Zum sogenannten „Deutschland-Kurier“


Dass die sog. Neuen Rechten versuchen, ihren Einfluss auf die Menschen zu vergrößern, ist nicht neu. So gibt es diverse einschlägige Plattformen für rechte Propaganda wie „Compact“, „PI-News“, „Deutsche Wirtschaftsnachrichten“, „Junge Freiheit“, „RT Deutsch“ etc., die im deutschsprachigen Raum gerne von sog. ‚besorgten Bürgern‘ als „alternative Medien“ gepriesen werden. Daneben wird natürlich auch gerne „Facebook“ genutzt, um Gerüchte und Falschmeldungen zu verbreiten, oftmals mit Link(s) zu Seiten wie den eben genannten. Während also die normalen Medien als „Staatsfernsehen“ und „Lügenpresse“ dargestellt werden, werden Plattformen wie „Compact“ als – vermeintlich – unabhängige und „politisch unkorrekte“ Newsmedien („PI-News“ hat das sogar im Namen) inszeniert. Und als ob das noch nicht reichen würde, gibt es seit einigen Wochen auch noch den „Deutschland-Kurier“. Dieser soll – laut Macher – für Fakten statt Meinung stehen und sich zu einem ernstzunehmenden Gleichgewicht zu den ‚Mainstream-Medien‘ entwickeln. Beides darf (oder besser: muss) bezweifelt werden.
Fakten sind eigentlich gar nicht zu finden – höchstens sog. ‚alternative Fakten‘ -, dafür gibt es umso mehr Meinung. Diese ist selbstverständlich nicht also solche gekennzeichnet.
Womit ich schon beim ersten (wirklich nennenswerten) Widerspruch wäre:
Selbsternannte ‚besorgte Bürger‘ und die Vertreter diverser rechter Gruppierungen lieben es, den ‚Mainstream-Medien‘ vorzuwerfen, dass diese Meinungen nicht von Berichterstattung trennen. Dieser Vorwurf ist schon an sich kaum haltbar, aber nun wirkt er vollends lächerlich, da im „Deutschland-Kurier“ keinerlei Trennung vorzufinden ist. Denn im Gegensatz zum „Deutschland-Kurier“ ist es eine Tatsache, dass Zeitungen Kommentare als solche kennzeichnen, ebenso wie das Nachrichtensendungen (z. B. Tagesthemen) tun. Im „Deutschland-Kurier“ werden zwar Kolumnen auch als solche bezeichnet, in den nicht als „Kolumnen“ bezeichneten Texten ist jedoch auch vor allem die Meinung des Autors vorzufinden. Sicher, Anhänger von AfD und Co. wird das nicht stören, da sie offenbar eh nicht zwischen Meinung und Berichterstattung an sich unterscheiden können. So scheint es immer wieder so, als sei eine Nachricht, die nicht den Gerüchten auf Facebook bzw. gewissen anderen Plattformen oder dem eigenen, verengten Weltbild entsprechen automatisch die „Meinung“ des jeweiligen Autors oder Nachrichtensprechers.

Dennoch ist es wichtig, die rechten Heuchler immer wieder auch als ebensolche zu entlarven. Auch aus diesem Grund habe ich mich mal mit einigen Artikeln – vor allem mit aktuellen – des „Deutschland-Kuriers“ befasst. Zu finden ist grob zusammengefasst eine bunte Mischung aus – vermeintlichen – Verschwörungen, Gerüchten, klar erkennbaren Fehlinformationen und die Meinungen von zahlreichen mehr oder minder offen rechten „Kolumnisten“.

Zum Beispiel der Text aus der dritten Ausgabe, in dem behauptet wird, CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP seien vom «Islam unterwandert»:

