

Holunderblüten werden am besten als Tee eingenommen. Dazu einen Esslöffel der getrockneten Blüten mit 200 ml heißem Wasser übergießen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und möglichst heiß schluckweise trinken.
Der Tee bringt die schweißtreibende Wirkung wohl am besten zur Geltung, weshalb bei fiebrigen Infekten drei bis vier Tassen am Tag getrunken werden sollten – am besten schon bei den allerersten Anzeichen einer Erkältung. Überhaupt ist es empfehlenswert, Holunderblütentee kurmäßig anzuwenden – z. B. wenn er zur Vorbeugung von Erkältungen oder auch zur Entschlackung genutzt wird.
Natürlich können ähnlich wirkende Heilkräuter wie Lindenblüten zugefügt werden, um jeweils passende Teemischungen herzustellen. Ein paar Vorschläge dazu unter «Rezepten».

Neben der inneren Anwendung kann der Tee selbstverständlich auch äußerlich angewendet werden, bspw. in Form von Umschlägen und Waschungen.
In alten Kräuterbüchern heißt es zudem, dass Holunderblütentee auch bei Ohrenschmerzen hilft. Dazu soll der warme Tee in das schmerzende Ohr geträufelt werden – von der Anwendung abzusehen ist jedoch, wenn das Trommelfell nicht komplett intakt ist. Eine andere Variante wäre, Holunderblüten in ein kleines Stoffsäckchen zu füllen, dieses mit heißem Wasser zu übergießen und es möglichst warm auf das betroffene Ohr zu legen.
Ob diese Anwendungen wirklich etwas bringen, weiß ich nicht, da ich es (noch) nicht ausprobiert habe. Aber sollte ich irgendwann mal Ohrenschmerzen bekommen, werde ich mal dran denken. 😉

Ein Aufguss aus Holunderblüten kann übrigens auch als Badezusatz genutzt werden: 150 g Holunderblüten mit 500 ml Wasser übergießen, gut durchziehen lassen und nach dem Abseihen ins Badewasser geben.

Desweiteren kann ein Holunderblütensirup (siehe «Rezepte») hergestellt werden. Es eignet sich besonders gut als pflanzliches Mittel für Kinder bei Erkältungen oder grippalen Infekten etc., kann aber selbstverständlich auch von Erwachsenen eingenommen werden. 😉

Bei den Beeren des „Holler“ gibt es recht viele Möglichkeiten der Verarbeitung. So können sie – wie bereits angeklungen – frisch verarbeitet, eingefroren und getrocknet werden; Mus oder Brei kann z. B. sowohl aus frischen als auch getrockneten Früchten zubereitet werden. Wie schon weiter oben angeklungen, wirkt ein Mus aus getrockneten Beeren stopfend, womit es also ein gutes Mittel bei Durchfall ist. Ein Mus aus den rohen Früchten dagegen wirkt abführend, kann also bei starker Obstipation eingesetzt werden.

Ein gutes Mittel zur Stärkung bei grippalen Infekten ist ein Sirup aus den frischen, gekochten Beeren (siehe «Rezepte»). Dasselbe gilt für Saft aus gekochten Beeren, der zusätzlich bei Nervenschmerzen helfen soll.

Und nicht zuletzt können Holunderbeeren natürlich auch zur Marmelade (siehe Rezepte) eingekocht werden.

Bevor ich nun noch u. a. zu den Bezeichnungen und deren Ursprung komme, im Folgenden wie erwähnt einige Rezepte:

Holunderblütensirup
Dazu die Blüten von rund 15 Blütenständen abzupfen und mit dem Saft einer Zitrone in eine große Glasschüssel geben. Mit einem Liter heißem Wasser übergießen, gut durchrühren und ein bis zwei Tage zugedeckt ziehen lassen, zwischenzeitlich mal durchrühren. Dann abseihen, mit einem Kilogramm Zucker in einen Topf geben und aufkochen. Wenn die Flüssigkeit eine sirupartige Konsistenz hat, vom Herd nehmen und in gut verschließbare, dunkle Flaschen füllen. An einem möglichst dunklen und kühlen Ort aufbewahren. Kann mit Wasser verdünnt werden, aber auch pur eingenommen werden, was vor allem bei Erkältungen u.ä. zu empfehlen ist.

Teemischung bei Erkältungen
Je einen Teelöffel Holunder- und Lindenblüten vermischen und mit 200 ml heißem Wasser übergießen. Nach zehn Minuten Ziehzeit abseihen und möglichst heiß und langsam zwei bis drei Tassen am Tag trinken.