Dieser Text besteht nicht aus Fakten, sondern aus einer Mischung aus Vorurteilen, Halbwahrheiten und Meinung. Als erstes geht es um Sawsan Chebli, es werden einige ihrer Aussagen erwähnt und genau da geht es los mit den erwähnten Halbwahrheiten. Ja, sie hat gesagt, die Scharia sei kompatibel mit dem Grundgesetz, hat diese Aussage später aber auch begründet (1), was natürlich mit keinem Wort erwähnt wird. Dafür wird man mit gefährlichem Halbwissen gefüttert, denn es ist offensichtlich, dass der Autor nicht die leiseste Ahnung hat, was „Scharia“ überhaupt bedeutet. Und der Herr Özkaraca ist offenbar nicht wegen Chebli aus der SPD ausgetreten, sondern wegen eines Auftritts von Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin) bei einer Friedensdemonstration auf dem Breitscheidplatz, die zum Gedenken an den Terroranschlag am 19. Dezember 2016 stattfand. An dieser waren offenbar Gruppen beteiligt, die vom Verfassungsschutz wegen möglicher islamistischer Tendenzen beobachtet wurden/werden. Das war der Grund für den drei Tage später erfolgenden Austritt dieses Herrn. (2) Doch was sind schon Tatsachen, wenn sich diese so wunderbar verdrehen lassen? Hauptsache, das Ergebnis passt zu dem, was vermeintlich ‚besorgte Bürger‘ für die Realität halten. Doch das wäre nochmal ein ganz eigenes Thema.
Daher weiter zum Artikel, bei dem auch Aydan Özoguz ganz vorne dabei ist. Ihr wird bspw. vorgeworfen, dass sie Augenmaß bei Razzien gegen Islamisten gefordert hat oder dass sie gesagt hat, dass sie «keine spezifisch deutsche Kultur» erkennen könne. Auch ihre Brüder werden einmal mehr erwähnt. Da niemand etwas für seine Familie kann, ist das nicht erst seit diesem Artikel fragwürdig. Deshalb nur kurz zu den anderen beiden Aussagen:
Wo ist das Problem? Augenmaß bei Razzien, die eben durchaus auch Moscheen betreffen können, zu fordern, ist jetzt kein Hinweis auf eine islamistische Gesinnung. Eine solche Äußerung ist eher ein Hinweis darauf, dass der- oder diejenige davor warnen möchte, den Islamisten nicht noch in die Hände zu spielen. Denn wenn ohne Augenmaß vorgegangen wird, kann nun einmal schnell der Eindruck entstehen, dass die Religionsfreiheit gefährdet wird. Dies wiederum würde jedoch vor allem die Islamisten freuen, da es ihnen die Gehirnwäsche bei enttäuschten, jungen Menschen noch einfacher macht.
Bei der Aussage mit der deutschen Kultur sehe ich ebenfalls keinen Grund für die Annahme, dass das etwas mit einer Neigung zum Islamismus zu tun hat. Wenn man das Ganze mal rein objektiv betrachtet, ist das einfach so. Es gibt einfach nicht die deutsche Kultur, es gibt vielmehr regional verschiedene Kulturen und Traditionen in Deutschland. So kann ein Norddeutscher nichts mit der bayerischen Kultur anfangen und andersherum. Deutschland war immer vielfältig (dazu reicht ein Blick in die Geschichte) und wird immer vielfältig sein. Es ist durchweg falsch, nun eine einheitliche deutsche Kultur zu propagieren, die es so nicht gibt oder gar so zu tun, als solle „das Deutsche“ vernichtet werden (was eher auf Paranoia hinweist). Es gibt bspw. Werte, die uns in Deutschland wichtig sind, die aber genauso auch in anderen Teilen der Welt geteilt werden.
Das, was immer mal wieder unter dem Begriff „Leitkultur“ propagiert wird, läuft letzten Endes wieder darauf hinaus, dass „wir Deutsche“ uns wiedermal als höherwertig sehen (sollen). Das haben nicht zuletzt de Maizière’s Äußerungen zur „Leitkultur“ nicht gerade subtil angedeutet. Und genau das ist extrem gefährlich – was allen, die die zwölf Jahre Naziherrschaft, der schrecklichsten Zeit der gesamten Geschichte der „Deutschen“ nicht vergessen haben oder wollen, klar sein sollte. Doch in genau diese Kerbe haut auch das AfD-nahe Revolverblättchen – nicht nur im ersten Artikel, der nicht nur wegen den beiden erwähnten Beispielen (was der Autor dort bspw. auch zu den Grünen ablässt, ist so unter aller Sau, dass sich jeglichen Kommentar verbietet) ein wunderbares Exempel für die Zusammensetzung rechter Propaganda ist. Glaubwürdigkeit?
Wohl nichtmal mit dem Mikroskop zu finden. Das gilt für das gesamte Repertoire an kruden Artikeln und Kolumnen.
Perfekt in diese Sammlung passt auch der Artikel über die «unbeugsamen Dresdner». Dort werden „die Dresdner“ quasi als das «letzte Bollwerk „deutscher Werte“» (was genau das sein soll, wissen sie wahrscheinlich selbst nicht so genau) und Bürgerlichkeit dargestellt. Na klar, Dresden besteht ja auch ausschließlich aus AfDlern und Pegida-Freunden (auch „Pegidioten“ genannt). Nun, das hätten sie gerne. Die Realität ist dennoch eine andere. Aber was spielt das schon für eine Rolle, wenn man seine eigenen subjektiven Empfindungen für die einzig ‚wahre‘ Realität hält?! Wenn man z. B. ernsthaft von einer „Islamisierung“ spricht, obwohl es in Sachsen kaum Muslime gibt (0,48%). Realität ist etwas individuelles, erst recht, wenn die Realität vorrangig durch subjektive Eindrücke zusammengesetzt wird, während objektive Eindrücke kaum vorkommen. Insofern ist es schonmal generell seltsam, wenn sog. ‚besorgte Bürger‘ denen, die eine andere Meinung haben, „Realitätsverweigerung“ oder „realitätsferne“ vorwerfen. Immerhin kommen diese Vorwürfe von Leuten, die nicht akzeptieren können, dass sehr viele Menschen das alles ganz anders sehen. AfD und Co. schüren Ängste – sie machen sozusagen Politik auf Gefühlsebene. Und genau das ist gefährlich, denn wenn Gefühle wie Angst und Wut vorherrschen, kommt der Verstand zu kurz. Was das Ergebnis ist, kann nicht zuletzt mit einem Blick in die Jahre 1933 bis 1945 betrachtet werden. Echte, vernünftige Lösungen können nur mit Verstand geschaffen werden, denn zu starke Emotionen würden die Grundlage für Ungerechtigkeiten sein. Was z. B. die AfD als ‚Lösungen‘ präsentiert, würde kein einziges Problem beheben – im Gegenteil, die Probleme würden größer. Und das die AfD unfähig ist, echte Politik zu machen, sieht man an deren Arbeit in den diversen Land- und Kreistagen. (3) Allein die Tatsache, dass sehr viele AfD-Abgeordnete offenbar nicht einmal zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik unterscheiden können, ist extrem vielsagend.

Doch zurück zum „Deutschland-Kurier“:
In der vierten Ausgabe wird im Artikel «Die NGO-Schlepper » ausführlichst gegen die Seenotretter gehetzt, sie werden quasi mit Schleppern gleichgesetzt und es werden, wie üblich, fröhlich Tatsachen verdreht. Es wird so getan, als seien die Seenotretter die Ursache für die Fluchtbewegungen und die menschenverachtenden Geschäfte der Schlepper. Dabei hat erst die völlig falsche Politik der EU dafür gesorgt, dass Schlepper ihr widerwärtiges Geschäft aufziehen können. Und die Schutzsuchenden werden weder von Seenotrettern noch von irgendwelchen Versprechungen angelockt.
By the way: Von welchen «großzügigen Sozialleistungen», die von Merkel versprochen werden, um Flüchtlinge «anzulocken», die Rede ist, weiß wohl nur der Autor und die selbsternannten Patrioten.
Ob diese Leute es wahrhaben wollen oder nicht:
Die Ursachen für die anhaltenden Fluchtbewegungen sind die unzähligen Krisen und Konflikte in dieser Welt, nicht freiwillige Helfer und Merkel. Zumal die Schlepper ihr Geschäft nur aufziehen konnten, weil die EU-Staatschefs sich seit Jahren weigern, endlich legale Wege für Schutzsuchende zu schaffen. Das wäre mit dem nötigen politischen Willen ohne Probleme möglich. Doch offenbar verschiebt man nun die Verantwortung zu oft jungen Menschen, die auch ihr eigenes Leben riskieren, um anderen Menschen zu helfen – freiwillig. Und spielen damit der lauten, rechten Minderheit in die Hände – mindestens.
Darauf lässt – nebenbei erwähnt -auch das aktuelle Ermittlungsverfahren gegen die Seenotretter von „Jugend rettet“ schließen, wie mit seltsamen Methoden versucht wird, die Retter in den Dreck zu ziehen und zu kriminalisieren. (4)
So meinen selbsternannte Patrioten, ein Foto (das nicht einmal so eindeutig ist, wie es scheint) reiche als Beweis für eine angebliche Zusammenarbeit zwischen Rettern und Schleppern aus. Doch selbst, wenn man das Foto für authentisch hält, gibt es da noch die Unschuldsvermutung – die aber offenbar in den Augen der Rechten nicht für „Andersdenkende“ gilt. Dabei gibt es genug Rechte, die für ihre „Gesinnungsgenossen“ genau jene einfordern; bspw. habe ich im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess nicht erst einmal gehört und gelesen, wie beklagt wurde, dass Zschäpe und Mitangeklagte ja sowieso schon verurteilt seien und es somit keine Unschuldsvermutung gebe.
Wie üblich also:
Sie fordern irgendwas, z. B. Meinungsfreiheit und Differenzierung, für sich und ähnlich Denkende, während sie „Andersdenkenden“ genau das verwehren wollen. Das weiter auszuführen, würde hier jedoch den Rahmen sprengen.
Daher lieber zurück zum Artikel: Gegen Ende wird noch die australische Regelung als die Lösung (an-) gepriesen. Der zynische Satz «Weil kein Migrant die Passage nach Australien mehr wagt, ist in diesem Jahr auch kein einziger ertrunken.» zeigt die ganze Menschenverachtung der rechten Propagandisten – dasselbe gilt auch für Begriffe wie «Fährverkehr» und «Taxis». Diese menschenverachtenden Tendenzen ziehen sich übrigens durch nahezu jeden einzelnen Artikel, der in den ersten vier Ausgaben des „Deutschland-Kuriers“ zu finden ist.