Teemischungen gegen Fieber
1.) Je 30 g Linden- und Holunderblüten mit 20 g Madesüßblüten in ein luftdicht verschließbares Glas geben und pro Tasse je einen Teelöffel der Kräutermischung mit 200 ml kochendem Wasser übergießen. Zugedeckt bis zu zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und schluckweise bis zu drei Tassen täglich trinken.

2.) Je 30 g Holunderblüten und Weidenrinde, 20 g Thymian, je 10 g Hagebutten sowie Malvenblüten in einem luftdichten Glas vermischen

Holunderblütensaft
Für einen Saft aus den Blüten werden 10 bis 20 Blütenstände (je nach Größe) benötigt. Die einzelnen Blüten ohne Stielchen in eine große Schüssel (am besten aus Glas, kein Metall) geben und mit vier Liter kaltem Wasser übergießen. Zugedeckt 24 Stunden lang ziehen lassen und dann mit dem Saft von zwei Zitronen sowie 400 g Zucker aufkochen. Danach abseihen und noch heiß in Flaschen füllen. Kühl und dunkel aufbewahren.

Holunderblütengelee
Hierzu die Blüten von 15 bis 20 (von der jeweiligen Größe abhängig) Blütenständen abzupfen, in eine große Schüssel geben und mit 700 ml Apfelsaft (wobei auch andere Säfte möglich sind) übergießen. Zugedeckt 24 Stunden ziehen lassen, abseihen und den Saft in einen Topf gießen. Mit dem Saft einer Zitrone und einer Packung Gelierzucker aufkochen, danach noch rund fünf Minuten weiter köcheln. In gut verschließbare Gläser füllen und an einem möglichst dunklen, kühlen Ort aufbewahren.

Verdauungsanregende Teemischung
20 g Holunderblüten mit je zehn Gramm Fenchel- und Anissamen sowie Süßholzwurzel in ein Glas füllen und gut durchmischen.
Davon jeweils einen Teelöffel mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Möglichst heiß schluckweise bis zu drei Tassen am Tag trinken.

Holunderbeerensaft
Ein Kilogramm Holunderbeeren waschen, in einen Topf geben und in 500 ml Wasser aufkochen. Danach noch etwa fünf Minuten etwas köcheln lassen, durch ein Sieb streichen und die Flüssigkeit wieder in den Topf gießen. 150 g Zucker zugeben und ein weiteres Mal aufkochen. Direkt in Flaschen füllen und an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren.
Hat einen ähnlichen Effekt wie das Sirup (siehe nächstes Rezept), kann also als Stärkungsmittel während Erkältungen, aber auch zur Vorbeugung eingesetzt werden.
Natürlich kann man hier auch noch zusätzlich zu den Holunderbeeren andere Früchte hinzufügen, z. B. Heidel- oder Brombeeren (v. a. mit ersteren bekommt man einen sehr leckeren Saft).

Holunderbeerensirup
750 kg Holunderbeeren waschen, gut verlesen in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen, bis die Beeren gerade bedeckt sind. Das Ganze aufkochen und fünf Minuten bei mittlerer Hitze zugedeckt köcheln lassen. Durch ein Leinentuch pressen, die Flüssigkeit mit einem Messbecher auffangen. Abmessen und mit derselben Menge Zucker erneut aufkochen und ohne Deckel bis zu zehn Minuten köcheln lassen. In dunkle, gut verschließbare Flaschen füllen und kühl und dunkel aufbewahren; wird am besten zusammen mit Wasser eingenommen, kann kalt als auch warm getrunken werden.

Marmelade
750 kg Holunderbeeren waschen, verlesen und zusammen mit dem Saft einer Zitrone sowie 300 g Gelierzucker in einen Topf geben und das Ganze zum Kochen bringen. Dabei auf gar keinen Fall das Rühren vergessen und wenn nötig die Beeren zusätzlich etwas zerdrücken. Drei bis fünf Minuten unter Rühren kochen lassen und Konsistenz testen. Wenn diese wie gewünscht ist, die Masse noch heiß in luftdicht verschließbare Gläser füllen. Zehn Minuten lang die Gläser auf den Kopf stellen, dann umdrehen und ganz normal abkühlen lassen; dunkel und kühl aufbewahren.
Ich bin nicht hundertprozentig sicher, dass die Mengenangaben so stimmen. Aber in etwa müsste es passen. Ansonsten einfach etwas mehr Gelierzucker oder Beeren zugeben.
Wie schonmal erwähnt, kann diese Marmelade variiert werden, indem man bspw. Heidelbeeren (besonders lecker), Brombeeren o. ä. zugibt.