Wie bereits erwähnt, gibt es in dem AfD-nahen Blättchen a einige Kolumnen, an denen das einzig Lustige die Namen sind. Da wäre einmal «Berlin intim», dann «Glück auf! Der Steiger spricht» und – als ‚Krönung‘ des Ganzen – «Hier kräht der Krah». Ja, ernsthaft. Und auf Letztere will ich kurz näher eingehen.
Nämlich auf den Text «Fake-Politik»:
Ein Sammelsurium des üblichen AfD-Geschwafels. Wir sind die, die auch über «politisch inkorrekte» Themen sprechen. Was an sich schon gelogen ist, insb., wenn man dabei Begriffe wie Zuwanderung, Energie, Familie und Finanzierung der Sozialsysteme liest. Nein, es ist längst nicht nur die AfD, die über diese Themen spricht. Doch dass andere Parteien ebenfalls über diese Themen sprechen (und sogar Lösungsvorschläge machen – ganz im Gegensatz zur AfDler oder anderen ‚rechtspopulistischen‘ Parteien), bekommen AfD-Anhänger wahrscheinlich nicht einmal mit. Und selbst wenn, gäbe es dann eh wieder irgendwas am Gesagten auszusetzen. Dafür wird alles, was irgendwelche AfDler plappern, blind geglaubt. Insofern ist es wirklich zum Schenkelklopfen, dass ausgerechnet diese Leute sich selbst für sehr kritische Geister halten.
Daher lässt diese Kolumne im Grunde nur einen Schluss zu:
Es soll die reinste Wahlwerbung für die AfD gemacht werden, nicht mehr und nicht weniger – was im Grunde für das gesamte Rechts-Revolverblättchen gilt. Also im Prinzip in etwa das, was ich erwartet hatte. Doch zum Fazit komme ich noch, denn bevor ich zum Ende komme, möchte ich noch einige besonders ‚witzige‘ Schmankerl nicht unerwähnt lassen:

Da wäre z. B. die Rubrik «Gewinner und Verlierer»:
Nachdem in „Ausgabe 1“ allen Ernstes Erika Steinbach, in „Ausgabe 2“ Wolfgang Bosbach zum „Wochen-Gewinner“ auserkoren wurden, ist es in „Ausgabe 3“ Boris Palmer, der aktuelle ist Heinz Buschkowski. Die bisherigen Verlierer waren übrigens Volker Käufer, Gregor Gysi und – Überraschung! – Jakob Augstein, der aktuelle „Verlierer“ ist Horst Seehofer. Das ist ausnahmsweise ja sogar nicht falsch – doch das gilt ausschließlich für den Namen „Horst Seehofer“, nicht für das, was da als Begründung präsentiert wurde.

In Ausgabe vier gibt es zudem den «ersten Teil» von «Merkel kneift». Dort mokiert sich der Autor darüber, dass Merkel nicht auf Fragen geantwortet hat, die ihr bzw. dem Kanzleramt per E-Mail zugesandt wurden. Das Hinzugefügte «Fragen, die viele Menschen in Deutschland bewegen» soll dann wohl implizieren, es handle sich um wirklich ernsthafte Fragen. Sollte jemand anfangs noch diesen Eindruck haben, verschwindet dieser spätestens beim Lesen der Fragen. Denn das, was da als Fragen präsentiert wird, die angeblich viele Menschen in diesem Land bewegen, ist einfach nur lächerlich. Hier mal zwei Ausschnitte:

Tja, die Wahrheit wird wohl sein: Merkel hat mit Sicherheit Besseres zu tun, als irgendwelche dämlichen Fragen von selbsternannten Volksfürsprechern zu beantworten. Insb., wenn man bedenkt, dass es genug echte Probleme gibt, die angepackt werden müssen. Dazu zählt aber nicht, was Merkel über Aussagen von Schmidt und Schily hält oder was ihr zu ‚Lügenpresse‘ einfällt. Zudem werden, wie üblich in rechtslastigen ‚Medien‘, wieder vorhandene Probleme mit Einwanderung bzw. der Aufnahme von Flüchtlingen vermischt, wodurch einmal mehr klar wird, dass es dem Fragesteller nicht um Antworten und vor allem nicht um echte Lösungen geht, sondern lediglich um das Schüren von Ängsten.

Und so reiht sich auch die letzte Frage perfekt in die Sammlung völlig unsinniger Fragen ein:

«10. Was wäre die wichtigste Amtshandlung, wenn Sie weitere vier Jahre Bundeskanzlerin sein würden?»

Na klar, Merkel kann sicherlich auch in die Zukunft schauen. Oder denken die, dass sie eine Glaskugel besitzt, die sie für sog. ‚besorgte Bürger‘ auf Wunsch befragen kann?! 😂😅 (Sorry, aber das konnte ich mir einfach nicht verkneifen)

Ach ja, und – last but not least – gibt es in „Ausgabe drei“ noch die Rubrik «Gute Nachricht», unter der eine Studie zur medialen Berichterstattung während der Flüchtlingskrise als Beweis für die üblichen Vorwürfe an die Medien präsentiert wird. Offenbar hat man diese Studie jedoch nicht wirklich gelesen. Den Fehler hatte schon die „Zeit“ mit ihrer Vorabmeldung gemacht.
Wobei es sich hier wohl weniger um einen Fehler handelt, als um gezielte Falschdarstellung, was aber auch nicht mehr verwundert – ist ja nichts Neues bei den Rechten.

Insofern bleiben die selbsternannten Patrioten bei ihrem Kurs, mit Unwahrheiten, dem Vertiefen von Vorurteilen und Schüren von Angst weitere mögliche Sympathisanten anzusprechen.
Was das Entlarven jedoch umso leichter macht. Allein schon die vom Macher des Deutschland-Kuriers angekündigte Unabhängigkeit ist die Unwahrheit. Denn unabhängig ist in diesem Blättchen gar nichts. Aber offenbar haben vermeintlich ‚besorgte‘ Bürger‘ auch von dem Begriff „Unabhängigkeit“ eine ganz eigene Definition. Überraschend ist das natürlich nicht.
Ebensowenig überrascht nicht, dass dieses Blättchen so dermaßen dilettantisch und hetzerisch rüberkommt, dass ich das Lesen der Artikel auf mehrere Tage verteilt habe. Mehr als zwei dieser Propaganda-Texte am Tag wären wahrscheinlich gesundheitsschädlich. 😈😎 Auch deshalb habe ich für diesen Text auch etwas länger gebraucht, als ich eigentlich wollte.

(1)

http://www.zeit.de/2017/05/sawsan-chebli-berlin-senat-islamismus/komplettansicht

(2)

http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-muellers-auftritt-bei-friedens-demo-neukoellner-ex-abgeordneter-tritt-aus-spd-aus/19538634.html

(3)

https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/afd-politik-in-den-kommunen-inszenierte-b-rgern-he

http://m.huffpost.com/de/entry/15704102

(4)

https://www.freitag.de/autoren/marian-schraube/beweise-gegen-iuventa-gefaelscht

Hier übrigens auch ein lesenswerter Artikel zur ersten Ausgabe des „Deutschland-Kuriers“:

https://www.vice.com/de/article/vbmyk9/wir-haben-die-rechte-boulevard-zeitung-deutschland-kurier-gelesen-damit-ihr-es-nicht-musst

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