Jetzt sind es einige Rezepte mehr geworden, als geplant, deshalb komme ich nun zum letzten ‚Teil‘:
Holunder galt in früheren Zeiten nicht nur als wirksames Heilmittel, er wurde auch für rein praktische Dinge genutzt. Die Tatsache, dass man Flecken von Saft aus Holunderbeeren kaum herausbekommt, wurde sich früher zunutze gemacht, indem Holunderbeeren zum Färben von Stoffen verwendet wurden. Frauen nutzten die Beeren außerdem zum Haare färben.
Daneben spielte der „Eller“ auch in Aberglaube und Magie eine Rolle – ihm wurden magische Kräfte zugeschrieben und er galt als „heiliger Baum” -, was der Grund dafür war, dass streng gläubige Christen – insb. Katholiken – den Holunder als “Baum des Teufels” sahen. Wen das näher interessiert, kann sich bspw. die beiden Links unter (1) anschauen, denn da der Text nun schon recht lang geworden ist, springe ich nun direkt weiter zu den Bezeichnungen des Holunders. Denn dabei gibt es verschiedene Ansichten zur Herkunft:

Einmal heißt es bspw., „Holunder“ (althochdeutsch: „holuntar“ oder „holantar“, mittelhochdeutsch: „holunder“ oder „holunter“) leite sich aus der nordischen Mythologie ab. Nach dieser soll das Gewächs nämlich mit der Unterweltgöttin Frau Holle („Hel“) in Verbindung stehen. Und die Bezeichnung „Holler“ kommt „Frau Holle“ ja auch recht nahe. 😉 Allerdings ist diese Erklärung vor allem unter Linguisten extrem umstritten.
Das gilt auch für die Erklärung, in der der Name „Holunder“ wegen dem in den Zweigen enthaltenen Marks mit „hohl“ erklärt wird. Linguisten gehen nämlich eher davon aus, dass die Silbe „-der“ auf das germanische „trewa“ (= Holz oder Baum) zurückgeht und die Silbe „-hul“ sich vom indogermanischen „kln“ (= schwarz) ableitet. Danach könnte man den Holunder auch als „Schwarzbaum“ bezeichnen.
Abschließend geklärt scheint die Etymologie von „Holunder“ aber noch nicht zu sein.

Die botanische Bezeichnung ist zusammengesetzt aus „Sambucus“ und „nigra“ (von lateinisch „niger“ = schwarz) und bezieht sich auf die Farbe der „Fliederbeeren“. Der Ursprung von „Sambucus“ dagegen ist umstritten: So heißt es einerseits, „Sambucus“ beziehe sich auf das griechische „sampsychon“ (= Majoran), andererseits soll das griechische „sandex“ (bezieht sich auf den rot aussehenden Saft der Früchte) der Ursprung des Gattungsnamen sein. Und dann gibt es noch die Einschätzung, dass „Sambucus“ auf „sabina“ (= Sadebaum) zurückgeht. Wo da der Zusammenhang sein soll, kann ich leider nicht sagen. 😐 So scheint auch bei „Sambucus“ der Ursprung nicht ganz klar.

Nebenbei erwähnt: Früher wurde Holunder auch oft als „Flieder“ oder „Fliederbusch“ bezeichnet, obwohl er eigentlich gar nichts mit dem eigentlichen Flieder (Syringa) zu tun hat. Dies hängt mit der hauptsächlich in Norddeutschland (und auch am Niederrhein) auch heute noch gebräuchlichen Bezeichnung „Fliederbeeren“ zusammen, denn im Dialekt dieser Regionen wurde (und wird) der eigentliche Flieder „Pfingsterbloom“ genannt. Und vielleicht war der heute größtenteils als Flieder bezeichnete Busch damals hierzulande auch einfach noch nicht so verbreitet. Aber das ist nur ein Gedanke, den ich irgendwann mal dazu hatte.

Früher gehörte der Holunder übrigens zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae), zu denen er manchmal noch heute gezählt wird. Dabei unterscheidet sich der „Holderbusch“ in zahlreichen Merkmalen von Pflanzen dieser Familie, was letztlich der Grund für die Änderung war. Zwischenzeitlich (zuletzt zu Anfang des 20. Jahrhunderts) wurde dem Holunder mit „Sambucaceae“ gar eine eigene Familie zugeschrieben.

Soweit das Wichtigste zum Holunder; weitere Informationen z. B. unter:

https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/holunder-neu.htm

http://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/schwarzer-holunder/

http://www.essen-und-trinken.de/holunderbeeren

http://www.arnekrueger.de/literatur/holunder.htm

(1)

http://www.fischer-oberschwaben.de/Wildpflanzen-Heilkraut/650.html

http://www.zauber-pflanzen.de/sambucus.htm

Da bislang natürlich die „Fliederbeeren“ noch längst nicht reif sind, habe ich vorerst ein Foto der Früchte aus dem Netz gesucht.
Quelle:


über Bing-Fotosuche

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